Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 81 (14.10.1901)
- Date
- 1901-10-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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WWWWWWW 1753', vom Erzbischof von Tokio getauft. Ein charakteristisches Zeichen für die schon damals sich kundgebende Vorurtheilslosigkeit des Grasen, der sich wiederholt in; seinem Wert als strenggläubigen Katholiken bezeichnet! — Dieses Liebes- und Eheverhältniß des österreichischen Aristok»aten mit der heidnischen Tochter eines fremden Volksstammes ist eine ebenso poesievoll angehauchte wie sachlich schlagende Beweisführung für > die geistige Fähigkeit dieses Mannes, auch den Kindern 1 Israels ein offenes Auge und ein warmes Herz ent- ' gegenzubringen.! In Japan verblieb der Graf bis zum Jahre 1896; j er war während des japanisch-chinesischen Krieges Ge-! schäftsträger seiner Regierung und erhielt von derselben! für seine in dieser kritischen Zeit geleisteten Dienste den Orden der eisernen Krone. Im Jahre 1898 wurde er nach Siam und China geschickt, um dem Erzherzog Franz Ferdinand entgegenzufahren, welcher sich damals aus seiner großen Weltreise befand. .Mit dem Erzherzog reiste er dann von Canton bis Aokohama. Nachdem er dann im Jahre 1896 mit seiner Gemahlin Korea, Ostsibirien, Indien, Syrien, Egypten und Italien bereist hatte, kehrte er endlich nach seinen böhmischen Gütern zuriick. Mittlerweile war sein Vater gestorben, und Graf Heinrich entschloß sich, die Administration des Familienvermögens zu übernehmen. Den ihm angebotenen Posten eines Geschäftsträgers in Siam und eines Konsuls in Singapore schlug er daher aus und verließ im Jahre 1897 definitiv die diplomatische Karriere mit dem Zeugniß der Anerkennung seines Kaisers für seine vielseitig geleisteten Dienste. Jetzt lebt der Gras auf seinen Gütern, und der weitausgedehnte Besitz legt ihm mannigfache Pflichten auf. Dennoch kann er nunmehr ungehindert den Liebliugsneigungen seiner ernsten und religiösen Natur folgen und sich den theologisch - wissenschaftlichen Studien widmen, welche, nebst der Herausgabe von > Werken politischen und philosophischen Inhalts seinen : Geist befriedigen und seinem Dasein die spezifische j Signatur eines werthvolleren Adels geben, als seinen : Rang- und Standesgenoffen gar oft eigen zu sein! pflegt.! Berlin. Eine wichtige Entscheidung, die auch in , das Gebiet des für den Laienverstand absolut Unbe-; greifbaren gehört, ist jüngst in Pommern getroffen; worden. Auf eine gegen den Pastor Krösell-Kloxin i wegen Religionsbeschimpfung gerichtete Anzeige hat; die königliche Oberstantsanwaltschaft beim Oberlandes-; gerächt Stettin unter Zurückweisung der gegen den ab- ' lehnenden Bescheid des Ersten Staatsanwalts in Stargard eingereichten Beschwerde u. a. erwiedert: ' i „Gebräuche und Einrichtungen der jüdischen Religionsgemeinschaft können im vorliegenden -Falle über-; Haupt schon um deßwillen nicht verächtlich'gemacht sein, 1 weil die angeblichen Gebräuche, deren der Beschuldigte Erwähnung gethan, in Wirklichkeit gar nicht existiren. sondern nur von dem Wahnglauben des Beschuldigten vermuthet werden. Es kann sich daher nur fragen, ob durch die Andichtung verbrecherischer Gebräuche und Einrichtungen, ohne Rücksicht auf den guten Glauben des Behauptenden, eine Religionsgemeinschaft als solche beleidigt oder verächtlich gemacht werden kann." Der Oberstaatsanwalt bejaht diese Frage zwar an sich unbedingt, hält aber die für ein strafrechtliches Verfahren erforderlichen Voraussetzungen für nicht ausreichend. In jedem Falle ist die Feststellung der Oberstaatsanwaltschaft wichtig, daß die Behauptungen Krösells auf einem „Wahnglauben" beruhen und sich als eine „Andichtung" darstellen. Glogau. Zu dem Artikel „Rabbi Ascher Lemel Löwy s. A. (Nr. 78 u. 79) sei bemerkt, daß der Name dieses bedeutenden Gaons in der hiesigen Gemeinde, auch heute — beinahe nach zweihundert Jahren — noch nicht erloschen ist. Alljährlich am m:n nnöt? an seinem Jahrzeitstage, wird sein Name in dem vck erwähnt. Und merkwürdig, während sonst täglich eine stattliche Reihe von Tobten, die hier gelebt haben, zur Verlesung kommen, ist sür rrtr nur Rabbi Lemel Löwy auf der Liste, als sollte damit sein hoher Werth, daß kein anderer ihm gleichkam, angedeutet sein. Würde heute sein Genius in seinem Geburtsorte erscheinen, er würde das \nn rrnb) von damals nicht wieder erkennen. Der Bibliotheksaal des Litteraturvereins birgt aber noch Schätze aus jener und noch älterer Zeit. Unter den vorhandenen Manuskripten befindet sich ein sehr umfangreicher Foliant, die Schrift ist eine ganz eigenartige, das Titelblatt fehlt und die einzelnen Seiten tragen als Ueberschrift die Worte hpo •ovi. Der Inhalt ist populistisch, und ich vermag nicht zu beurtheilen, ob es nur die Copie eines anderen Werkes oder ein Original ist. Der ntpo w, der dem i'v als Randbekleidung oft beigedruckt ist, kann es nicht sein, dazu ist sein Umfang zu groß. Das Werk muß sehr alt sein und ist vom Zahn der Zeit und des Bücherwurms arg mitgenommen worden. Wäre es nicht möglich, daß auch dieses Werk aus der Feder des Rabbi Lemel stammt? Herr Löwinger nennt ein Werk .rer'. rijns Das dürfte nicht ganz zutreffend sein. In der hiesigen Bibliothek des Litteraturvereins ist ein i'rr m:ro *o von -irr>r;i2 -rsc ’t. In diesem befindet sich eine ncvsp , von Lemel Löwy. Witzig bemerkt er in derselben. iw rwro siro vutto n .. s ,• ’©« 'trotzt,f, die Unterschrift TBnn p»jn snn nnbw rbn bvvb!ratr fcHprr . . H .," .. . Aber in der Vorrede des- Verfassers nennt ^er. - unter.anderen Wcher?;He^sb.dM.Dajgn, di^- tymrfälstt Drucklegung seines MerM^Wglichtem Unter den großen Männern wird' hier -auch bes 1 Israel Lippschitz, Verfasser des bxnp' msen zur n:e»!: und dessen Vaters Gedaljah Lippschitz an ihren