Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 81 (14.10.1901)
- Date
- 1901-10-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1752 „Haschern mi-Sinaj bo." Damals zeigte uns schon der Gottesmann, wie er über die Solidarität, die Lebensfähigkeit und die Stärke des auserwählten Volkes dachte, das zu Sinaj herangereift von dieser Zeit ab cyb m.u nn dim als Am s'guloh, als Garde Gottes, Sein Reich auf Erden verkündend, in alle Theile der Erde hinauszieht, und vom Esch Dos, jener intensiven Raturkraft belebt, seiner Entwickelung, seiner Vervollkommnung und seinen hohen Zielen entgegengeht. '12 j?b*ij oy ,bxw i'iL>rr Rur mit und durch Gottes Hilfe kannst Du Deine Existenz behaupten, den schweren Kampf um's Dasein führen und den endgiltigen Sieg erzielen. Sinaj ist die Wiege, wo Du als Nation Deine Entwickelung begonnen, am Sinaj ist zu Deinem Nationalitätsbau der Grundstein gelegt, denn xrrnxi mwro cvb m: in cvn xm in. Wir mochten hier die treffende Erklärung S. R. Hirsck's von Voro erwähnen, das auf einen vom intensiven potentiellen in einen expansiven spontanen Zustand übergehendes Verhältniß hindeutet. Denn die Entwickelung Israels als Nation muß ähnlich, wie es bei der Genesis geschah, rwx2a. nbw» Sb> nie: vor sich gehen. Mittels intensiver, von Gott verliehener Kräfte fortschreiten. Er heißt ferner -o 'ipn ^x 0x2^12 der Keim zu dieser naturgemäßen rvB>x"o bv 12102 vor sich gehenden Fortentwickelung ist durch omox gelegt worden, nie Grundlage zu der Gotteskulturellen Mission i' bbi' 122: er Nur durch dynamische von Gott verliehene Kräfte, keineswegs durch materielle, mechanische, wie z. B. Druck und Elektrizität, kann Israel seine Evolution zum Ziele seiner Bestimmung hin fortführen. Hatten ja die 0B21 »np o-noio deren Blut zur Verstärkung der Eohäsionskraft unseres Volkskörpers beigetragen, keine Ahnung von den neueren, nach neuester Mode genähten Formeln für's Judenthum! So schreiten wir im Glauben unserer Väter stark zu jenem Zeitvunkt hin, wo auch die Naturforscher und Philosophen den Allherrn anerkennen tverden und wo alle Nationalitätenfragen aufhören, wo in Erfüllung geht die Prophezeiung: 12^11 .je* 2*s o^Bwa *i 2211 nun xx.i p-so 22 o'22 dw ZeitungSnachrichte« und Korrespondenzen. Deutschlan d. Berlin, Al . Dkt. Von dem Grafen Heinrich von Coudenhove, tzessrni'VVrttWich^ Werk „Das Wesen lies Antisemitisinus-^^ösfentkich'besprochen wurde, ent-t wirft Rahida Ruth Lazarus in der „A. Z. d. I." foli gende biographische Skizze: Graf Heinrich Coudenhove ist in Wien am 12. Oktober 1859 geboren ■— also jetzt ein Mann im blühendsten Alter; er ist Herr der Herrschaften Ronsperg, Stockau und Muttersdorf in Böhmen und Zamuto Agnagos, Mernyik und Jestreb in Ungarn. Er ist Doktor der Rechte und kaiserlich und königlich österreichisch-ungarischer Legationsselretär a. D.; seine Eltern sind der im Jahre 1898 verstorbene Graf Franz Coudenhove, kaiserlich und königlicher Kämmerer und Leaation.rath a. D., und Marie, Gräfin Coudenhove, Tochter von Johann von Kalergi und der Gräfin Marie Nesselrode.*) Graf Heinrich wurde im Jesuitenkollegium zu Kalksburg erzogen, legte seine Maturitätsprüfung im Theresianum ab, studirte Jus auf der Wiener Universität, diente als freiwilliger Husar beim sechsten Husarenregiment, wurde 1881 Offizier, doktorirte im Jahre 1883 und ging dann, von unbezähmbarem Lerntrieb geleitet, auf Reisen. Vorerst führte ihn sein Stern nach Syrien und Egypten, hauptsächlich um sich in der arabischen Sprache auszubilden: er diente dann wieder, aber nur kurze Zeit bei einem Husarenregiment in Bosnien. Seine Talente und Kenntnisse bewogen ihn, sich ernstlich dem diplomatischen Beruf zu widmen. Er kam im Jahre 1884 als (unbesoldeter) Attachee zur österreichisch-ungarischen Gesandschaft nach Athen, legte ein Jahr später die Diplomatenprüfung ab und ging nun als Attachee nach Buenos Aires, bereiste Paraguay und die brasilianische Provinz Matto Grosso und oblag in den dortigen wildromantischen, zum Theil noch von Urwald bedeckten Ebenen aufregenden und hartnäckigen Jaguar- und Pumajagden, die ihm den doppelten Gewinn brachten, nicht blos als Jäger der Gefahren Herr zu werden, sondern als Forscher Land und Leute kennen zu lernen. Im Jahre 1887 wurde Coudenhove zur Botschaft nach Konstantrnopel versetzt, >vo er als Legationssek retär bis 1 SOI verblieb. Fortwährend bedacht, seine Erfahrungen zu bereichern, unternahm er zwischendurch Studienreisen nach Indien (1890) und ein Jahr später nach dem herrlichen Kaukasus. 1891 finden wir ihn von Neuem in Amerika — in Rio-Janeiro — nach sechs Moncuen jedoch wiederum als Geschäftsträger nach Japan versetzt. In Japan nahm das Schicksal des Vielgereisten eine für ihn selbst überraschende Wendung — er verliebte sich in eine reizende Japanerin und heirathete sie 1892 in Tokio. Das junge, erst sechzehn Jahre alte Mädchen entstammte einem alten bekannten Kaufmannsgeschlecht. Das liebliche Kind des Landes hieß Mitsu Ayoama und wurde erst drei Jahre später, 1895 *) Dieser Gräfin Nesselrode hat Richard Wagner seine Streitschrift: ^Das Judenthum in der Musik" gewidmet. Und nun schreibt der Onkel dieser Frau ein Buch für das Judenthunr. Ist das nicht auch eine Ironie der Weltgeschichte.