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Der Israelit · 1901-12-24 · Heft 101-102 (24.12.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 101-102 (24.12.1901)
Date
1901-12-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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3249 Kollegen zugegangene Erklärung schon bekannt; auch von den sonstigen bedeutsameren Entschließungen, wie z. B. von der über die Stellung des Rabbinerverbandes in Deutschland zu dem von den Leitern des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes geplanten „Verband der Israeliten Deutschlands" haben Sie durch die Zeitungen schon erfahren. Was endlich das Stadium betrifft, in welchem sich die „Pensions¬ und Reliktenkasse norddeutscher Rabbiner" befindet, so tonnten Sie aus den von Zeit zu Zeit veröffentlichten Spendenlisten ersehen, daß die Sammlungen für den Garantiefonds ihren zwar langsamen, aber stetigen Fortgang in den Gemeinden nehmen. Wohl ist die überwiegende Anzahl der Gemeinden damit noch im Rückstände geblieben, in einigen ist die Sammlung noch nicht abgeschlossen, in anderen wegen der inzwischen eingetretenen wirthschaftlichen Depression noch gar nicht in Angriff genommen. Da indessen die Sammlung fast nirgends eine prinzipielle Ablehnung gefunden, so ist die Hoffnung nicht auszugeben, daß bis zur nächsten Generalversammlung jene Summe wird aufgebracht werden könne, welche von versicherungstechnischer Seite zur Lebensfähigkeit der neuen Einrichtung als erforderlich erachtet wird. Zu diesem Zwecke hielten wir es für förderlich, den „Entwurf", der für die Pensions- und Reliktenkasse bestimmten Satzungen schon jetzt zu veröffentlichen. Die Gemeinden können sich so über die Tragweite der zu begründenden Kasse ein Urtheil bilden und die Gemeindemitglieder werden sich dadurch zu größeren Spenden für den Garantiefond bereitwilliger finden lassen. Die Kollegen aber, für die wir Separatnbziige haben unfertigen lassen, sollen dadurch Zeit gewinnen, ihre verbessernden Vorschläge für die endgültige Beschlußfassung bei der nächsten Generalversammlung vorzubereiten." Berlin, 16. Dez. Die letzte Volkszählung vom 1. Dezember 1900 gibt noch zu einigen interessanten Feststellungen Anlaß. Im jetzigen Umfange des preußischen Staatsgebietes hat seit dem 2. Dezember 1896 Angenommen die Zahl der MN d. i. überhaupt um Evangelischen 1,466,129 72,04 Katholiken 1,114,165 101,29 Andere Christen »19,882 166,73 Juden 12,006 33,20 Bekenner and. Religionen 4,604 883,85 Das schnellere Anwachsen der Katholiken gegenüber den Evangelischen ist, wie die „Statistische Korresp." schreibt, wohl namentlich dem zwischen Preußen einerseits und den süddeutschen Staaten andererseits stattfindenden Beoölkerungsaustaufche zuzuschreiben. Die Zahl der evangelischen Brüdergemeinden ist zurückgegangen, dagegen die derMethodift., Quäker u. Baptisten erheblich gewachsen. Die Zahl der Bekenner anderer Religionen (Japaner, Chinesen, Türken, Zigeuner, Brahmanen, Buddhisten, Muhammedaner, Feueranbeter u. s. w.) ist erheblich gestiegen. Ihre starke Zunahme läßt sich größtentheils aus der wachsenden Erleichterung des Weltverkehrs erklären. Der auf die Juden entfallende Antheil hat sich im Verhältniß auf die Gesammtbevölkerung beständig vermindert. Er betrug 1880 13,33 vom Tausend, 1885 12,94, 1890 12,42, 1895 11,92 und 1900 nur 11,4 vom Tausend. Die auffallend geringe Zunahme der Juden beruht nach der zitierten Korrespondenz auf Auswanderung, an welcher die preußischen Juden angeblich von jeher stärker, als Personen der christlichen Bekenntnisse betheiligt gewesen sind, sodann auf den zahlreichen Uebertritten aus dem Judenthum zu anderen Bekenntnissen. Wir gestatten uns, anderer Ansicht zu sein. Zu nächst ist zu erweisen, daß die preußischen Juden von jeher mehr als die preußischen Christen ausgewandert sind, sodann erreicht auch die Zahl der Taufen, wie jüngst festgestellt wurde, nichi die befürchtete Höhe. Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir einen der Hauptgründe der Verminderung der preußischen Juden in dem unleidlichen Zustande suchen, dem Preußens Juden seit mehr als zwei Jahrzehnten unter dem wüsten Judenhasse sich ausgesetzt sehen, sodann in den Ausweisungen zahlreicher Juden, in den Hindernissen, welche neuen Niederlassungen bereitet werden, sowie schließlich in einigen ethischen Momenten. Wäre der öde Antisemitismus nicht so in Preußen in Blüthe, so hätte ja gerade die „wachsende Erleichterung des Weltverkehrs" sich in dem industriellen Deutschland auf die Juden erstrecken sollen. Nein, die Auswanderungen und Taufen allein machen es wahrlich nicht. Die Juden sind nächst der Reichshauptstadt (48,8 v. T.) verhältnismäßig am zahlreichsten in Hessen-Nassau (25,3 v. TI, in Posen (18,7 v. T.), Westpreußen (11.7 v. %.) und Schlesien (10,2 v. T.) vertreten. Während die Zahl der Juden in allen Landestheiken verhältnißmäßig geringer geworden ist, ist sie allein in der Provinz Brandenburg von 5,4 v. T. am 1. Dezember 1890 aus 8,3 v. T. der ortsanwesenden Bevölkerung am 1. Dezember 1900 gestiegen, entsprechend der stärkeren Zunahme der Zahl der in den Vororten und der weiteren Umgebung Berlins wohnenden Juden. München, 17. Dez. Gestatien Sie mir, als demjenigen Ihrer Correspondenten, dessen Referate über die Vorträge des Litteratur - Vereins Sie in der Regel zum Abdruck bringen, zu der Notiz in Nr. 99 Ihres geschätzten Blattes (Beilage Seite 2198) Folgendes zu bemerken: Es ist richtig, daß Herr Max Sichel sehr schön und eindrucksvoll gesprochen, und daß jeder Orthodoxe, ja Jeder, der nur in Wirklichkeit jüdisch fühlt, das von ihm Gesagte ganz und voll unterschreiben muß. Herr Dr. Werner hatie jedoch nicht die Absicht gehabt, dem Redner das Wort zu entziehen, sondern wollte ihn lediglich an die für die Diskussion vorhandenen Grenzen erinnern. Hierauf erhob sich ein derartig lärmender Widerspruch, iumultarische Rufe nach Schluß ertönten fortgesetzt, um das Weilersprechen

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