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Der Israelit · 1901-12-24 · Heft 101-102 (24.12.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 101-102 (24.12.1901)
Date
1901-12-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2243 Ini'cn begann, sah er sich um — nicht, ob ihn vielleicht ^Jemand stören werde, sondern, ob vielleicht noch ein Glaubensgenosse anwesend sei, welcher zu dem Zweck in seine Synagoge gekommen, um nach Vollendung der rrEn für sich, oder für mir und dgl. eine Spende zu erbitten; der betreffende Petent sollte nicht seine Zeit damit versäumen, um zu warten, bis Baron von Rothschild sein Gebet vollendet. Rn Sabbat und Feiertagen bemühte er sich stets, z u e r st allen Anwesenden bei Schluß des Gottesdienstes gut Sabbat oder gut Jomtof zuzurufen-, selbst noch im hohen Alter blieb er an Sabbat-Vormittag nüchtern bis zu Ende des Gottesdienstes, so daß er im tiefen Winter mitunter erst um 12 Uhr zu seinem ersten Früstück gelangte. Selbst im hohen Alter unterließ er nicht das Fasten an rz'H rwr. An m und ="• betete er die mtw? nrep stets in anhaltend gebückter Stellung (mit Ausnahme der nach dem “sipr ncipp~ zu forschenden /PS“)-; an den ■mn; P-Abenden trug er selbst die Tr'n ’rtr und Tcri m'\tf mit seinem pirc' pics abwechselnd vor. Vor Pesach erinnerte er stets daran, daß der Schrank, in welchem die ^2 enthalten waren, vollständig mit neuem Stoff drapirt werde. Am Tage, bevor er während des Sommers seine Badereise antrat, brachte er in die Synagoge seine Reisetasche mit. in welche er, unter Zurückweisung jeder Hilfe, einige rrbtn, c'wr. MvSts und p*?*sn legte, und bei seiner Rückkunft brachte er auf dieselbe Weise diese r,trr,p nreiwi an ihren früheren Platz. Wer sich aber ein Bild von rrv pbzn machen wollte, wie er, wie von ihm erzählt wird, "S’Cfc' ttsc 'jeb war, der mußte Baron Willy von Rothschild s. A. sehen, wenn er «npc war, der mußte ihn sehen, wie er an p mit seinen Z'rc vzr\x budp stäblich vor Freude hüpfte. Er selbst war bei allen seinen Mizwoth der strenge Beihätiger des stets von ( ihm ausgesprochenen Wortes NP2N22 rrp nises rni rrn j Wenn man den vor Jahresfrist gehaltenen "sce j ths isr* b'r: sich wieder in Erinnerung ruft, sowie außer tausend bekannten anderen, die heute mitgetheil-; tcn edlen Züge, welche keineswegs als “Een ausge-; sprochen wurden, sondern als lebendiges Denkmal zum Zwecke der Nacheiferung und Verehrung der Oeffentlichteit übergeben werden sollten, so sei zum Schluffe an das Wort unserer bi si'ozr, erinnert: Trotz Schönheit und Herrlichkeit aufzurichtender 1112»: welche übrigens auch als Mizwoth und als Zeichen der Pietät an- : erkannt werden — BT'im ppmxb iwej pny px e:tdt en cn. Papenburg, 17. Dez. Eine erhebende Feier fand hier während der jüngsten Chanukatage statt. Es galt ein neues Sefer seiner heiligen Bestimmung zu übergeben. In festlichem Zuge begab sich die ganze Gemeinde nach der Wohnung des Herrn Svnagogenvorstehers Herrn Aron Heß, woselbst das Sefer in großartiger Weise aufgestellt war, um es nach der Synagoge zu geleiten, die mit Palmen, Blattpflanzen und sonstigen Blumen, soweit sie der Winter bietet, aus das Herrlichste geschmückt war. Das Gotteshaus war bis zum letzten Raum besetzt, da auch zahlreiche Andersgläubige sich eingefunden hatten, um der erhebenden Feier öeizuwohnen. Die Festpredigt hielt unser Lehrer, Herr Strauß, und er verstand es, in der ihm eigenen, redegewandten Weise alle Zuhörer zu begeistern. Die Rede machte einen tiefen Eindruck und noch heute spricht man allgemein in der Stadt über den schönen Verlauf der religiösen Feier. 'Am Abend fanden im „Deutschen Haus" theatralische Aufführungen etc. statt, welche mit großem Beifall ausgenommen wurden. Allen mitwirkenden Damen und Herren sei auf diesem Wege nochmals gedankt. Das Fest, das sich bis zum frühen Morgen hinzog, nahm einen herrlichen, allgemein zufriedenstellenden Verlauf. Besonders bemerkt sei noch, daß von einer in Amerika wohnenden Papenburger Dame, Frau Vorsänger aus Newyork, ein herrliches, künstlerisch ausgestattetes Mäntelchen der Gemeinde geschenkt worden ist. H. Vab vkaubciin. Die „Israelitische Kinderheilsiätte" hier, deren Berwaltungssitz in Frankfurt a. M. ist, hat in diesem Jahre wieder 210 Kinder gratis oder gegen mäßige, die Selbstkosten nicht überschreitende Vergütung, verpflegt. Die Erfolge waren sehr groß, und wurde bei herzkranken und skropkiulösen Kindern wirklich Erstaunliches erreicht. Die schönen, Praktischen, luftigen Räume, und die gute Verpflegung trugen nicht wenig zu dem günstigen Resultate bei. Leider wurden dem überaus wohlthätig wirkenden Vereine nicht genügend Mitte', zur Verfügung gestellt, um alle Räume j ausznnützen. Mit Leichtigkeit könnten in der Anstalt anstatt 200, 300—350 Kinder verpflegt werden, wenn die Mittel dazu vorhanden wären. Bemerkt sei noch, daß jüdische Kinder aus ganz Süddcutschland in der Anstalt Verpflegung finden. Hcgcnlieim (Elsaß), im Tebeth. Keine eigentliche Ehanukafeier war es, die wir hier letzten Sonntag veranstalteten, wenn auch das Chanukafest als Anlaß und Zeitpunkt dazu gewählt war. Es lag uns hauptsächlich daran, Mittel zu schaffen zur Vergrößerung unserer jüdischen Bibliothek, und deßhakb suchten wir die Feier zu einer allgemeinen, auch den übrigen Konfessionen zugänglichen zu gestalten. Natürlich kann von einer solchen nur in Gegenden die Rede sein, wo das Giftkraut des Antisemitismus noch nicht Wurzel gefaßt hat. Daß das hier der Fall ist, hat die rege Betbeiligung an unserem Feste, bestehend aus theatralischen Aufführungen ußd Konzert, glänzend erwiesen. Der Festsaal im „Hotel zur Post" war dicht gefüllt. Den beabsichtigten Zweck ereichten wir somit vollständig, so daß unsere seit drei Jahren bestehende Bibliothek — die aus kleinen Anfängen hervorgegangen — fetzt schon die schönsten Werke jüdischer Belletristik von Dr. Lehmann, S. Eohn, Hause, Kayserling und anderen zählt, wieder eine ziemliche Bereicherung erfahren kann.

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