Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 78-79 (8.10.1901)
- Date
- 1901-10-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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42. Jahrgang. Erste Aeil. zu 78 Z- 79 des „Israelit." Leitender Artikel. Üioiilti Aslhn 8ml Liiiliy TX üB'j Slop liolitiinrr in Kisciistlil». Girre ß i o q r a p ß i f d? c Skizze. Von Hermann Löwinger, Frankfurt a. M. ^aTiair r.Tji asc irss bvsz *^n ^rn. „Alles ist vom Glücke abhängig," lehrt der Verfasser des Tikune Sohar, „sogar die Thorarollen in der heiligen Lade," aus der nämlich die Eine öfters, die Andere wieder sehr selten zum Verlesen der Sidra entnommen wird. Der Ausspruch bvz ’+r, bzn könnte mit Recht auf so manche unserer großen Thoragelehrten seine Anwendung finden. Viele derselben haben das Glück, von aller Welt gekannt und genannt zu sein, von allen Geschichtsschreibern mit ehernem Griffel für die Nachwelt verewigt zu werden. Viele wieder, deren Wirksamkeit auf dem weiten Gebiete der Thora eine nicht minder große und bedeutsame, deren Namen in ihrem Zeitalter ein glänzender und von bestem Klange gewesen, würden sonderbarer Weise, weil ihre zahlreichen Werke nicht im Drucke erschienen ober viele derselben noch der Veröffentlichung harren, der Vergessenheit anheimfallen, wenn nicht die großen Responsenwerke ihrer berühmten Zeitgenossen, worin ihre Namen in den mrtwii figuriren, diese der Nachwelt überliefert hätten, und dafür ein beredtes Zeugniß ablegen würden, daß sie es keineswegs verdienen, todtgeschwiegen zu werden, daß es vielmehr ein Akt der Gerechtigkeit wäre, deren Namen unseren Zeitgenossen in Erinnerung zu bringen und den zukünftigen Generationen zu erhalten. Schreiber dieses fühlt diese Pflicht doppelt auf sich lasten und sich zur Entledigung derselben umsomehr angeregt, da er ein Urenkel des im Titelworte benannten Gaons ist, und mit dem Niederschreiben der Biographien von Rabbi Ascher Lemel Löwy und dessen Sohnes Rabbi Jechiel Michel Löwy aus G l o g a u s. A., der beiden berühmten Rabbinen zu Eisenstadt, zugleich einen Akt der Pietät gegen seine berühmten Urahnen vollzieht. So wollen wir denn nach den spärlich vorliegenden Daten, ein schwaches Bild der beiden oben genannten Fürsten auf dem Gebiete des Talmuds und der Agada zu entwerfen versuchen. Rabbi Ascher Lemel Löwy wurde ungefähr im Jahre 6470 j. Z. in Glogau geboren und war er ein Schwiegersohn des Rabbi Jechiel ben Usiel aus Glogau, des berühmten Verfassers des »-npn n: des bekannten Commentars zu den nzn ttn-ic. Daß er, bevor er zum Rabbiner nach Eisenstadt (Ungarn) berufen, Dajan und später Rosch Beth Din in seiner Vaterstadt Glogau gewesen, dies ist aus der Vorrede des Vers, des „Kothnoth tr'" wie auch aus der Haskamo zu diesem agadisch-pilpulistischen Werke zu ersehen, wo unter den Gutachten (Haskamoth) sich auch dasjenige des Rabbi Ascher Lemel sich befindet, in dem er sich als Dajan in Glogau zeichnet und das vom Jahre 6614 j. Z. datirt. In welch' hohem Range Rabbi Ascher Lemel Löwy schon als Rosch Beth Din von Glogau bei den damaligen Gaonim gestanden, dies kann man aus der im Jahre 6616 erschienenen Vertheidigungsschr'ift my rrn^ des großen Rabbi Jonathan Eibenschütz ersehen, da in dem hartnäckigen Streite zwischen Rabbi Jonathan Eibenschütz und Rabbi Jakob Emden, Rabbi Ascher Lemel Löwy mit einer vermittelnden Fürsprache bei einem der drei Schiedsrichter, dem berühmten greisen Rabbiner und Gaon in Glogau betraut wurde. Mehr als ein Dezennium nachher, ungefähr im Jahre 6628, erhielt Rabbi Ascher Lemel Löwy den ehrenden Ruf als Rabbiner nach Eisenstadt, als Nachfolger des berühmten Gaons Rabbi Meier Eisenstadt vx a'/_ino) dessen Hinscheiden im Jahre 5524 erfolgte, und nachdem das Rabbinat zu Eisenstadt einige Jahre unbesetzt gewesen. Mehr als zwei Dezennien bekleidete er in Eisenstadt das Rabbinat, und da ihm in Folge seines großen Rufes als Gaon Hunderte von Schülern zuströmten, verbreitete er durch seine große Jeschiwa die Thora in Ungarn. Welchen hohen Rang er unter den damaligen Gaonim eingenommen hatte, dies ersieht man aus den vielen an ihn gerichteten rranwi, von welchen wir nur eine von Rabbi Ezechiel Landau im y-nr rrnrra hervorheben wollen, in der ihm derselbe den höchsten Ehrentitel, mit dem man einen Talmudgelehrten zu dieser Zeit ausgezeichnet, beilegt. Aus dieser ist auch ersichtlich, daß Rabbi Ascher Lemel Lewy und Rabbi Ezechiel Landau mit einander verschwägert waren, wie es auch zu damaliger Zeit üblich gewesen, daß sich die ^hj mit einander verschwägerten. So heißt es in der v" nztitti im rmrra y-nj; jo dwbv n-in tt» -jrmo cm» -raa nn «axp fo inb kub* Amsi y-rrn ,*iwn ynem m»ra jrro zvz mS-n» inen tu« bvyb ,-na n*tw n*y p*c iimoi atonal mro iv ipk p*pn am. Aus dem Wortlaute der nach althebräifchem Style verfaßten Grabschrift seiner roxo in Eisenstadt, wo er neben dem vr» o**ino gebettet ist und den in derselben nach dem damaligen Gebrauche enthaltenen, von der übrigen Schrift hervorstechenden großen Buchstaben ersehen wir, daß Rabbi Ascher Lemel Löwy ein Nachkomme und Urenkel des berühmten Rabbi Jakob Ben