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Der Israelit · 1901-10-08 · Heft 78-79 (8.10.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 78-79 (8.10.1901)
Date
1901-10-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1698 merksamkeiten in überaus großer Zahl von hier und auswärts zu Theil. Das Geschäftspersonal ließ durch den Disponenten eine prachtvoll ausgestattete Adresse überreichen. Gin Festessen in den Geschäftsräumen vereinigte eine große Zahl Festtheilnehmer, wobei es an Toasten. Festliedern etc. nicht mangelte: Der Jubilar bekleidet seit vielen Jahren das Ehrenamt eines Vorstehers des Beth Hamidrasch. Ein Jude in des Wortes vollster Bedeutung. Wyschtt»ten, 26. Sept. Die Anwesenheit des deutschen Kaisers in unserm Grenzstädtchen wird noch immer viel besprockM. Bekanntlich sind aus der Schatulle des Kaisers schon zu Anfang September 10.600 Mark an die Abgebrannten zur Auszahlung gelangt. Aus ein Dankschreiben des Komitees antwortete der Kaiser: „Ich danke bestens für den freundlichen Segensgruß. Ich habe mich gefreut, zur Linderung der dringendsten Noth der vom Brandunglück Betrossenen beitragen zu können und hoffe, daß das Komitee durch reichliche Spenden barmherziger Menschenliebe in den Stand gesetzt werde, den in ihrer wirthschaftlichen Existenz schwer bedrohten Unglücklichen noch weiter Hilfe zu senden." Außer der Geldspende sorgt der deutsche Kaiser für die meist jüdischen Abgebrannten noch in anderer Weise, indem er, wie die Blätter melden, täglich r>00 Pfund Brod und koscher geschlachtetes Fleisch durch deutsche Beamte aus dem Marktplätze Hierselbst vertheilen läßt. Fürth. nar. "ppt "pa'i T-» Frage Deinen Vater, er wird Dir es verkünden, Deine Alten, sie werden es Dir sagen, warum besonders in unserer Stadt die traurige Nachricht vom Hinscheiden des Herrn Rabb. Dr. Auerbach s. A. so große Theilnahme und Betrübniß erweckte. Hatten wir doch ca. zehn Jahre das Glück, uns an dem Lichte dieses großen Mannes zu erfreuen,' hier begann seine bedeutende Laufbahn, als er sich im Jahre 1862 bereit erklärte, seine ganze jugendliche Kraft dem Gedanken zu widmen, eine jüdische Bürgerschule nach seinem Sinne zu gründen und als deren Leiter sie dem vorgesteckten Ziele zuzufübren. Man braucht den Verstorbenen nicht persönlich gekannt zu haben, man braucht nur die Begeisterung für ibn bei allen seinen Schülern und zahlreichen Freunden zu bewundern, und die ersprießlichen Erfolge seiner hiesigen Thätigkeit zu ermessen, um die Bedeutung dieses ’r-tn Vh3 zu erfassen. Er verstand es, seine Schüler zu begeistern, so daß üe nicht demZwange gehorchend, sondern mit Freude zum Studium der Thora herankamen: immer größer und größer wurde der Kreis von iungen Leuten und 'bvz. die bezaubert von seiner Liebenswürdigkeit, hingerissen von seinem Geiste u. seinem tiefen Wissen, alles imStiche ließen, um ihm in sein Lehrzimmer zu folgen und seinen interessanten Vorträgen zu lauschen. Seine Lieblingsidee scheint es gewesen zu sein, und darauf war hauptsächlich sein Aygenmerk gerichtet, bei den jungen Kaufleuten die Liebe für die Thora zu erwecken und sie zu echten Jehudim heranzuziehen, und es war ihm kein Opfer zu schwer, keine Stunde zu früh und keine Stunde zu spät, um sie nicht mit Freude dem Studium der Thora zu widmen. „Nicht lernen können," sagte er oft, „ist ein Fehler, lernen wollen, macht diesen Fehler wieder gut." So verstand er es, jeden Einzelnen in seinem Bestreben, Thora zu lernen, zu bestärken, und so für das wahre Judenthum zu gewinnen. Nicht unerwähnt möchte ich noch lassen, wie unermüdlich und unverdrossen sich der Verblichene in ~zn r./Ss" hp”!“ den hiesigen Armen soivohl als besonders auch den durchziehenden cvrrx gegenüber gezeigt hat. Niemand betrat vergeblich seine Schwelle, ja, er gab noch besonderen Auftrag, kein Armer sollte die Stadt verlassen, ohne seine Unterstützung und Gastfreundschaft in Anspruch genommen zu haben. Meine Feder ist zu schwach, um alle die Verdienste des Verblichenen, besonders jene, die sich der Verstorbene um die hiesige Schule erworben, entsprechend zu würdigen, und will ich nur noch bemerken, daß die von ihm in's Leben gerissene jüdische Bürgerschule in seinem Sinne bisher weiter geführt wurde und daß auch diesbezügliche Garantieen für die Zukunft vorhanden sind. Ano Bavcrn, 26. Sept. soiv njm vy n:-r->n ’oy nz nb'.nz mz&j b'~i: 122» -v rmmn—bxi txis ribnJ (Map. 14, Vers 17 rrar). „Thronen entströmen meinen Augen Tag und Nacht und sind nicht zu stillen, denn einen großen Schaden hat die jungfräuliche Tochter meines Volkes erlitten, einen sehr schweren Schlag." Wenngleich am Grabe unseres unvergeßlichen, leider zu früh der Erde entrissenen Dr. Selig A u e r - b a di s. A. eine große Anzahl Redner sich vernehmen ließen, so >var es doch nur ein einziger, der dem theuren Dahingeschiedenen im Namen derer, denen er in der ersten Kraft seiner Jugend der treue Lehrer und Führer war, den letzten Scheidegruß entbot. Da es jedoch eine größere Anzahl Schüler sind, die dem Verblichenen in den ersten zehn Jahren seines Wirkens in Fürth so viel verdanken, möge es noch einem derselben gestattet sein, auch an dieser Stelle das Andenken des ausgezeichneten Mannes, zu ehren. Zu einer Zeit, wo die meisten jungen Leute noch zu Füßen ihrer Professoren und Rabbiner aus Universitäten und Rabbinerschulen dem Studium obliegen, wurde Dr. Auerbach s. A. aus eine Stelle berufen, zu der man gewöhnlich nur Männer mit langjährigen Erfahrungen befähigt erachtete. Eine kleine Anzahl wahrhaft orthodoxer Männer in Fürth beschloß Anfangs der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, eine Schule zu gründen, wo neben profanen Wissenschaften das Thorastudium, wie nicht minder der Talmudunterricht gepflegt werden sollte. Schwierig war die Aufgabe dieser Männer, allein das Ziel schien diesen begeisterten Anhängern einer solch' heiligen Sache

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