Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 100 (19.12.1901)
- Date
- 1901-12-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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2213 Wort gebrochen und als Rechercheur des „Kl. Journ." in Könitz in einer Weise gehandelt habe, daß er von dort bei Nacht und Nebel habe flüchten müssen. Der Gerichtshof sprach den Verklagten Bruhn frei und derurtbeilte Dr. Bötticher zu 259 Mk. Geldstrafe. Bon der Verhängung einer Freiheitsstrafe sei Abstand genommen worden, weil zu damaliger Zeit die Wogen der Erregung wegen der Konitzer Mordsache besonders hochgingen. Dem .Kläger sei die Befugniß zugesprochen, das Urtheil in der „Staatsb.-Ztg." und int „Kl. Journal" zu veröffemtichen. Walldmi i. P., 16. Dez. Am '.»iontag, den 9. d. Mts. feierten die Lippmann S t e r n w e i l e r 'schen Eheleute das seltene Fest ihrer „goldenen Hochzeit" im K-eise ihrer Kinder, zahlreichen Enkel und Verwandten in ungetrübter körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Von der Liebe und Berehrnng, deren sich das hochbetagte Jubelpaar in Rah und Fern erfreut, legten die zahlreichen Glückwünsche und Ovationen ein erhebendes Zeugnis; ab. Schon am Vortage des Keckearatulirten der „Jsr. Frauen- und Wohlthätigkeitsverein" und übergaben ehrende Präsente: dem Jubilar einen silbernen Pokal, der Jubilarin, welche über 29 Jahre in selbstloser Weise das Ehrenamt einer Präsidentin des Frauenvereins einnimmt, ein Gebetbuch. Am Morgen des Festtages erschien Herr Bürgermeister Abel und überreichte im Namen und Aufträge unseres Großherzoglichen Paares in einer erhebenden Ansprache und Beglückwünschung dein Jubilar ein Ehrendiplom und der Jubilarin von unserer allverehrten Großherzogin einen prachtvollen Regulator. Tief gerührt ob dieser fürstlichen Auszeichnung sprachen Herr und Frau Sternweiler den innigsten Dank aus. Um 12'^. Uhr begann in der delorirten Sdnagoge, welche bis auf den letzten Platz besetzt war, die gottesdienstliche Feier, wobei Herr Bezirksrabbiner Dr. P i n k u s ein schönes Lebensbild von dem segensreichen Wirken und Streben des begnadeten Jubelpaares entwarf. Nach der Synagogenfeier erschien der Synagogenrath und sprach seine Glückwünsche und die der israelitischen Gemeinde den Jnbilaren aus. Bei der darauf folgenden Familienfeier im „Goldenen Stern" gedachte Herr Bürgermeister Abel, welcher, zur allgemeinen Freude Aller, bis zum Schluffe dem Feste beiwohnte, sowie Herr Leop. Sternweiler in begeisterten Worten unseres hohen Fürstenhauses. Außer den verschiedenen Toasten, die von den Festgästen unserem Jubelpaare gewidmet wurden, traten eine große Zahl Glückwunschtelegramme von Nah und Fern ein. Alle Festtheilnehnier waren von der Ueberzeugung durchdrungen, daß dieser Tag ein erbebender Fest- und Ehrentag für das Jubelpaar und seiner Familie, als auch für die Gemeinde Walldors war und bleiben wird. Wir wünschen, daß Herrn und Frau Lippm. Stern- >neiler ein ungetrübter heiterer Lebensabend beschieden sein möge. Bad Kissingen. Am "cs u»Tr hat die in iveitesten Kreisen rühmlichst bekannte Frau D i n a E h r e n r e i ch ihre letzte Ruhe gefunden. Sie war die Gattin des leider vor zehn Jahren so früh verstorbenen jüdischen Gemeindelehrers, des Herrn E. Ehrenreich. Sie hat es auf's Beste verstanden, ein echt jüdisches Haus zu führen, nachdem sie im elterlichen Hause als Tochter des » v b n x ü t » j?:; x b •o-no yviö pcS “nti ,t~x “3T und seiner noch lebenden Gattin — nvn.'tn rrjr “'"iN’ *rr — in Beitshöchheim bei Würzburg, ein so herrliches Beispiel vor sich gesehen haite. und mit reichem jüdischen Wissen in die Ehe getreten war. Biel, viel mußte die Dahingcschiedene in ihrem Leben ertragen. Sie mußte in den besten Jahren den thenren Gatten verlieren, mit dem sie in harmonischer Ehe so viel Gutes in ihrer Gemeinde gewirkt hatte. Zwei Söhne sind der Berelvigten gestorben. All' das vermochte sie nicht niederzudrücken und gab ihrer nxr nur neue Nahrung. Mit doppelter Energie und Gewissenhastigkeit war sie nun allein darauf bedacht, ihre Kinder in nxwi r,Yr zu erziehen. Ihr Restaurant, das sie s. Zt. gemeinsam mit ihrem Gatten auf Veranlassung von Frau Dr. I. Hildesheimer begründet, hat sic aus kleinen Anfängen zu einem mustergültigen Hotel emporgehoben. Es ist überflüssig, ein Wort über dessen Bedeutung anzufügen, nachdem es in der jüdischen Welt Auen so ausgezeichneten Ruf genießt. In diesem Berufe bat Frau Ehrenreich ihren Wohlthätigkeitssinn reichlich betbätigt an Armen jeder Konfession, ohne daß die Oeffentlichleit, vis nach ihrem Tode, viel davon erfahren hätte. Für die Gesammtheit wirkte sie ebenso energisch, trotz ihrer vielen, häuslichen Pflichten, als Mitglied des „Jüdischen Frauenvereins." Bon der tiefen Trauer um ihren Heimgang gab die große Theilnahme an ihrer Bestattung beredten Ausdruck. Mit Rückücht auf den P'i“ csi mutzten die Herren Dr. Tachauer-Würzburg und Distrikts-Rabb. Dr. Stein-Schweinfurt, am Grabe selbst von einem würdigenden Nachrufe absehen. Herr Dr. Stein hat dann während der Trauerwoche im Trauerhause in innigen Worten ein Lebensbild der Verstorbenen gezeichnet und der großen Trauer um sie Ausdruck verliehen. Möge der Allgütige der alten Mutter, den Ge sch'vistern und den Kindern der frommen Verstorbenen Trost verleihen und ihnen die Krafi geben, den schweren Verlust zu ertragen, und möge ihr Andenken den Kindern, die ganz in ihrem Sinne fortleben und wirken, zum Segen gereichen. Ungarn. Budapest, im Dez. Laut amtlicher Statistik haben »ch im Jahre 1999 auf dem Gebiete Ungarns nicht weniger als 441 Juden taufen lassen. Angesichts dieser stetiraurigen Thatsache ruft das hiesige neologe Wochenblatt: „Erwachen wir'." Erwachen sollten freilich in erster Reihe die Organe und leitenden M ä n n e r der Reologie, die es nicht als inkompatibel betrachten, Leute, die ihre Kinder snstematisch tauten lauen, als jüdische Kultusrcpräsentanten, einen Rav Inner, der M U cf) e fl e u einsegnet, als Kurator des