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Der Israelit · 1901-09-26 · Heft 76-77 (26.9.1901) · page 57

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 76-77 (26.9.1901)
Date
1901-09-26
Page
– (sequence 57)
Language
German
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Deutsch ia der IV., Deutsch, Heimathkunde und biblische Geschichte (in deutscher und hebräischer Sprache) in der III., Deutsch, jüdische und Weltgeschichte (hebräisch und deutsch), Geographie, Naturkunde, Rechnen und Englisch in der I. und II. Klasse kombinirt. Das wohlwollende und innige Interesse der genannten Herren an unserer Schule findet in deren Urtheilen beredten Ausdruck. Der vergangene Sommer sowohl, wie die ersten drei Monate des Winters waren hier in gesundheitlicher Hinsicht sehr ungünstig. Ausser den klimatischen Krankheiten, Malaria und Augen leiden, traten auch Influenza, Meningitis und in besonders starker Weise eine Pockenepidemie auf. Um der Gefahr der Ansteckung vorzabeugen, Hessen wir sämmtliche Scnüler rechtzeitig impfen, mit dem Resultate, dass G. s. D. Keiner unserer Zöglinge von der ansteckenden Krankheit betroffen wurde. Die Kosten der Impfung trag in zuvorkommender Weise der Verein „LemaanZion“. Infolge der abnormen Gesundheitsverhältnisse, welche das chronische Elend noch erhöhten, mussten wir die Unterstützung an Kleidern und Schuhen in diesem Winter einer grösseren Anzahl armer Zöglinge als sonst gewähren, so dass von dem für das Winter-Semester an Schulgeld und Entschädigung für Schreibmaterialien eingegangenen Betrag von 50136 Frcs. sich nur ein Ueberschuss von 93 30 Frcs. ergiebt. Die Gesammteinnahme an diesen Geldern betrug im vetflossenen Jahre 1046 36 Frcs., zwar ein geringfügiger Betrag im Vergleich zu den steigenden Ausgaben der wachsenden Anstalt, jedoch ein erfreulicher Beweis für die Bereitwilligkeit der hiesigen armen jüdischen Bevölkerung, ihr Scheiflein zu den Kosten einer zweckmässigen Erziehung ihrer Kinder beizusteuern. Das durch Krankheit hier erhöhte Elend hat in gerechter Weise auch außergewöhnliche Hilfe aus Europa und Amerika zur Folge gehabt, und waren wir in der angenehmen Lage, an der zweckentsprechenden und gerechten Verwendung der Gelder mitzuwirken, und die Prinzipien der modernen Armen-Unterstützung, im Gegensätze zu dem hier eingewurzelten „Chalukah"- Sys lern, zu vertreten. An dem Leichenbegängnisse des österr.-ungar. Konsuls, Herrn Schaffrath, betheiligte sich der gesammte Lehrkörper. Am 1. September wurde hier, wie in der ganzen Tü/kei, das 25 jährige Regierungsjubiläum Sr. Majestät des Sultans gefeiert, und nahm der Director, als Mitglied der Beglückwünschungs- Deputation seitens der Aschkenasim-Gemeinde, Gelegenheit, dem Gouverneur auch Namens der Schule Glückwünsche zu übermitteln. (Fortsetzung folgt.) Die erziehliche Thätigkeit. der Alliance Xsraelite Universelle. Von Dr. Arnold Ascher. (V. Fortsetzung.*) Und in den Ausführungen heisst es u. A. »Nicht ohne stolzes Bewusstsein spreche ich das Wort „Israel“ aus. Woran erinnert nicht Alles dieser Name! Ihm verdankt die monotheistische Idee ihr Dasein, und aus seiner Religion, aus seiner erhabenen Sittenlehre haben die anderen Nationen ihre Heilslehre geschöpft Nie hat ein Volk so gelitten, wie Israel. Unaufhörlich hat es gekämpft, kämpft noch bis auf den heutigen Tag und wird bis zu dem Zeitpunkte kämpfen, wo alle Geister anerkennen werden, dass kein Volk so Grosses geleistet wie Israel, indem es zuerst die Einheit Gottes den Menschen geoflenbart.“ (Konstantinopel.) Und ein anderer Aufsatz: „Nur unseren frommen Gefühlen haben wir es zu verdanken, dass wir noch bis zum heutigen Tage bestehen. Wir haben allen Verfolgungen widerstanden, während diePhönicier, Philister, Griechen und Römer, deren Licht so glanzvoll gestrahlt, verschwunden sind. Noch mehr: durch alle Zeiten der Verfolgung haben wir nicht aufgehört, die Wissenschaft zu pflegen, und grosse Männer, wie Maimonides, Ihn Esra, Spinoza, Mendelssohn, etc. hervorzubringen.“ (Damaskus.) Es liegt uns, die wir der jüdischen, za so grosser Mission berufenen Nation angehören, die Pflicht ob, mit stolzem Bewusstsein den Namen „Jude“ zu tragen. Israel allein war es vergönnt, zuerst das Dasein Gottes zu verkündigen. Ihm ist die Torah an vertraut worden, dieses heilige Bi ch voll der schönsten Gesetze, welche den Geist erleuchten, die Sitten veredeln, und welche schliesslich alle Völker der Erde angenommne *) 8. Nr. 782.

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