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Der Israelit · 1901-09-26 · Heft 76-77 (26.9.1901) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 76-77 (26.9.1901)
Date
1901-09-26
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1680 Aeitung-nachrichte« u«d Eorresp-»de«zerr Deutschland. Hamburg, 18. Scpt. Der vor einigen Jahren in Altona verstorbene Rentier Salomon Joseph Hertz, welcher mit seiner Gattin in mehr wie bescheidenen Verhältnissen gelebt, hinterließ neben verschiedenen kleinen Legaten sür Verwandte und Stiftungen, ein Kapital von 230,000 Mt., für welches Freiwohnungen zur Aufnahme unbescholtener, religiös lebender Familien oder einzelner Personen aus der Altonaer jüdischen Gemeinde erbaut werden sollten. Zu Testamentsvollstreckern ernannte er die Herren Alexander Möller und Marcus Beith, die sich bald nach dem Ableben des frommen Testators mit Treue und Eifer der Sache annahmen, die ihnen viele Mühe und Arbeit verursachte. Sie finden nunmehr, nachdem das Stistsgebäude zum Bewohnen fertig dasteht, und von Jedermann als vorzüglich gelungen gelobt wird, ihre Befriedigung und Belohnung, abgesehen von dem höheren Lohne, der ihnen später für die große Mizwoh cy “ton ViDäS trnon cyi c^rn zu Theil werden wird. Auf spezielle Einladung des Herrn Beith hatte ich heute gemeinsam mit diesem Gelegenheit, mir das in einer vornehmen Gegend Altona's, in der Soninstraße belegene Stifsgcbäudc näher anzusehen, und muß ich bekennen, so geräumige, helle u. luftige Freiwohnungen - - von denen Hamburg wohl an acht Stiftungen besitzt — noch nicht gesehen zu haben. Das Gebäude selbst - — für fünfzehn Familienwohnungen eingerichtet — macht namentlich von außen den Eindruck eines mit reichen Mitteln erbauten Staatsinstitutes. Drei Treppenhäuser führen zu den Etagenwohnungen, deren jede mit den t rc^tijck/.'l Einrichtungen der Neuzeit, wie elektrischem Licht. Warm- und Kaltwasierleitung, Balkon und sonstigen Bequemlichkeiten versehen ist; dazu separate Keller und Böden, sowie verschiedene Waschküchen und Badezimmer mit mechanischen Einrichtungen zur gemeinsamen abwechselnden Benutzung. Der Testator hatte gewünscht, daß auch dem Thorastudium in seinem Hause Rechnung getragen werden solle, weßhalb er zunächst bestimmte, daß einer der Altonaer Klausrabbiner darin wohnen möge. Für diesen wurde im Parterre eine besonders schöne und geräumige Wohnung, bestehend aus vier Hellen Zimmern, schöner Küche. Badezimmer und Pertinenzien eingerichtet und soll der Klausrabbiner täglich einen •>...».£ fernen Die Verwaltung aber trug diesem Wunsche noch besonders Rechnung u. ließ eine sog. Aula Herstellen, die mit parkettiertem Fußboden u. vornehmer Ausstattung versehen, zur Abhaltung von Gebet- und Lernversamnckungen resp. Vorlesungen bestimmt ist. Da es bisher an einem solchen Saal gefehlt hat, kommt diese Stiftung somit der Gesammtgemeinde zu Gute. Hervorzuheben wäre noch, daß auf dem recht schönen großen Garten und Hofplatz eine sein gebaute Sukkoh für die Bewohner des Hauses sich befindet und daß iin Garten jeder Familie eine sog. Theelaube errichtet worden. Kurzum, das Ganze ist ein Muster für alle Diejenigen, die mit dem Plane umgehen, einen Theil ihres Vermögens ihren Mitmenschen zu Gute kommen zu lasten. Die Stiftung, genannt Salomon Joseph und Marianne Hertz-Stiftung, ist durch Kgl. Kabinetsordre genehmigt und besitzt die Rechte einer juristischen Perlon. Bon den kinderlos gebliebenen edlen Testatoren kann mav sagen, aia cbt m vnoroi W33 on*? *nnji ,T3’ ivs 's f-x cbiy ce* mj33T d’J3o, H. B. München, 4. Tischri. Am zweiten Tage des Noschhaschono-Festes ist hier, wie wir bereits berichteten, ein Mann zur ewigen Ruhe eingegangen, der es verdient hat, daß diejenigen Organe, die jüdische Interessen vertreten, von seinem Hinscheiden Notiz nehmen. Es ist dies der frühere Mitinhaber des Bankgeschäfts E. Landauer, Herr Isidor Landauer. Derselbe war eine in den weitesten Kreisen der hiesigen Gemeinde und Bürgerschaft allgeniein geachtete und beliebte Persönlichkeit, wovon auch die überaus zahlreiche Betheiligung bei seinem Leichenbegängnis; Zeugniß ablegte. Doch nur ein kleiner Kreis seiner nächsten Freunde weiß voll und ganz den Verlust zu würdigen, den die hiesige Gemeinde und seine Glaubensgenossen im Allgemeinen durch den Tod dieses edlen, mit allen Gaben des Geistes und Gemüthes gesegneten Mannes erlitten hat. Sprößling einer durch ihre Wohlthätigkeit, Frömmigkeit und Liebe zur Thora ausgezeichneten Familie, die in ganz Bayern und darüber hinaus des besten Rufes sich erfreut, einer Familie, zu deren Traditionen treues und inniges Festhalten am Glauben der Väter, begeisterte Liebe zur heiligen Gotleslehre zählt, hat der Verstorbene von seinen frommen Eltern eine echt jüdische Erziehung genossen und wurde schon frühzeitig in das Studium der Thora eingeführt. Sein Lehrer im Talmud war der vor etwa Jahresfrist verstorbene. als hervorragender Talmudgelehrter berühmte Herr Wolf Dünner s. A. in Köln, der in seinem etter lichen Hause in Hürden jahrelang als Hauslehrer ge wirkt hat. Zu all' seinen großen Geistesgaben besaß der Verstorbene auch noch ein lvunderbar treues Ge dächtniß, welches ihn befähigte, in den letzten Jahren seines Lebens, da ein schweres Leiden ihn heimgesucht hatte, zu der Liebe seiner Jugend zurückzukehren und im Gemorostudium geistige Anregung und Zerstreuung zu finden. Er tvar eine tief religiöse Natur und ein überzeugter, begeisterter Anhänger seines angestammten Glaubens, und er hat dieser Üeberzeugung in allen Lagen des Lebens Ausdruck verliehen. Dein Zauber seiner herzgewinnenden Liebenswürdigkeit konnte sich Niemand entziehen, und er zählte denn auch zu seinen Freunden hervorragende Beamte, geistliche Prälaten

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