Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 76-77 (26.9.1901)
- Date
- 1901-09-26
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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42. Jahrgang. Dritte Mil. zu Jß 7ti & 77 des „Israelit". Leitender Artikel. AckMmsjiBc xsflljrcöucrfrtiiuiiliuui kt isriitl. iJtljttrfiiiiifrfiij Htfftiis. Am zweiten Pfingftfeiertage dss. Js. fand zu (lasset im Saale des Arbeitersortbildnngsvereins die :>!. Jahresversammlung der israelitischen Lehrertonferen.; Hessens statt. Der Vorsitzende, College A m r a m - Borken, eröffnete die Bersammlung. In längerer Ausführung gab er einen Ueberblick iiber die Lage der Lehrer in den letzten drei Jahrzehnten, unter besonderer Berücksichtigung der segensreichen Wirksamkeit der Lehrervereine. In einem mit Begeisterung aufgenommenen Mahnrufe an die Lehrer, das Errungene zu schützen und zu hüten, klang die inhaltsreiche Eröffnungsrede aus. Nachdem der Vorsitzende den erschienenen Ehrengästen den ehrerbietigsten Willkommengruh entboten, nahm Herr Landrabbiner Dr. P r a g e r das Wort, um die Konferenz seines und des israelitischen Borsteheramtes Wohlwollens zu versichern u. darzuthun, wie die Wirksamkeit deS Nabbinen wesentlich gestützt werden könne durch die des Lehrers. Die ans dem Herzen kommenden Worte verfehlten nicht den Eindruck, der in lautem Bravorufe zum Ausdrucke kam. — Herr Synagogenälteste E. P laut überbrachte die Grüße der Synagogengemeinde Eassel. Das Bureall konstitnirte sich wie folgt: Kollege D p V e n h e i nr - Treysa übernahm die Stellvertretung des Borsitzenden, während die Unterzeichneten als Schriftführer ihres Amtes zu walten hatten. Der Vorsitzende verlas den Jahresbericht. Derselbe berichtete iiber die Thätigkeit des Ausschusses und thcilte mit, daß auf die Eingabe betr. der Vergütung des Borsängerdienstes aus Grund des Besoldungsgesetzes noch leine Antwort eingegangen sei. (Inzwischen ist diestlbe nun allerdings in negativem Sinne erfolgt.) Weiter enthielt der Bericht die Mittheilung, daß die neu bearbeitete vierte Auflage unseres Lesebuches der Königlichen Negierung zur Genehmigung vorgelegt sei. In ehrender Weise gedachte der Bericht der Tobten des Jahres, des ehemaligen Kultusministers Dr. Falck l!nd des Geh. RatheS Dr. Wehrenpfennig, die sich in der Lehrerlvelt ein dauerndes Denkmal gesichert und denen die israelitischen Lehrer Hessens besonderen Dank schulden, solvie des Vorsitzenden des „D.-J. G. B. ", Geh. Nath Dr. Kristeller. Ferner gedachte der Bericht des Heimganges des emeritirten Kollegen Leon Frielendorf. Die Versammlung ehrt das Andenken der Verstorbenen in herkömmlicher Weise. Kollege Strauß- Marburg erhielt nun das Wort zum Bortrag seines Referates: „Inwieweit sind Talmud und Midrasch beim biblischen Geschichtsunterrichte zu verwerthen?" Der mit viel Fleiß und großer Sachkenntniß ausgearbeitete Bortrag entfesselte einen rvahren Beifallssturm. Die gediegene Arbeit soll auch weiteren Kreisen durch Drucklegung zugängig gemacht rverden. Außerdem erklärte sich Referent auf Wunsch der Versammlung bereit, ein Kompendium zu ediren, das eine Auswahl der beim Unterrichte verlvendbaren Talmud- und Midraschstellen für die Hand des Lehrers enthalten soll. Der Vorsitzende brachte den Dank der Konferenz in schönen Worten zum Ausdruck. An der sich anschließenden Debatte betheiligten sich neben Herrn Dr. Prager die Kollegen Neuhaus-Gurhagen, Rußbanin-Hersfeld, Perlstein-Gudensberg und Rosenstein-Rotenburg. Die Debatte ergab unveränderte 'Annahme der aufgestellten Leitsätze. Kollege Oppenheim-Treysa verlas den Kassenbericht, worauf eine kurze Pause eintrat. Rach Wiederaufnahme der Verhandlungen rügte der Vorsitzende die schwache Betheiligung an der diesjährigen Versammlung, besonders gerade seitens der in Eassel selbst ansässigen Kollegen. Von ihnen hatte Herr Seminardirektor Dr. Lazarus, der einer Familienfeier wegen anslvärtS sein mußte, der Versammlung telegraphisch seinen Gruß und freundliche Wünsche ausgesprochen. Die Bersammlung erinächtigte sodann den Ausschuß, die zur Herbeiführung der besonderen Besoldung des 'Vorsängerdienstes erforderlichen Schritte zu thun. Nachdem der Vorsitzende mit ganz besonderer Freude den trotz amtlicher Abhaltung doch noch am Nachmittage erschienenen langjährigen Ehrengast, Herrn Provinstalrabbiner Tr. Munl-Marburg begrüßt hatte, erfolgten ans den Reihen der Konfcrenzmitglieder einige allgemein interessirende Mittheilungen aus dem Berufsleben. Die 34. Jahresversammlung wird in Eschivege stattsinden. Die Kollegen Spier-Gemünden und Stahl Bebra baben das Referat resp. Korreferat iiber „Jugend- und Bolkslitieralnr" übernommen. Mit dem 'Wunsche eines frohen Wiedersehens in Eschivege schloß der Vorsitzende die 33. Jahresversammlung. Eine frohe Stimmung herrschte bei dem gemeinschaftlichen Mahle im Hotel Meier. Launige und sinnige Tischreden erhöhten die Heiterkeit und ließen des Tages Mühe bald vergessen. Der Konferenztag ist doch für manchen Lehrer ein Festtag, und so soll es sein. Die Schriftführer: Spiro - Fulda, R o s e n st e i n - Rotenburg.