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Der Israelit · 1901-09-26 · Heft 76-77 (26.9.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 76-77 (26.9.1901)
Date
1901-09-26
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1672 tragen im Hochfluge lauterster Poesie von hie und da klassischer Gewalt, und doch — das ist das Wunderbare der poetischen Uebertragungskunst in dieser Arbeit — lehnen sich diese deutschen Gesänge innerlich und äusterlich streng und genau an den Text, vielfach sogar eine fast ivörtliche Ilebersetzung, immer aber dieselben R eimverschlingungen, dieselben Reimwiederholungen, dieselben poetischen Kunstsormen, kurz, diese deutschen Gesänge sind eine getreue, klare Wiederspiegelung der Smiroth, und doch naturwüchsige, für sich selbst bestehende, in eigener Kraft spriestende, dichterische Kunstgebilde. Man must diese deutschen Gesänge lesen, in ihren Gehalt sich vertiefen, an ihrem würzigen Duste sich laben, die ganze Erhabenheit ihrer schwungvollen Weihe aus sich wirken lassen, um ihre ganze Kraft und Bedeutung gebührend würdigen zu können. Wer des Autors vor einigen Jahren veröffentlichte Sammlung deutscher Gedichte: „Die Herrlichkeit Kännels und Sarons" in die Hand genommen und gelesen hat, weist, mit welch' ungelvöhnlich starkem, ausgeprägtem Dichtertalente Gott den Autor begnadet hat. Wir haben die Ueberzeugnng, dass mit den hier vorliegenden Smiroth-Uebertragungen die deutsche Litteratnr um eine Perle von leuchtendein, dauerndem Glanze bereichert worden ist. Ja, lvir sprechen sogar unverhohlen die Ansicht aus, daß, sowie die Smiroth volkSthümliche Bedeutung in dem Herzen und in dein Munde des Gesammt-Judenthums gewonnen haben, so diese hier vorliegenden deutschen Gesänge Gigenthnm der deutschredenden Judenheit zu werden berufen sind. lieber dem Terte jedes ->m ist in geradezu klassischer hebräischer Sprache — in der Handhabung derselben geniestt der Autor einen weiten Ruf — der innere Aufbau sammt Gliederung soivie das Metrum des -et klar und präzis gezeichnet. Heber jedem deutschen Gesänge finden sich in deutscher Sprache nähere Mittheilungen über den sicheren oder auf Grund eingehender Prüfungen ver mutheten Berfasser nebst Lebenszeit desselben. Das ganze Buch stellt sich durch Hinzufügung der V'rsp und -Segens spräche als familiäres Hand- und Hausbuch dar, zumal der Preis vom Berlage, tvie lvir baren, aus ein Minimum erniedrigt wird.*) Wir verfehlen nicht, in diesen Zeilen auf diese neueste litterarischc Arbeit des chrwiirdigen Provinzial- Rabbiners Dr. .Hirschfeld aufmerksam zu machell. Gs ist zweifellos, dast dieses Buch, welches seine Gmpseh lnug in sich selbst trägt, in kurzer Zeit die ansgebreitetste Ginführung in die Häuser Israels finden vstrd. So loünscbcn loir diesem Buche mit dem Schlüsse des einen -ei vom Sabbattage: nzv wn n2*i2 n'.'nb crrc “in brr. Möge jeder zur Weihe des Sabbat die nr::: dieser Arbeit in sein Haus niederlegen! *) Vestellungen auf dieses in den nächsten laaeit erscheinende Buch können einstweilen an die Druckerei dieses Blattes gerichtet werden. Preis brochirt M. 1,50. Red. d. „Jsr." Zeitungsnachrichten und tLorrespondenzen. Deuts ch l a n d. Jlnnksnlt n. M., 17. Qcpt. Die hiesige Metall sirma Beer, S o r, d h e i m er G- G i e., unseres Wisseils das grösste Geschäft in Deutschland, das am Sabbat und isr. Feiertagen geschlossen hält, beging in diesen, Jahre zivei I u b i l ä e u , die es verdienen, auch in diesen Blättern erwähnt gu lverdeu. Am ersten Mai d. I. waren es 2~> Jahre, dast der damals als Lehrling eiugelretene, inzwischen zum Prokuristen avaneirte Herr Jakob B e st Hofs in das Hans eintrat, und am l-ä. September waren es Jahre, dast der ebenfalls mit der Prokura betraute Herr Gduaro I e i st im Hause thätig ist. Dast es bei beiden Anlässen von Seiten der Ghefs, des Personals und der Jreuiide der Jnbilare an Ansmertsamleiten, sinnigen Geschenken und Ghrungen nicht fehlte, ist nicht Aufgabe unseres Berichtes spez. zu erlvähneu, obivohl lvir auch dieses gerne koustatireu. Was uns veranlafzt, der Thätigteit der beiden Jnbilare hier zu gedenken, ist die Thatsaehe, dast beide Herren, obivohl sie Arbeit in Hütte und Jütte haben, ivie es sich bei dem verantwortungsvollen Posten, den sie bekleiden, von selbst versteht, doch gerne Gelegenheit nehmen, ihr reiches .Können allch in den Dienst der jüdischen Attgemeinheit zn stellen. Als vor zlvei Jahren hier eine lvüste Agitalion einsehie, um an Sonntagen sämmtliehe Gesehäste sch liehen, mav Herr Be st hoff einer derjenigen, der dagegen Jront maevte. Gr organisirte Bersamm langen, sammelte Statistiken, belehrte die Gegner und hatte die Genngthnung, dast man bei der definitiven Regelung der J-rage den B'etaühandlnngen erlaubte, auch am Sonntag ihr Personal beschäftigen zu dürfen. Herr Bestboss war Präsiden! des Bereins „Ben Nsiel." in den, der sei. Dr. Beende! Hirsch seine inzloischen in, Druck erselüenenen Borträge hielt, und Herr Bestboss ist jelst.!,ach dem Tode des Meisters, Vorstandsmitglied des Bereins der sieb die Verbreitung Hirsch scher Schriften und Ideen zum Ziele gesetzt. Auel, im Verein rzv -vn." finden mit- Herrn Best hoff als Borstaudsinitglied und schon mancher junge '.Wann ist dnreh diesen Berein vor bewahrt geblieben. Was die austergesehä st liebe Thätigkeit des He-rn I e i st betrifft, sist derselbe vor allem eines der eis rigsteu Mitglieder der i'-Ep"77 der nur selten bei der rrx: fehlt und der auch das s. Z. in diesen Blattern besprochene Schriftcheu: „Die Ausgrabungen ans dem jüdischen J-eiedhofe in Griesheim" herausgab. Herr Jeist ist ferner seit bald dreistig Jahren in uneigennützigster Weise als r^sr, bv- und s—p d>E thätig, und z. Z. versiebt er diese letzteren Funktionen in der Synagoge des sel. Benjamin Niederhofheim, der obwohl selbst ein guter x-ep bvz wegen der seltenen

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