Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 76-77 (26.9.1901)
- Date
- 1901-09-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1664 schaffen, daß wir nur einen Vater haben, daß nur ein Gott uns geschaffen -ins n xbn uW? "inx 2rr x'n dann werden sie auch uns den Palmzweig der Versöhnung reichen, in friedlicher Hütte mit uns wohnen, Len unberechtigten Haß und die unbegründete Feindschaft gegen uns aufgeben und gemeinschaftlich mit uns ück freuen am Hüttenfeste, und gemeinschaftlich mit uns erfüllen jene beiden Mizwoth, die der Mo fchiach nach Rabbi Ehaninas Lehre ihnen bringen wird, nämlich 7012 mas und;raw. Es sei bald in unseren Tagen. Amen. Z-itrrrrgSnachrichtett und iLorrefponVeazen. Deutschland. Frankfurt a. M., 25>. Sept. Am Sonntag vuv fand hier unter großer Theilnahme die Bestattung des nach schwerem Leiden verschiedenen Herrn Julius I e i d e l statt. Die ungewöhnlich große Betheiligung aus den verschiedensten Kreisen der hiesigen Bevölkerung ließen den schweren Verlust erkennen. Ein hervorragender Bürger und sehr geachteter Kaufmann, ein Mann, hervorragend an den besten Eigenschaften eines überzeugungstreuen Jehudi. Ein tüchtiger, vielgeliebter Eharakker, genoß er die seltene Werthschätzung von Arm und Reich. Ein thätiges und opferfreudiges Mitglied der Religionsgesellschaft, war er eine ächte Zierde der hiesigen Judenheit. Die tieftrauernde Familie, die die großen Traditionen des Hausbegründers fortträgt, möge in dem Gefühle allgemeinster Werthschätzung für den Heimgegangenen Trost finden. L. B. Haltrerstadt, 24 September. Am Schabos Abend, gerade mit Schabos-Ausgang, hauchte der Rabbiner der hiesigen israelitischen Gemeinde, Rabbr Selig Auerbach seine edle Seele aus, wieder hat der unerbittliche Tod eine Liicke in die Reihen der Großen Israels gerissen, wieder ist einer jener wahrhaft Großen dahingegangen, wie sie ach, in unserer Zeit immer seltener werden. Die Gesundheit des nunmehr leider Dahingegangenen war feit anderthalb Jahren auf's Schwerste erschüttert. Das Leiden verfchlim werte sich in den letzten zwei Wochen in solchem Maße, daß die um das tbeure Leben zitternde Umgebung erkannte, daß nur ein Wunder hier noch Heilung und Rettung bringen konnte. Rach dem Rathschluß des Höchsten war uns die schwere Prüfung bestimnit, und kaum, daß der Sabbat Schubah dahingegangen, so kehrte die Seele dieses wahren Jisroel zu ihrem Gokle zurück. Möge der Allgükige, bei dem das Waisenkind Erbarmen findet, auch unsere verwaiste Gemeinde in Seinen Schutz nehmen. Eine eingehende Würdigung dieses großen Ver lustes für ganz Israel soll erst nach den heiligen Feiertagen in diesen Blättern veröffentlicht werden, um nicht Ge Festesfreude durch Wühlen in der frischen Wunde zu stören. Heute wollen wir nur kurz von der lauten Klage bei der Beerdigung berichten. Eine Stunde vor der auf drei Uhr Mittags festgesetzten Zeit hatte sich im weiten Lernzimmer des Verblichenen, wohin der Oraun Hatodefch gebracht worden war, in den anstoßenden Zimmern der Wohnung und im Hofe eine dichgedrängte Trauerverfamummg eingefunden, die bewegt den ergreifenden Reden des Sohnes unseres Rabbi's, des Rabbiners Dr. Jsaae A n e r b a ch - Leipzig und des treuen Freundes und Verwandten, Landrabbiners Dr. M a r r - Darinstadt, tauschten, sowie den herzlichen Dantcsworten der Sprecher der Lern- und Wohlthätig teitsvereine der jüdischen Gemeinde. Ein unabsehbares Trauergefolge geleitete dann die sterblichen Reste zum alten Friedhofe, wo sich unser großer Rabbi unweit des Grabes feines berühniten Vaters seine Grabstätte bestimmt hatte. Zwölf Redner nPticiferien mit einander in tief ergreifenden Reden am offenen Grabe, den Verdiensten des Verblichenen und der Klage nur ihn gerecht zu werden. Den Anfang machte Strftsrabbincr R 0 b e l - Halberstadt und unser Gemeindevorsteber Herr Benjamin Hirsch, der Schwager Rabbiner Selig Auerbach's, woraus dann Rabbiner H i r s ch - Hamburg seinem Schmerze erschütternden Ausdruck gab. Reetor Dr. Hoff m a n n sprach im Rainen der Dozenten des Berliner Rabbiner feminars, Hermann G u m pertz Hamburg für das Eiiratoriuln des Rabbinerseminars, Siiftsrabbiner I. zt 0 h u Halberstadt für unsere Klausstiftung, Rabbiner Dr. M u n k Marburg für den „Deutschen Rab binerverband," Rabbiner Dr. B 0 n d i Mainz für die „Vereinigung gesetzestrener Rabbiner Deutschlands," Rabbiner Dr. M. H i l d e s h e i m e r - Berlin für die dortige Gemeinde Adaß Jisroel. Rtit den Reden des Herrn Rabbiner Dr. E a h n - Fulda, Herrn F e I - s e n st e i n - Fürth, der für die dortige Realschule deren ehemaligem Direktor Worte der Anerkennung widmete, des Herrn Rabb. Dr. David- Düsseldorf, schlossen die beredten Aenßerungen tiefempfundener Trauer. Im Trauerhause sprachen dann noch nach dem Miricha bezw. Rtaarivgebete Landrabbiner Löb Euidrll und Distrittsrabbiner Dr. K 0 h n Ausbach. Ferner sahen wir noch unter der großen Anzahl der Leidtragenden Herrn Professor Dr. Barth ans Berlin, Herrn Dr. Hirsch Hildesheimer- Berlin, Herrn Rabbiner Dr. M unk- Berlin, Herrn Rabbiner Dr. Anton W 0 bel und Herrn Dr. P e t n ch 0 w 2 k i - Berlin. Herrn Rabb. Dr. Bendix W 0 l f ' Köln, Herrn Dr. Lange, Direktor der Realschule der JSr. Religionsgesellschaft zr, Frankfurt a. Rk., solvie fast sämmtliche Mitglieder deS CnratoriumS des Ber liner Rabbinerseminars u. diele mehr, deren Rainen alle einzeln anfznfnhren nnS leider der Raum nicht gestaltet.