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Der Israelit · 1901-12-16 · Heft 99 (16.12.1901) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 99 (16.12.1901)
Date
1901-12-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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ü 2196 Sium über .21212 2222 im Central-Hotel der hiesigen n'n nt an abgehalten. Die Bedeutung dieses Festes ist für unser Gemeindeleben um so denkwürdiger, wenn man bedenkt, daß schon seit Menschenalter, mit Ausnahme bei dem Rabbiner, der m.-. n-£,i? aus der Gemeinde gewichen zu sein schien. Es muß daher mit besonderen Danke den Mitgliedern der Chewra, insbesondere dessen Präsidenten. Herrn David F r e n k e l, Anerkennung gezvllt werden, der sich mit besonderem Eifer dieser hochwichtigen und heiligen Angelegenheit gewidmet und so eine kräftige Stütze unseres Herrn Rabbiners, Dr. Staripolsky, geworden ist. Mit kleinen Anfängen begann unser Herr Rabbiner. Ein bis zwei Mal wöchentlich wurde einer kleinen Schaar 'J"v tnpp vorgctragen. Der Lerneifer nahm zu und unser Rabbiner begann nun mit nncu und jetzt hat er den Erfolg, die 211222 "102 vollendet zu haben. Mit aus dem Herzen kommender Rührung begann daher unser Herr Rabbiner seinen rnn mit den Schlußworten des Jerusalemer Talmuds von Traktat 211222, welche lauten VK”r7V 2IV22.2 HK 2>'K2 CK 2Ö1K 22V (2 fiyCV '22 '721 0^12 22V i>2p2 221K1 N2 P7N2I21 212V 2K2 .22121.2 sv s2'2> .nb nivvb 2iv -[min ncn nvvv 20 Ja, wahrlich, es gibt keine heiligere und keine wichtigere Aufgabe in jetziger Zeit für einen Rabbiner, als mit seinem ganzen Können und Wollen für das Studium der Thora einzutreten,' denn K'22 210^.2 wj tH. Das Fest verlief sehr schön und wurde durch 22,21 '222 gewürzt. Als Gäste fanden sich ein: Herr Rabbiner Dr. Buttenwieser aus Straßburg, ferner die Herren Dr. Beno Cohn, Julius Meyer, Zahnarzt Oppenheimer, alle Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Straßburg. Bis nach Mitternacht blieben die Festgenossen in heiterer Stimmung beieinander. und jeder Einzelne schied mit dem Bewußtsein, daß er einer 21*2 bv n2ij?D beigewohnt hat, die er in dieser Weise bei der Vollendung des Traktat 212V ebenfalls zu feiern sich wünsche. Es bleibt noch übrig zu berichten, daß die 2171 2222 unserem Herrn Rabb. Dr. Staripolsky zum Andenken an diesen Sium eine prachtvolle, aus Silber angefertigte Chanukalampe gewidmet hat. Dem Vereine und dessen würdigen Präsidenten, Herrn David Frenkel, rufen wir ein fCKi pm zu. Möge der Allmächtige dem Vereine Blühen und Gedeihen schenken 2''2K 2i'2K2bi 22121 b'-anb. Hinzufügen wollen wir noch, daß die Küche und Keller des Gastwirthes des Central-Hotels, Herrn Meyer Marx, sich des ungetheiltesten Lobes aller Anwesenden erfreute. 3»itu«gKnachr1chterl und Vorrefpondenze«. Deutschland. Berlin, im Dez. (Antisemitismus in fachwissenschaftlichen Zeitschriften.) Daß der Antisemitismus selbst in streng fachwissenschaftlichen Zeitschriften Platz finden kann, dafür liefert das ärztliche Vereinsblatt für Deutschland, Organ des deutschen Aerztevereins-Bundes, ein merkwürdiges Beispiel. Dieses Blatt enthielt in Rr. 466 und 467 (Sept. 1901) einen Artikel über „wahre und falsche Heilkunde" von Professor Dr. Max Flesch in Frankfurt a. M. Der Verfasser sprach sich darin u. a. über die ungünstigen materiellen Verhältnisse vieler Angehöriger des ärztlichen Standes aus, bestritt, daß die soziale Gesetzgebung daran schuld wäre. Dagegen müsse er anerkennen, daß in dem ärztlichen Stande z. Z. eine Ueberfüllung vorhanden sei und zwar durch folgende Ursachen herbeigeführt: Durch das Einjährigen-Wesen, welches die Jugend, und namentlich aus den minder bemittelten Kreisen des Mittelstandes in Massen der Gymnasialbildung und auf Grund derselben dem Studium zuführt, ferner durch den Antisemitismus, der die gymnasial ausgebildeten Deutschen jüdischer Konfession vom Offiziersstande und Verwaltungsdienst, vielfach von der Richter¬ und Oberlehrerkarriere fernhalte, so daß nur der Anwalt- und der Aerzteberuf übrig bleibe, und ferner durch das Spezialistenthum. Am Schluß sprach sich Prof. Flesch gegen die Standesgerichte aus, welche nun einmal immer Gefahr laufen, wie im Dreyfus-Falle augenblicklichen Strömungen innerhalb des Standes Rechnung zu tragen, und damit dem Stande eine Blöße zu geben, die seine Gegner jederzeit ausnutzen können. Diese sicherlich objektiven Ausführungen gaben in Rr. 60 (Rov. 1901) der genannten Zeitschrift Herrn Dr. Wiebel in Rüsselsheim a. M. Veranlassung, den Ausführungen des Herrn Prof. Flesch entschieden entgegenzutreten und dabei Folgendes zu schreiben: „Daß sowohl diese Ausführungen in mehr als einem Sinne als auch die wiederholte Anwendung jenes parteipolitischen Schlagwortes und die Anspielung auf das „Standesgericht" im sog. Dreyfus-Prozeß nicht nach Jedermann's Geschmack sind, darüber ist sich der Verfasser wohl klar gewesen, ebenso über die Möglichkeit, daß ihm ein Vertreter der entgegengesetzten Anschauung in diesen Blättern erwiedern würde; ich glaube z. V., daß ein großer Theil der deutschen Aerzte, von grundsätzlichen Gesichtspunkten ausgehend, lieber 100 jüdische Kollegen in unserem Stande sehen würden, als einen jüdischen Leutnant oder Regierungspräsidenten. Ich will jedoch lediglich aus dem Grunde, weil ich dieses Blatt für einen dazu durchaus ungeeigneten Ort halte, diesmal darauf verzichten, die obigen Gedankengänge des Herrn Verfassers in meinem Sinne weiter auszuspinnen." Man wird sich in der That die Frage vorlegen, wie in einem ärztlichen Fachblatt eine derartige antisemitische Aeußerung ihre Stelle finden konnte, welche für den Verfasser um so charakteristischer ist, als er damit seinem eigenen Stande sicherlich keinen Dienst erweist.

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