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Der Israelit · 1901-09-19 · Heft 74-75 (19.9.1901) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 74-75 (19.9.1901)
Date
1901-09-19
Page
– (sequence 19)
Language
German
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WW LU"4 ■ 1641 weite Kreise trauern aufrichtig mit der so schwer heimgesuchten Familie, denn mit Fug und Recht läßt sich in diesem Falle der Satz anwenden: -ipc’ ’3 mpcj ■pene. „Du wirst vermißt werden, denn Dein Platz wird leer bleiben!" O e st e r r e i ch. Wien. (Die Juden in der Armee.) Die von dem österreichischen statistischen Amt herausgegebene „Monatsschrift für Statistik" bringt die Ziffern Uber die einzelnen Confessionen in der österreichischen Armee. Danach dienten am 31. Dezember 1900: Römisch-Katholische 181249 — 791,4 per Lausend, Griechisch-Katholische 24 301 — 106,1 per Tausend, Armenisch - Katholische 24 0,1 per Tausend, Altkatholische 69 — 0,3 per Tausend, Griechisch - Orientalische 1 0,0 per Tausend, Evangelische Augsburger Confeffion 4867 — 21,2 per Tausend, Evangelische Helvetischer Confession 2826 — j2,3 per Tausend, Anglikaner 2 — 0,0 per Tausend, Mennoniten 9 ----- 0,0 per Tausend, Unitarier 37 — 0,2 per Tausend, Lippowianer 4 — 0,0 per Tausend, Juden 7571 — 33,1 per Tausend, Mohammedaner 1172 5,1 per Tausend, andere Confesiionen 3 — 0,0 per Tausend, konfessionslos 17 — 0,1 per Lausend. Zusammen 229 024. Welchen Prozentsatz die Juden in der Bevölkerung bilden, ist zur Zeit nicht genau bekannt, da sie sich seit der Zählung von 1890 vermindert respektive nicht so vermehrt haben, wie die anderen Confessionen. Damals betrug die Zahl der Juden in Oesterreich 48 pro Mille der Bevölkerung. Roch zwei Faktoren sprechen mit, um die Ziffer der jüdischen Soldaten bei Zählungen dieser Art kleiner erscheinen zu lasten: Einmal haben die Juden viel mehr Einjährig-Freiwillige als die anderen Bekenntniste, und bei solchen Zählungen erscheint natürlich nur ein Jahrgang der Einjährigen, dagegen drei Jahrgänge der Dreijährigen. Zweitens wirkt die Auswanderung sehr stark mit, denn es emigrieren naturgemäß gerade die jungen Leute, also auch die Militärpflichtigen am zahlreichsten, und die Juden stellen dazu ein außerordentlich großes Contingent. Sie bildeten im letzten Jahre fast ein Sechstel der Auswanderer, während sie in der Bevölkerung ein Fünfundzwanzigstel bilden. Zieht man diese Faktoren mit in Betracht und dazu die elende Lebensweise der Juden in Galizien, so muh man sich wundern, daß sie noch so viele Soldaten stellen können. Rußland. Petersburg. (A u f e n t h a l t s r e ch t.) Der Senat hat folgende Entscheidungen, das AufenthaltZrecht der Juden betreffend, erlaffen: i) Der verlängerte Aufenthalt eines Juden an einem Orte muß immer als genügender Beweis gelten, daß er dort vor dem Gesetze von 1882 gewohnt habe; denn alle Nachforschungen, welche man über diesen Gegenstand machen könnte, laufen Gefahr, willkürlich zu werden. Die Verwaltung hat durch die Thatsache, daß sie seit langen Jahren den Israeliten nicht gehindert hat, da oder dort zu wohnen, den Aufenthalt einigermaßen gesetzlich gemacht. 2) Die einem Bauer gehörenden, aber den Theil einer Stadt oder eines Fleckens bildenden Ländereien können auch dann an Juden verpachtet werden, wenn die anderen Besitzungen des Bauern sich außerhalb des Bereiches dieser Stadt oder dieses Fleckens befinden. 3) Die mit einem Zeugniß versehenen Mechaniker haben das Recht, sich außerhalb des Territoriums niederzulasten. 4) Die Dekrete, welche die Juden verpflichten, verschiedene Gegenden Sibiriens zu verkästen und sich in den von der Behörde überwiesenen Städten einzurichten, dürfen nur nach einer gründlichen Prüfung der durch das neue Gesetz vorgeschriebenen Aufenthaltsrechte der Juden angewendet werden. 5) Die jüdischen Zündholzfabrikanten, wenn sie auch keiner Korporation angehören, sind ermächtigt, im ganzen Reiche sich aufzuhalten. Reben diesen die gesetzlichen Ueberschreitungen korrigirenden und die amtlichen Härten mildernden Erlassen hat der Senat andere gefaßt, welche die Lage der Juden erschweren: 1) daß die Juden nicht das Recht haben, Direktoren oder Subdirektoren der Gemeindebanken zu werden; 2) daß die in einem den Juden gehörenden aber auf dem Lande gelegenen Hüttenwerke beschäftigten jüdischen Angestellten nicht das Recht haben, außerhalb der Städte, wenn nicht temporär, zu wohnen. — Das Gouvernement von Kiew verordnet neuerdings, daß die zum Landaufenthalte in die Gegend von Kiew sich begebenden Israeliten die ärztlichen Bescheinigungen vorlegen müssen, welche darthun, daß „die Lokalität, wohin sie gehen wollen, zur Wiederherstellung der Gesundheit nothwendig ist." P a l ä st i n a. Jerusalem. Dem sechsten Jahresberichte des Frauenvereins „Esrath-Raschim" entnehmen wir: Je öfter man das Asyl für Unheilbare und Geisteskranke besucht und je eingehender man die Kranken beobachtet, desto mehr lernt man das menschenfreundliche Werk kennen und schätzen, welches der Frauenverein durch die Gründung dieser Anstalt geschaffen. So groß das Elend unserer bedauernswerthen Mitmenschen, deren Geist umnachtet ist, oder derjenigen, die, am -ganzen Körper gelähmt, hilflos jahraps, jahrein auf dem Bette liegen: so erhaben ist auch das Unternehmen, das traurige Dasein dieser Unglücklichsten der Unglücklichen durch zweckmäßige, liebevolle Pflege und medieinisch-hygienische Behandlung angenehmer zu gestalten.

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