Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 74-75 (19.9.1901)
- Date
- 1901-09-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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4L. Jahrgang. Erste Weit, zn j* 74 leitender sUt titcU Teschuboh, Tephillo u. Zedokoh. Zwischen Teschulvo (Buße), Thephillo (Andacht) und Zedokoh (Wohlthätigkeit) war einmal ein Rangstreit ausgebrochen. T e s ch u w o h sagte: Ich bin die grösste von den drei Schwestern. Darum stehe ich auch am Schluffe des Unffanne taukeph-Gebetes an erster Stelle. Teschuwoh, Tephillo und Zedokoh maawirin eff raua haggescro, Buffe, Andacht und Wohlthätigteit überwinden die Strenge des göttlichen Richterspruches. Auch heisst es in der Gemoroh: Gedaulo T e s ch u >v o h schesedaunaus naassin kesochijaus." „Groß ist die B u ff e, denn sie verwandelt Vergehen sogar in Verdienste um." und bemokaum schebaale T e s ch u ln o aumdin en Zaddikim gemurin jechaulin laamaud, „den Rang, den die Bußfertigen einnehmen, auf dem können selbst sündenreine Fromme nicht stehen." Dem trat Tephillo, die Andacht, entgegen und sprach: „Ich stehe höher als du. Ich will von der äußeren Stellung im Unffanne Taukeph absehen, obgleich ich sagen könnte: Man stellt das Wichtigste gewöhnlich in die Mitte. Doch ich bin viel zu innerlich, um auf solche Aeußerlichkeiten Gewicht zu legen. Ich berufe mich aber auf einen Ausspruch des großen Lehrers Rabbi Eleasar im Traktat Berachoth f. 32. welcher lautet: Gedaulo Tephillo jaußer mirnaaffim tauwim, und gleich darauf: jaußer mikkorbonanß, „Die Andacht steht höher als gute Thaten und als Opfer." Da kam die Reihe an Z e d o k o h , und sie sprach: Ihr scheint den Grundsatz nicht zu kennen: maalin bakkaudesch welau mauridin, „Im Heiligen steigt man aufwärts und nicht abwärts, so daß also das Spätere immer das Frühere überragt." Aber auch ich will auf die äußere Stellung kein Gewicht legen. Ich berufe mich auch nur auf Urtheile des Talmud. Der jerusalemitische Talmud, Pea, Kap. 8, sagt: Zedoko ugemiluß schaffodim schekulim keneged kok hammizwauß, Wohlthätigkeit und Handlungen der Menschenliebe haben so viel Gewicht, wie alle anderen Gebote zusammen. Der babilonische Talmud, Traktat Sucka LLb, sagt: Gedaulo Zedoko mikkol hakkorbonauß, W o h l t h ä t i g k e i t ist größer, als alle Opfer, und in Baba Bathra 10 b sogar: Gedaulo Zedoko schemekorewes eß haggeulo, „Groß ist die Wohlt h ä t i g k e i t, denn sie bringt die Erlösung herbei." & 75 des „Israelit." Da sie alle drei dieselbe Autorität für sich hatten, so blieb ihnen nichts übrig, als sich an die höchste Autorität zu wenden, und so traten sie vor das Forum des I a u m H a k k i p p u r i m und baten um seine Entscheidung. Jauni Hakkipurim sprach: „Ihr kennt wohl den berühmten Rangstreit zwischen den „zwei großen Lichtern," zwischen Sonne und Mond am Morgen des vierten Schöpfungstages? Der Mond lvar anfangs ebenso groß, als die Sonne, da trat er hin vor Gott und sprach: „Herr der Welt! Zwei Könige können doch nicht eine Krone tragen? Wir zwei Gestirne können dock nicht gleich groß sein!?" Da sprach Gott zum Monde: „Gehe hin und sei du das kleinere Licht!" — Doch ihr habt Recht: Ihr habt nicht das Recht, euch klein zu machen, im Gegentheil, ihr müßt eure Wichtigkeit zur Geltung bringen! Aber dennoch habt ihr Unrecht! Seht, es heißt vom Versöhnungstag: cnpn bx fnn« «s*. Mit rxr soll Aharon in das Heiligthum kommen. Und dazu machen alte Erklärer folgende Bemerkung: Der Tempel ist seit fast 2000 Jahren zerstört, und Aharon kann nun nicht mehr in das Heiligthum kommen. Aber der Tempel ist zerstört um der Sünden Israels willen. Sobald Israel sich von Sünden reinigt, dann kommt die Erlösung, und Aharon „kommt dann wieder in das Heiligthum." — Israel wird aber von Sünden rein, wenn es euch drei: Teschuwo, Tephillo und Zedokoh, Buße, Andacht und Wohlthätigkeit, sich aneignet. Run seht einmal nach an der Stelle, auf die ihr euch ja, wenn auch nur nebensächlich, berufen habt, am Schluffe des Unffanne Taukeph. Da steht unter Teschuwo das Wörtchen (Entsagungskraft), unter Tephillo das Wörtchen: b'p (das Wort), und unter Zedokoh das Wörtchen pr:v (Geld). Diese drei Wörter res haben jedes denselben Zahlenwerth, nämlich jedes den Zahlenwerth 136. Und das Wörtchen: rw. mit welchem „Aharon wieder in das Heiligthum eintritt," hat den Zahlenwerth von allen drei zusammen, nämlich: drei Mal 136 gleich 408. Damit ist angedeutet, daß mit Teschuwo, Tephillo und Zedokoh zusammen Israel wieder in seine Heimath wieder zurückgefiihrt wird und Ahron wieder zum Dienste des Versöhnungstages in das Heiligthum eintritt. Ihr könnt daraus euren Rangstreit schlichten. Welche von euch die größere ist? Keine! Ihr seid gleich groß! Ihr steht im Range einander gleich! Das ist der Sinn der drei Wörtchen, in welche ihr übertragen seid: Pv2 und der. gleichen des gleichen Zahlenwerthes dieser drei Wörtchen. Aber noch mehr: Ihr steht nur dann wahrhaft hoch, wenn ihr miteinander verbunden seid. Eines ohne das Ander? bringt Israel nicht die Erlösung! Nur peo zusammen haben den Zahlenwerth