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Der Israelit · 1901-09-19 · Heft 74-75 (19.9.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 74-75 (19.9.1901)
Date
1901-09-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1636 Fräulein von Rauenstein zuckte die Achseln. — „Eigentlich weiß ich's selbst nicht, warum ich ihn nicht will — vermutlich werde ich ihn doch noch nehmen. Er ist ja brav und herzensgut und versichert, daß er mich sehr lieb habe —" „Das genügt vollkommen zu einer glücklichen Ehe," versicherte Frau Müller. „Meinen Sie? — Ich habe immer gehofft, meinen künftigen Gatten so lieb haben zu können, wie meine Mama meinen Papa gehabt hat — aber Alfred —" „Das macht sich später, liebes Fräulein. Je mehr man einander kennen lernt, desto mehr steigert sich die gegenseitige Achtung und Zuneigung." Das junge Mädchen wiegte überlegend den Kopf. „Ich weiß doch nicht — Alfred ist ja brav und gut und dumm ist er ja auch nicht. Aber zuweilen so beschränkt — so überaus beschränkt in alltäglichen Sachen, die fast ein Kind begreifen könnte. Was z. V. der Hofprediger Stöcker sagt, darauf würde er schwören." „Wirlich? — Da wird er es am Ende sehr zudringlich finden von dem Judendoktor, daß er sich erlaubt hat, das Fräulein von Rauenstein aus dem Master zu ziehen —" (Fortsetzung folgt.) Wochenchronik. Schabbos Schuwoh. Sabbat, 8. Ttschri: Zu Minchah dickes SabbatS sagt inan nicht Sprüche der Vater und auch nicht Vorachi nafschi, weil der Rabbi vorträgt, um das Herz des Volkes zur Teschuwah zu erwecken. Unsere Weisen sagen, wenn der Rabbi die Gemeinde ermahnt und sie hört auf ihn. dann verzeiht der Heilige gelobt sei Er ihnen alle ihre Sünden. Eres Jaum ha-Kipurim. Sonntag, 9. Tischri: ES ist ein göttliches Gebot an diesem Tage zu essen und zwar mehr wie gewöhnlich; daS Speisen an diesen: Tage ist eine ebenso große Mizwah wie daS Fasten an dem nächsten Tage. Jaum ha Kipurim. Montag, 10. Ttschri: An diesem Tage vollzog unser Vater, Abraham, sein Andenken sei zum Segen, an sich daö Gebot der Beschueidung. An dein gleichen Tage stieg unser rehrer Moscheh, sein Verdienst stehe uns bei, vom Berge herab und die zweiten Bandeö tafeln befanden sich in seiner Hand. Wer wiederholt sagt: Ich will sündigen und Buße thun, dem bringt der Vetsöhnungslag keine Sühne. Wenn man am Jaum klipur von der Synagoge nach Hause kommt und sich an Speise und Trank erquickt hat, so trifft man noch einige Vorbereitungen für den Bau der Laubhütte. Jsru chag Jaum Kipur. Dienstag, 11. Tischri: Man steht morgens etwas früher wie gewöhnlich auf, um in die Synagoge zu geben. Man sagt weder Tachnun noch Lamnazeach. Am Tage nach Jaum Kipur kam juv Zeit des Tempels der Bote von seiner Sendung zurück, traf er den Hohenpriester auf der Straße, so sprach er zu ihm: Mein Herr, Hoherpriester, ich führte Deine Sendung aus; traf er ihn zu Hause, so sagte er: Mechaje chajim, ich that nach seinem Geheiß. An diesem Tage verschied Mar bar Raw Aschi im Jahre 4227. Mittwoch, 12. Tischri: Man sagt weder Tachnun noch Lamnzeach. Jahrzeiten werden zwischen Jaum Kipur und Sukkauth nicht gefastet. Donnerstag, 13. Tischri: Man sagt weder Tachnun noch Lamnazeach. Letzter Termin um tie Lewanah mekadesch zu sein. In den Tagen zwischen Jaum Kipur und Sukauth beschäftigt man sich m-t den Vorbereitungen zum Feste und giebt sich Mühe daS Fest so schön wie möglich zu gestalten. Erev Sukauth. Freitag, 14. Tischri: Man sagt weder Tachnun noch Lamnazeach. Die vier Fruchtarten stehen schon bereit, man versorgt die drei Frucktartcn, ehe man in die Synagoge geht, mit frischem Wasser. Der „JSraelit" «scheint wliclieutlich zweimal, Mennigs nn<l Donnerstags, jededmal hl mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnin ganzjährlich, halbjährlich od.-r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel vrvlrry'l durch V Zf. Slrinackrr, Leipzig, Rostplatz — Inserate 25 Pfennig die vie^espaltene Peutzeile oder deren Raum. Pieis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'S Ausland 16 Mark, an die Expedition franco cinsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 3lb. Eine Rücksendung der an die Redaktion eingesandten Manuskripte findet nicht statt, «an bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehatte«. Stellensuchende erhalten auf Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des Insertionsbetrags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt): Leitender Artikel: Der große Styl in der Gegenwart. - Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen: Teutschland: Berlin. Homberg. Nmnberg. Frankreich: Paris. Amerika: Washington. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren. (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Teschuboh, Tephillo und Zrdokoh. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen : Deutschland: Mainz. Düsseldorf. Fußgönheim. Oesterreich: Kolin. Rumänien: Buckarest Türkei: Konstantinopel. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Wo bist Du? rD'R — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: München. Oesterreich: Wien- Rußland: Petersburg Palästina: Jerusalem. Inhalt der dritten Beilage: Leitender Artikel: Das Statut der isr. Cultusgemeinde in Prag — Zeitungönachrichten und Correspondenien: Deutschland: Schwäb. Gemünd. Oesterreich: Wien. Rußland: Kiew. Verantwortliche Redactton: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

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