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Der Israelit · 1901-09-17 · Heft 73 (17.9.1901) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 73 (17.9.1901)
Date
1901-09-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1614 hafte Blässe, und wie ein rosiger Hauch lag es auf den holden Zügen. „Sie ist schön," flüsterte Frau Holm in sich hinein, „wunderbar schön — und wie der Stein an ihrem Finger funkelt, das ist eine Pracht — sie mutz auch reich sein." Es war in den Vormittagsstunden des folgenden Tages, das Unwetter des gestrigen Tages hatte zwar nachgelassen, aber der Regen hatte trotzdem noch nicht aufgehört. In den Parterrezimmern der Strandvilla waren sämmtliche Fenster geöffnet, die junge Dame, die gestern ohne ihr Wissen, hier eingezogen war, ruhte in einem Fauteuil und blickte träumerisch sinnend hinüber auf die noch immer leicht bewegte See, auf die schäumenden Wogen, die an dem gelblich-weißen Strand sich brachen. Sie war allein; Juanita hatte gestern im Kaiserhof Einiges vergessen, und „was man nicht im Kopfe hat, muß man in den Füßen haben," hatte sie erklärt und sich jetzt nochmals nach dem Hotel begeben. Das junge Mädchen war so versunken in dem ungewohnten Ausblick, daß sie ein leichtes Klopfen an ihrer Zimmerthüre überhört hatte. Nun ward diese geöffnet und eine hochgewachsene, ältliche Dame trat in das Zimmer. „Guten Morgen, liebes Fräulein, ich störe doch nicht?" — Die Angeredete wandte sich rasch um, dann eilte sie der Eintretenden mit ausgestreckter Hand entgegen. Willkommen, gnädige Frau, herzlichst willkommen! — Ich irre doch nicht, ich habe das Vergnügen, die Mutter des Herrn Doktors —" „Ich komme im Namen meines Sohnes, um mich nach Ihrem Befinden zu erkundigen, mein Fräulein. Mein Sohn hatte beabsichtigt, dies persönlich zu thun, doch erhielt er in der Nacht eine Telegramm, das ihn veranlaßte, mit dem Frühzug heute Morgen um fünf Uhr abzureisen." „Und er ist schon abgereist!?" rief die junge Dame im Tone aufrichtigen Bedauerns, „ach, wie thut mir das so leid! — ich hätte ihm so gerne nochmals gedankt --- gestern wollte er durchaus nichts von Dank wissen ■— und ich stehe doch so tief in seiner Schuld — ich verdanke ihm mein Leben — und auch Ihnen, gnädige Frau, bin ich so vielen, vielen Dank schuldig. Sie waren so überaus freundlich —" „Aber ich bitte sehr, liebes Fräulein, das ist doch nicht der Rede werth. — Doch Sie haben meine Frage nach Ihrem Befinden noch nicht beantwortet. Mein Sohn war gestern nicht ganz zufrieden mit demselben und hat mich deßhalb ersucht, mich im Laufe des Vormittags persönlich nach Ihnen umzusehen, und falls Ihr Zustand noch etwas zu wünschen übrig lassen sollte, Sie aufzusordern, einen anderen Arzt zu Rathe zu ziehen. Er hielt das für um so nothwendiger, als Frau Juanita ihrer jungen Herrin zwar sehr zugethan zu sein scheint und sehr besorgt für deren Gesundheit — aber ihre Einsicht —" (Fortsetzung folgt.) Wochen-Ukllenöer. Freitag, 20. September, 7. Tischri, Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 6 Uhr — Min. Samstag, 21. September, 8. Tifchri, raw 'r ,)Jwn. Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr 15 Min. — Berlin 0 Uhr öl Min — München 0 Uhr 55 Min. — Hannover 7 Uhr 08 Min. — Stuttgart 7 Uhr 05 Min. - Prag 6 Uhr 45 Min. — Straßbury 7 Uhr 10 Min. - Posen 6 Uhr 89 Min. Sonntag, 22. September, 9. Tischri, Di’ my, Verföhnungstag-Anfang in Mainz u. Frankfurt a- M. 6 Uhr 20 Min. Montag, 28. September, 10. Tischri, "nsu Di’, Bersöhnungstag-Ansgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr 5 Min- — Berlin 0 Uhr 46 Min — München 6 Uhr 48 Min. — Hannover 6 Uhr 58 Min — Stuttgart 7 Uhr — Min. — Prag 6 Uhr 40 Min. — Strastburg 7 Uhr 5 Min. — Posen 5 Uhr 34 Min Der „Israelit" erscheint vöchentlich zweimal, Montags end Donnerstags, jedesmal tu mindestens zwei B^gen. Peis pro Vierteljahr bei der Post 8 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirr ganzjährlich, halbjährlich od r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch V. jss. Stein ackev, Leipzig, Rotzplütz sb. — Inserate 25 Psennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. 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