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Der Israelit · 1901-09-17 · Heft 73 (17.9.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 73 (17.9.1901)
Date
1901-09-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1610 AettrmgSnachrichten und Correfpottdenztn. Deutschland. Berlin, 8. Sept. Die Sitzung der „Repräsentanten-Versammlung" der jüdischen Gemeinde eröffnete der Vorsitzende mit einem tiefempfundenen Nachruf auf den leider so früh dahingeschiedenen Herrn Leonhard Sachs. Das Amt des Dahingeschiedenen im Kollegium und im Ausschuß I und II wurde Herrn Adolf M e n g e s übertragen. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Herr Kommerzienrath Friedländer gewählt. — Aus dem Bericht der Rechnungsabschlüsie ist zu ersehen, daß der Etat der sechzig Vereinigungen umfassenden Zentralstelle um Mt. 16.90 überschritten ist. Die Synagoge Lindenstraße weist einen Minderverbrauch von Mt. 1696, die Synagoge Lützowstraße einen Minderverbrauch von Mt. 4700 auf. Die Summe von Mk. 5000 ersparte, wie im vorigen Jahre, das Reichenheim'schc Waisenhaus. — Die Subvention für den Religionsverein Westen soll von Mt. 65OO auf Mt. 8500 erhöht werden. Der Religionsverein Charlottenburg soll fernerhin von Mt. 10,000 mit 12,000 Mart subventionirt werden. In die gemischte Kommission behufs Aenderung der Liturgie bei Beerdigung von Kindern wurden die Herren Baginsty und Blaschte gewählt. Die Kommiffion zur Veranstaltung des Jugendgottesdienstes nach altem Ritus hat bis jetzt ohne Resultat getagt. Hamburg, 11. Sept. Heute, am Jahrzeitstage &bx '2) taffen Sie mich der beiden Männer hier gedenken, die im vorigen Jahre an einem Tage von ihrem heiligen Berufe in die Ewigkeit hinübergegangen sind, die Klausrabbiner virroi troyj cp'Ss ythö t>"L7 ,’we nsm. Den Dahingeschiedenen dürfte es ein »er: rm rr: sein, wie würdige Nachfolger sie gefunden, Nachfolger, die mit Treue und Eifer ihres Amtes walten. Als unlängst den verewigten Rabbinen die ni28v gesetzt wurden, hielt Herr Dr. Vam - b e r g e r auf dem v"n rvn in Gegenwart zahlreich erschienener Freunde die Gedächtnißrede, während Herr Dr. David Schlesinger speziell seinem Vater einen ergreifenden Hesped widmete, b2n P"DK"?J,\ Am Sonntag, 3. Elul, fand in tmmn n*2 r,'$ evSp-r ein Sium auf re* statt. Fast zwölf Jahre hatte dieses Pensum, welches zwischen -nx snpss mit mi:n"0 und dy niea-ri neben c*b>*!bci p*ce zum klaren Vortrag gebracht wird, in Ansvruch genommen. Die festlich gedeckte lange Tafel im Bethhamidrasch, an der sonst nur geistige Nahrung verabreicht wird, lieferte den zahlreich erschienenen Alltagsgästen (Einladungen waren nur an den Oberrabbiner und den Rabbinatsvcrweser Dr. S. B. N a t h a n ergangen), diesesmal neben dieser, ein wohlgelungenes Menu p O'wLv bri nmi m*2, Die Tischpausen wurden mit schönen Festreden und min '-12-1 angenehm ausgefüllt. Der erste Redner war natürlich Herr Oberrabbiner, dann Herr Dr. Nathan, dem die Herren Klausrabb. Dr. Josef Kohn u. Dr. Bamberger mit ihren theils halachischen, theils agadischen, der Situation angepaßten Vorträgen folgten. Herr Dr. Steingut hatte beim Vortrag der letzten ne?:® bereits seiner Aufgabe als Festredner entsprochen. Jede dieser Reden für sich allein bot durch Gediegenheit und Originalität ein dankbares und interessantes Berichtsthema. Lebhafter Beifall folgte ihnen allen. Dann sprach der Klauspräses, Herr M. I. Meyer über die heilige Aufgabe der Klaus und ihrer Rabbinen. Seine Rede reihte sich würdig denjenigen der Fachmänner an, wie sein reiches Wissen von diesen anerkannt Ivird. R. Menachem I a c 0 b s 0 h n, der rvürdige Leiter der Schaßchewro, erfreute mit einer schönen Midrascherklärung. Herr Jacob Wehl feierte die Klausverwaltnng, insbesondere aber die beiden Männer Meyer und Bärmann, die im Winter die bekannte Rundreise unternommen, um der Klaus so würdige Rabbinen zuzuführen, wie wir sie besser nicht wünschen können. Dann sprachen Herr Jaffa in seiner volksthümlichen, gediegenen Art und Herr B a chr a ch. Nach dem picri mm blieb die Gesellschaft noch einige Zeit im privaten Gedankenaustausch beim Kaffee zusammen und erst um 1 Uhr Nachts ging man in gehobener Stimmung auseinander. - Die Nabbinerwahl in Wandsbeck ist aus unbekannten Gründen auf einige Zeit verschoben worben; angeblich, weil ein großer Theil der Gemeindemitalieder auf Erholungsreisen begriffen sind und man diesen die Gelegenheit zum Wählen nicht nehmen lassen wollte. Auf der engeren Wahl stehen die Herren Rabb. Dr. Kraus, Dr. Bamberger (früher in Schildberg) und Dr. M. Schlesinger, die auch bereits ihre Probepredigt daselbst gehalten. Ueber die Chancen zu berichten, halte ich nickt für opportun-, vielleicht finde ich Veranlassung, darauf zurückzukommen. H. V. Danzig, 10. Sept. In der letzten Sitzung des wcstvreußischen Medizinalkollegiums, die am 24. v. Monats unter dem Vorsitz des Herrn Oberpräsidenten abgchalten wurde, ist nochmals unter Zugrundelegung der Körper- und Kleiderreste, sowie von entsprechenden Photographien die Konitzer Mordsache erörtert worden. Berichterstatter waren die Herren Professor Dr. Barth- Danzig, der Direktor des chirurgischen Stadtlazareths und Regierungs- und Medizinalrath Dr. Bornträger. Ein besonderes Ergebnis). wurde nicht gezeitigt. Das Medizinalkollegium ist die Instanz, welche die von den unteren Medizinalbehörden und Medizinalpersonen abgegebenen Gutachten zu revidiren und nach.znprüfen bat: es ist somit ganz selbstverständlich, daß solches auch binsichtlich der in der Konitzer Sache erstatteten Gutachten geschehen ist. Der Vorsitzende des

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