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Der Israelit · 1901-09-17 · Heft 73 (17.9.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 73 (17.9.1901)
Date
1901-09-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1609 Heutigen Geschäftsgänge kann man sich solchen Einschränkungen unmöglich mebr unterwerfen. Der Dritte endlich behauptet: mein Beruf führt mich in hohe Kreise, ich kann mich, in der Gesellschaft stehend, nicht selbst ausschließen. — Nun, solche Ausreden mögen vor Menschen hie und da Anklang finden, vor Gott ist damit nicht durchzukommen. Du bist arnr und glaubst darum einen Freibrief Gott gegenüber zu haben? Ja, ist deine Armuth größer als die Hillels, der um einen Tagelohn von einer Perpeka frohndete, und Gott dennoch mit aller Kraft diente und die Hälfte seines Verdienstes noch erübrigte, um sich damit den Eintritt in's Lehrhaus zu erkaufen? Du bist reich? Nun, dein Reichthum ist wohl kaum größer, als der des Hohenpriesters Elasar b. Charßen, dem sein Vater neben zahlreichen Städten, ebensoviele Handelsschiffe zur See als Erbe hinterließ. Er aber kümmerte sich um sie allesammt nicht, sondern war mit allem Eifer der Thora ergeben. Das ging so weit, daß er seinen eigenen Knechten nicht einmal der Person nach bekannt war. So nur konnte es kommen, daß sie ihren eigenen Herrn einmal gefangen setzen wollten, weil sie ihn für Einen hielten, der sich dem vorgeschriebenen Frohndienste entziehen wollte. Du sprichst, dein Verkehr führe dich in vornehme Gesellschaft, nun, sie wird jedenfalls nicht vornehmer sein als die, mit welcher Josef, der Sohn des Erzvaters, in Berührung kam. Hat er darum Gott die Treue gebrochen? (Siehe Joma, Fol. 33.) Diese Lehre gelangt ebenfalls durch das Opfer der s'vytr zur Darstellung. uw , nxiD3 cvtr D'oia D’ien nops. Die beiden Widder müssen ein vollkommenes Paar bilden, d. h. dem Aussehen, der Größe und dem Werth nach einander vollständig gleichkommen. (Joma 62.) Trotzdem wird der eine nach einer von keiner Seite beeinflußten Wahl ‘"6 — Gott — der andere inmx dargebrachi. Die äußeren Verhältnisse machen es demnach nicht. Man kann in jeder Lage — Gott und und ebenso bei jeder Lage — Asosel dienen. Wohl glauben diejenigen, welche sich mit Leib und Seele dem Asosel verschreiben, sie hätten das bessere Theil erwählt. Sie werden in dieser Meinung sogar bestärkt, wenn sie sehen, wie es vom andern Opfer heißt: nb biun nby irx Ti’srn nx pn« daß der für Gott erkorene Widder zum Opfer dargebracht werde. Wer wollte es denn leugnen, daß es, um Jude zu sein, großer und schwerer Opfer bedarf? Wer aber könnte sie zu bringen sich weigern, da sie doch "iv zur Verherrlichung Gottes dienen! — Der Widder für Asosel bleibt noch immer unversehrt stehen, indeß das andere Blut längst vergossen ist, ja, er darf sogar unter feierlichem Geleite, von aller Welt angestaunt, in die Ferne ziehen. Wohin führt aber sein Weg schließlich? manon bmvb nx nbvb* Man führt ihn hinaus in die Wüste. Das ist jene Stätte, wo selbst das Leben, das er doch immer nur im Auge hatte, gar keinen Vortheil, gar keine Wohlthat mehr bedeutet. Gibt es ein treffenderes Bild für das Gott abgewendete Leben des Frevlers? Er wird sogar ptxb auf einen steilen Felszapsen hinaufgesührt, so hoch, wie ihn sonst kein Mensch wohl erreicht, von wo aus er auf alle übrigen in ihrer Niedrigkeit mit schnöder Verachtung glaubt herniederschauen zu sollen. Allein was ist das Ende von alledem? x*.m v-nnxS -.ern c'u's a'izis nz>y;v ny inn jr:o ">n xbi -rrrc Rücklings wird er hinuntergeschleudert, daß er jählings hinabstürzt dermaßen, daß, bevor er noch die Hälfte des Berghanges erreicht hatte, seine Glieder völlig zerschmettert waren. Hätte er sich nicht so hoch verstiegen, wer weiß, ob sein Sturz ein so furchtbarer geivesen? — In der That, ein furchtbares, grausames Geschick, zu welchem er ausersehen ward. Allein sollte seine Darstellung etwa aus dem Grunde unterbleiben, weil sie zarten Naturen etwas zu stark auf die Nerven fallen könnte? Nun, wenn das Bild schon so schreckt, wie schrecklich, wie fürchterlich erst dessen nackte Wirklichkeit! Verfährt das Leben etwa mit jenen,, die von Gott abfallen, schonender? Der König Nebukadnezar raste vor Entsetzen, als er in jenem Bilde, von welchem wir ausgegangen, das endgiltige Geschick aller Macht dieser Erde geschaut. Viel deutlicher ist in dem Opfer des bixwb diese erschütternde Lehre offenbart worden. Es ist kein Traum, es ist schauervolle, schreckliche Wirklichkeit, die in seinem Geschicke uns vor die Seele gestellt worden. Je tiefer und je durchgreifender diese Erkenntniß auf uns wirkt, desto umfassender und entschiedener ihre sühnende Kraft. Darum lehren auch unsere Weisen n::mn nrnonm xn^jn mTDp nrraj? by w Ta mr'ci mma wwi xbi >-!L>7 inn xbi jmm 12212 r6r»on (Schebuoth Fol. 1.) Für alle sonstigen Vergehungen der Thora gegenüber, ob leicht oder schwer, ob freventlich oder leichtfertig, ob bewußt oder unbewußt, ob mit Ausrottung oder Tod bedroht, — für sie alle sühnt der dem Asosel zugeführte Widder. Asosel — die Vergötterung der Welt und ihrer Macht — ist der Ursprung alles Unheils. Nur die durchgreifende Erkenntniß hiervon kann Israels Sühne bewirken. Geben wir uns ihrem Eindrücke und ihre vollen Wucht hin, so ist uns der Erfolg durch den Propheten bereits verheißen: 'rnxi ran Nb'izxb'i H oiora Dtox: innjxi mxerw. Seinen neuen Wandel sah ich und — gewährte ihm Heilung, nahm mich seiner an, und vergalt mit Trost sowohl ihm, als auch jenen, die um seinen Abfall getrauert.

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