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Der Israelit · 1901-09-12 · Heft 72 (12.9.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 72 (12.9.1901)
Date
1901-09-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1577 die bei dem einen oder andern vielleicht von lähmendem Einfluß auf den Eifer für die gute Sache sich erweisen tonnten. Wir haben als Ort der alljährlichen Vereinigung Frantfurt a. sJJt. zunächst in Vorschlag gebracht. Ein definitiver Beschluß darüber wird erst möglich sein,!venn die einzelnen Orte seststehen, auf welche sich die Mitglieder vertheilen. Aber für welchen Ort man sich auch entscheiden lvird, eine der nächsten Aufgaben wird jedenfalls die sein, über die Beschaffung der Geldmittel schlüssig zu lverden, tvelche für die ganze Veranstaltung, die Reisespesen u. a. ui., erforderlich sind. Für einen nicht geringen Theil der Mitglieder lverden die Kosten ein wesentliches Opfer bedeuten, das der Verein in einer noch zu vereinbarenden Form übernehmen muß. Wir ermähnen diesen Punkt schon jetzt, damit Mitglieder, die mit ihren ökonomischen Verhältnissen zu rechnen haben, einer vollen Würdigung dieses Momentes sich versichert halten dürfen. In unmittelbarer Beziehung zu diesem Gegenstand steht eine andere Anregung, welche aus innern Gründen einer Zusammenkunft alle zwei Jahre einer alljährliche?! oen Vorzug gibt. „Ein zweijähriger Eyelus," heißt es in der vetr. Zuschrift, „wäre als der kleinste Zeitabschnitt zur Durchführung einer solchen Ausgabe erforderlich gemefen." Schreiber dieses hat zu Füßen berühmter Talmudlehrer gesessen und darf daher, wenn auch nicht zu den "tcSi zählend, der Vermuthung Ausdruck geben, daß ein einfacher p, ein Kaufmann, ein Universitätshörer, welcher die von rar,: nAA öcv nicht mövttid) beobachten tann, es nid)t zustande bringt, eine x,-222 wie: 7TE2' ,xcp X22 .rnsr in einem Jahre gründlich durchzunehmen. Unter den Mitgliedern der v L' mrn befinden sich aber auch, und zwar zum großen Theile, Herren, die genannten Berufsklassen angehören." Man wird dieser Erwägung die Berechtigung nicht absprechen können, wenn inan dem geäußerten Bedenken auch dadurch gerecht lverden könnte, daß man die größeren und schwierigeren auf solche Mitglieder vertheilt, bei welchen 2riö*x cn“*n ist, falls eine genügende Zahl solcher Reflektanten vorhanden ist. Immerhin würde die pekuniäre Seite der Frage wesentlich vereinfacht, wenn die regelmäßigen Zusammenkünfte in größeren Zwischenräumen stattfänden. Eine andere Stimme gibt dem Befremden darüber Ausdruck, daß sich bis jetzt kein Rabbiner zur Uebernahme einer XN222 ge?neldet habe. Der Einsender knüpft an diesen Ausdruck seines Befremdens einige bittere Bemerkungen über die Art und Weise, in welcher das Thorastudium von vielen Rabbinen gepflegt und nicht gepflegt wird. Es ist dies ein Kapitel, über welches sich Vieles sagen ließe, aber in der allgemeinen und scharfen Form, in lvelcher diese Klage sich in dem uns vorliegenden Berichte äußert, ist sie jedenfalls unzutreffend. Biele Rabbonim haben ihre besonderen Schiurim und glauben einer Anregung von außen nicht zu bedürfen. Inzwischen haben sich im klebrigen eine Anzahl von Rabbonim ebenfalls gemeldet. Da die Liste noch nicht geschlossen und ein Ausgleich Zwischen den doppelt angemeldeten Masechtoth noch nicht stattgefunden, so sehen wir einsttveilen von der weiterer! Veröffentlichung der Angemeldeten ab und hoffen, in Kürze die vollständige und geordnete Liste zum Abdruck bringen zu können. Frankfurt a. M., 9. Sept. Gestern tourde die vergrößerte „sJi e n e G e m e i n d e s y n a g 0 g e" am Vörncplatz eingeweiht. Während des Umbaues hatte der Gottesdienst im Lokal der Suppenanstalt statigefunden. Morgens nach dessen Beendigung hielt der Vorstand der Synagogeninspektion, Herr R a p h a e l E t t l i n g e r, eine kurze Ansprache an Herrn Rabbiner Tr. H 0 r 0 v i tz und überreichte demselben das erste Exemplar einer eigens geprägten Medaille in Silber. Hieraus ergriff Herr Wilhelm Posen, der die Medaille entworfen und die Prägung veranlaßt hatte, das Wort, uin dem Herrn Rabbiner herzliche Glüctivünsche auszusprechen. Er erinnerte daran, wie unsere Eltern blutenden Herzens Baustein an Baustein der „Altschul" sich lösen sahen, und wie sie an der Zukunft der Gemeinde verzweifeln zu müssen glaubten. Heute aber sei das kaum Erwartete zur Wirklichkeit gewporden: Frankfurts größte Synagoge tverde durch die Gemeinde dem traditionellen Gottesdienste geweiht. An diesem Erfolge habe das Wirten des Herrn Rabbiners Horovitz den allergrößten Antheil. Er wünsche diesem ein langes, ferneres, segensreiches Wirken und die Unterstützung wackerer Männer, die ihm, wie seither, im Sinne ihrer Väter zur Seite stehen. Herr Rabbiner Dr. Horovitz dankte gerührt und schloß mit den Worten wz -2ir>A bxv X21 zpv'z u. s. w. Die Medaille zeigt auf der einen Seite die „Aktschul" und darüber die „Reue Synagoge" mit der Inschrift ubti w-ne) ppx-n fe p-nxn jvrn T23 nvr fc-a (.tc-, auf der anderen Seite: Frankfurt a. M. a-'pnnf r,c:c bw Llnb snv mwr b: und die Umschrift: „Israelitische Gemeindesynagoge. Erbaut 2"ct (1882). Vergrößert x"c*?n (1901)." Sie ist in Silber, in Bronze und in Aluminium zu haben. Nachmittags um 6 Uhr versammelten sich die Inhaber von Plätzen, die Mitglieder des Vorstandes und Ausschusses der Gemeinde und eine Anzahl geladener Gäste in der „Neuen Synagoge." Alle Plätze (es sind mehr als 1200) waren besetzt. Der Synagogenchor sang n.2, Oberkantor O g u t s ch trug den 8-1. Psaln! vor. Hierauf wurde das Minchagebet verrichtet, wobei Kantor L e v y funktionirte. Unter Chorgesang wurden dann die Thorarollen aus dem Sitzungssaale in feierlichem Zuge in die Synagoge getragen. Herr Rab-

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