Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 71 (9.9.1901)
- Date
- 1901-09-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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**■!»*•**•***# V ,>! 'l> 1562 „Gerettet!" jubelte sie, „gerettet, allen Heiligen sei Dank!" Sie warf sich auf die Knie und begann zu beten, während die Männer mit kräftigem Ruderschlage das Boot dorthin lenkten, wo ihr Gefährte mit den Wogen kämpfte. Es war die höchste Zeit, Doktor Müller hätte sich schwerlich mit seiner Last länger über Waffer halten können. Als das Boot ihn erreicht, nahmen ihm hilfsbereite Hände die bewußtlos gewordene Dame ab und legten dieselbe vorsichtig auf den Boden des Bootes. Die Betende aber stieß einen gellenden Schreckensschrei aus, indem sie sich wie sinnlos über die dem Anscheine nach leblose Mädchengestalt warf. „Sie ist tobt!" schluchzte sie, „sie ist todt! Jetzt will ich auch sterben!" Doch Doktor Müller, der sich bereits wieder iws Boot geschwungen, beschwichtigte sie. „Nein, sie ist nicht todt," sagte er, indem er sich über die Bewußtlose neigte, „es ist nur eine Ohnmacht, vermuthlich die Folge des Schreckens. In wenigen Minuten werden wir am Strande fein, da wird sie rasch zu sich kommen. Wo logiren Sie?" „Im Kaiserhof." „Da ist zu weit, dahin können wir sie jetzt nicht transportiren, also bringen wir sie vorläufig in meine Wohnung." „Ist nicht nothwendig, Herr Doktor," rief der Besitzer der Strandvilla, indem er mit seinem Gefährten durch kräftige Ruderschläge die aneinandergekoppelten Fahrzeuge dem Land näher brachte, „meine Parterrewohnung steht leer, dorthin können wir die Dame bringen, das wird das Beste sein." „Das ist allerdings noch besser," stimmte der Doktor bei, „aber —" „Aber mir scheint, das Fräulein kommt schon zu sich," fiel der Herr ein, der in Gemeinschaft mit dem jungen Matrosen die Damen gerudert hatte, „ich glaube, das rechte Augenlid hat gezuckt. — Wäre es da doch nicht gerathen, sie sofort zu uns zu bringen, wo sie logirt?" — Der Arzt schüttelte abwehrend den Kopf. „Es ist zu weit," wiederholte er, „Herrn Holm's Villa liegt dicht an der See, bis zum Kaiserhof ist es nahezu eine Viertelstunde „Und überdies sind Sie schuld an dem ganzen Unglück," fiel die ältere Dame erregt ein, „ohne den Herrn Doktor wäre mein gnädiges Fräulein ertrunken —" Schaudernd schloß sie die Augen. „Wenn sie nur erst die Augen wieder ausmachen würde — ach du mein Himmel!" „Beruhigen Sie sich doch, wir sind sofort am Land und sehen Sie da drüben das Haus? Das ist die Villa des Herrn Holm, dorthin bringen wir das Fräulein, und ich gebe Ihnen mein Wort, es wird keine Viertelstunde vergehen und Ihr Fräulein wird wieder ganz munter sein." „Ist das wirklich wahr?" — Sie blickte ängstlich zweifelnd zu ihm auf. (Fortsetz, folgt.) Wochen-Rslenöer. Freitag, 13. Sevtember. 20. Elul, 'T'yiin ,n''cnn rV^y. Sabbar- und Festag-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 6 Uhr 1b Min. Samstag, 14. September, 1. Tischri, n"~n 's or. Sonntag, 15. September. 2. Tischri, n"T! '3 nr. Festtag-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr 80 Min. — Berlin 7 Uhr 00 Min — München 7 Uhr 07 Min. — Hannover 7 Uhr 17 Min. — Stuttgart 7 Uhr 18 Min. — Prag 7 Uhr — Min. — Straßburg 7 Uhr 25 Min. — Posen 0 Uhr 54 Min. . Montag, 16. September, 8. Tischri, rrtHJ! Dis. (Nacht 2 Minuten früher wie gestern.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, 9font»gs mul Donnerstags, jedesmal iu mindestens zwei Bogen. P eis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirr ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch V. Zf. Steinackrer, Leipzig. Rohplatz sb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 7.» Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland lS Mark, an die Expedition jranco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. Eine Rücksendung der an die Redaktion eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten aus Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugefandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des Jnsertionsbetrags an außer Stelle Befindliche biS nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt) r Leitender Artikel: Der Tag der Erinnerung. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Elberfeld, Norderney. Greifenhagen. Alsfew. Gebweiler. Oesterreich: Brünn. Persien: Jspahan. — Mittheilungen aus den jüdischen Armenvereinen und für dieselben: Diespeck a. Aich. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren. Inhalt der ersten Beilage: LeitenderMrtikel: Nosch Haschono am Sabbat. - Zeitungsnachrichten und Corrcspondenzen: Deutschland: Berlin. Rotenburg. Vermischtes. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen: Deutschland: Mainz. Ungarn: Neutra. Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und^Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«,