Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 69 (2.9.1901)
- Date
- 1901-09-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1516 Frieden gefährden und daher recht unangenehme Folgen nach sich ziehen. Hoffentlich wird es sowohl Loubet als auch Waldeck-Rouffeau einsehen, des schönen Sprichwortes eingedenk: „Nur die allergrößten Kälber Wählen ihren Metzger selber."Pi. Tpr.chsaal. Sarbogard, 29. Aug. In Nummer 66 Ihrer geschätzten Zeitschrift fragt ein «:« er« aus Berlin: ob em pw der Zuchthausstrafe erlitten, „buchenen" darf. Ich antworte darauf ganz entschieden mit ja; dadurch hört keinesfalls die Pflicht des „Duchenens" auf, und diese 7VV me ist gleichsam eine dreifache ntw mara ry ri'b nwo «nd rPen roaHn -72 e*re*? utib rris r» n*ap-i ’ö und daselbst '2 r,m In Betreff des „Duchenens" beantwortete ich auch vor vier Jahren eine Frage des ehrwürdigen Herrn Oberrabbiners Nathan Bamberger zu Würzburg. Er frug in der hebräischen Zeitschrift „Thora Mizijon," die vierteljährig in Heften in Jerusalem erscheint, im dritten Jahrgange Nr. 1: ob ein;n2, der den heiligen Sabbat durch Oeffnen seines Gewölbes entweiht, „buchenen" darf oder soll. Ich antwortete: entschieden nein. Meine Motive und Belege sind in erwähnter Zeitschrift veröffentlicht. Im dritten Jahrgange im ätoeittn Hefte p-vtz Auch no^ir •nnos rnn s-n lytrvrciyn pn« antwortete im dritten Hefte jener Zeitschrift: verneinend. Und zwar: Wenn ein solcher p>2, wie bereits erwähnt, von selbst „duchenet," braucht man es ihm nicht zu verwehren; jedoch soll man ihn keineswegs aneifern zum „buchenen." Ignaz Löwy, Bez.-Rabbincr. Feuilleton. Me 1 eve. Bon Dr. H. Sigrnrmdsohn. 2, in. Im Hause des Herrn Löwenzahn versammelte Fch am Schowuausabende — wenige Tage nach dem Erzählten — der Verein Gemilus Chasodim, um die Nacht lernend und betend zu verbringen. Zu diesem Zwecke mußte der Sohn, Kommerzienrath Löwenzahn, seine Empfangsräume öffnen. Die Räumlichkeiten, die der alte Herr Löwenzahn im Hinterhause inne hatte, waren ihm für so hohe Gäste zu gering. Löwenzahn sen., der noch fest und treu im Väterglauben stand, konnte dem religiösen Verfall im Hause seines Sohnes nicht Einhalt gebieten; der Hofbankier war in erster Reihe darauf bedacht, in der Gesellschaft eine Glanzrolle zu spielen und setzte den Glauben der Väter hintan. Das vermochte der alte Herr nicht ruhig mit anzusehen, und nachdem sein Drohen und Bitten fruchtlos geblieben, zog er sich in das Hinterhaus zurück. um seinen kleinen Haushalt selbst zu beaufsichtigen und alles unsüdische von ihm fern zu halten. Heute aber, wo es galt, der Thora Verehrung zu erweisen, machte er von seinem Hausherrnrechte Gebrauch und befahl, für das Abendlernen die Prachtzimmer zu öffnen. Die Zeit des Abendessens war vorüber und die Gäste begonnen zu erscheinen. Der Hausherr hieß jeden einzelnen derselben freundlichst willkommen und führte ihn in den hellerleuchteten Salon. Im Nebenzimmer, hinter einer Portiere verborgen, doch so, daß sie alle Vorgänge im Salon überblicken konnte, saß Frau Cosima mit ihrer Gesellschafterin, um für die Feier des Abends die Anordnungen ertheilen zu können, und bei dem Herumreichen der Erfrischungen,, die der jüdische Conditor lieferte, die Honneurs zu machen und nach dem Rechten zu sehen. Die Gäste waren bereits vollzählig erschienen, nur der ehrwürdige Lehrer des Vereins, Rabbi Wolf, ließ noch auf sich warten. Die Gäste drückten bereits ihr Erstaunen aus, daß der Rabbi, der sonst einer der Ersten war, heute so spät käme, da erschien auch der Rabbi in Begleitung seines Sohnes Moses. Düsterer Ernst umwölkte die Stirne des Rabbi, als er von dem Hausherrn an seinen Platz an das oberste Ende des Tisches geführt wurde. Als Helene den Rabbi erblickte, erschrack sie heftig; Leichenblässe überzog ihr Gesicht und zitternd vor Aufregung griff sie nach einem großen Medaillon, welches sie stets auf der Brust trug. Frau Cosima merkte diese Veränderung im Aeußeren ihrer Gesellschafterin, allein als sie sah, daß Helene keine Anstalten machte, ihren Platz zu verlassen, so legte sie diesem jähen Farbenwechsel keine weitere Bedeutung bei. Der Rabbi, der auf dem Wege in das Haus des Herrn Löwenzahn still und in sich gekehrt war, blieb auch noch in Gedanken versunken, als er auf seinen' etwas erhöhten Sitz Platz genommen; er kämpfte mit einer tiefen, inneren Rührung und es vergingen einige Minuten, che er sich so weit fassen konnte, um vor dem Beginne des Lernens einige Worte an die Versammelten zu richten. „Auf der Höhe des Lebens angekommen, meine verehrten Freunde," so begann der Rabbi seine An-' spräche," sehen wir deutlich, wie von der Spitze eines i Berges, das Ziel unserer Reise. Es gibt kein anderesj Ziel, als das, welches Gott uns gezeigt hat. Die heilige^ Thora, wie alte Mutter, die auf der Hohe des Lebens'