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Der Israelit · 1901-08-29 · Heft 68 (29.8.1901) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 68 (29.8.1901)
Date
1901-08-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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W^MUWIIJ' W*mLm JJWtUtUjW! 1492 Baden (Schweiz). In Nr. 66 des „Israelit" erklärt ein Berliner Korrespondent, daß D’jns. die als Studenten sich 2'^ ncec waren, später sicherlich nicht „duchenen" dürsten. Diesen Fall behandelt 12:2 zro zu mx ro msr und kommt zu dem Resultat, daß, wenn später der ,7,2 sich vornimmt, sich nicht mehr nvLz zu sein, er duchenenen darf. (Nur macht der zrc von den Verhältnissen abhängig, ob die Vornahme in Gelübdeform zu geschehen hat oder nicht.) S a l 0 m 0 n E h r m a n n. Feuilleton. 1 e 1 eve. Bon Dr. H. Sigmundsohn. L Im Hause des Kommerzienrathes Löwenzahn, des Hofbankiers zu D., wurde ein Genesungsfest gefeiert. Frau Cosima, die Gattin des Kommerzienrathes, war vor einigen Wochen an einem Darmleiden schwer erlrankt. Der herbeigeholte Hausarzt gab nach eingehender Untersuchung die Erklärung ab, nur ein operativer Eingriff könne die Lebensgefahr beseitigen. Der junge Chirurg, Dr. Moses Schapira, vollzog die Operation. Heute feierte die von großer Gefahr Errettete ihr Wiedererscheinen in der Gesellschaft. Der Speisesaal war zu Ehren des Tages feierlich geschmückt. Gewinde von prachtvollen Orchideen, Orangenblüthen und blaßrothe Rosen waren um die Kandelaber, Armleuchter und Lustres geschlungen. Im offenen Gartenpavillon — es war eine lauwarme Frühlingsnacht — standen in Kübeln, die zum Therl aus Silber, zum Theil aus kostbarem alten Porzellan bestanden. Zwergbäume, die mit Orangen, Trauben, Kirschen und Persischen behängen waren; lauter aus dem Süden bezogenen und im eigenen Treibhause zur Reife gelangte Früchte. Die Dame, der zu Ehren die illustre Gesellschafl erschienen, wurde von Dr. Schapira geführt, a Der Luxus der Tafel war verschwenderisch, — allein der Lebensretter, wie er im Hause des KommerzienratheS genannt wurde, ließ alle die herrrlichen Gerichte unversucht. Auch die Unterhaltung, die rechts und links um ihn geführt wurde, erschien ihm lähmend, gMUrdtend» -\p -äst»er -Hütte,-auf/pringen ..und mit zornigem Lachen hrnauslaufen mög^ll; 'dach er itwllte Helene Baumann, die Gesellschafterin der Hausfrau heute noch sprechen. Endlich ward die Tafel ausgehoben; er bot der Hausfrau den Arm und begab sich mit einem Theile der Gesellschaft in den Salon, während ein anderer Theil, darunter auch Helene, in den Garten sich begab. Dr. Schapira saß auch im Salon wie auf Kohlen, — da ertönte der Flügel, die Hausfrau mußte auf allgemeines Verlangen ihre Stimme hören lassen; diese Gelegenheit benutzte der junge Chirurg, um Helene im Garten auszusuchen. Dr. Schapira war von mittlerer Statur, das scharfgeschnittene Profil zeigte die ernsten Züge des Fürsten im Reiche des Geistes. Die schönen Züge dieses charakteristischen Kopfes ließen große Energie und einen starken Willen errathen. Helene Baumann war eine schlanke Blondine von ungewöhnlichem Liebreiz. Frühzeitig auf sich angewiesen, hatte sie auch jene eigenthümliche Anziehungskraft, die vielen Mädchen zu eigen ist, die früh selbst ständig lverden mußten. Sie hatte viel gelernt, viel gelesen und auch viel nachgedacht, und die Tiefe ihres Dentens war es gerade, die auf Dr. Schapira so nach haltigen Eindruck gemacht. Während der Krankheit der Hausfrau unterhielten sich die Beiden oft stundenlang flüsternd, und wenn es auch nur alltägliche Gespräche waren, die sie führten, wenn auch das Geständniß nicht in klaren Worten auf ihre Lippen getreten, in dem ganzen Wesen der zwei Menschen, im harmonischen Einklänge der zwei Seelen lag das Bekenntniß, dem sie bis jetzt noch nicht Ausdruck verliehen. Nun standen sie sich zum ersten Male allein gegenüber. Es war eine warme Frühlingsnacht. Der Mond war hinter oen Wolken verschwunden und nur die Sterne leuchteten mit mildem Glanze hernieder. Moses und Helene blickten sich mit unsagbarer Zärtlichkeit und tiefer Trauer in die Augen. Aus dem Salon ertönten die abgedämpften Klavierklänge, es war eine sanfte Melodie, die sie vernahmen und Thronen traten Helene in die Augen, ihr war zu Muthe, als ob diese Melodie die Regungen ihres Herzens, ihr tiefinnerstes Empfinden zu offenbaren vermag. Auch Moses mußte von ähnlichen Gedanken, von denselben Gefühlen erfüllt sein, denn plötzlich trat er einen Schritt näher und sprach durch die hervorbrechende Leidenschaft mit bebenden Lippen: „Ich liebe Sie, liebe Sie mit der ganzen Gluth meines Herzens, niit jeder Faser meines Leibes, das wissen Sie doch längst??" Ein bis jetzt noch unbekannter süßer Schauer durchrieselte den Körper des jungen Mädchens. Wohl hatte ihr Herz dieses Geständniß geahnt, seine Augen es ihr längst abgelegt, jetzt aber, da er ihm Ausdruck gegeben, fühlte stet emetr nahmentvsrrH eisti Unbehagen, und Thränen traten in ihre Augen. Auch Moses litt unsäglich unter dem Geständnisse seiner Liebe, welches in einem Moment der Leidenschaft wider seinen Willen seinem Herzen entströmte, seinen

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