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Der Israelit · 1901-08-26 · Heft 67 (26.8.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 67 (26.8.1901)
Date
1901-08-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1478 folgen solle. In der Hand des Rabbi selbst liege es, diesen Wunsch zu erfüllen. — —-- „Kinder und Kindeskinder," so schloß Reb Frohm seine Erzählung, „berichteten noch vom großen Jubeltage in der Gemeinde Ostetten, als Reb Esra seine junge Frau Ruth heimsührte." Segensvoll war die Thätigkeit beider. Insbesondere war Ruth der Schutzengel aller Armen und Elenden. Ihr Name hat heute noch einen guten Klang bei Juden und Christen in Ostetten. Ihr Mann ging ihr im Tode voraus. Auf seinen Denkstein ließ sie die Worte setzen: Boruch hu laschem ascher lau osav chasdu es hachaim w'es hammesim. „Sie haben den Grabstein, der Ihnen so räthselhaft erschien, gesehen. Die hiesige Gemeinde hat es sich von Geschlecht zu Geschlecht zur Ehrenpflicht gemacht, diese Inschrift immer wieder von neuem aufzufrischen, als Wahrzeichen der Güte des Schöpfers, der in Zeiten der Noth uns seinen Retter geschickt hat."- Reb Frohm, der bis dahin in einem Fluß gesprochen hatte, schwieg. Auch ich schwieg, tief ergriffen und erschüttert ob dieser mich so nahe berührenden Geschichte. „Sie wünschen gewiß zu wissen, ob noch Nachkommen von den Helden jener Geschichte leben. In Ostetten lebt Niemand mehr von ihnen. Das letzte Glied der Familie, ein Mädchen von fünf Jahren, kam vor etwa sechzig Jahren, nach dem Tode ihrer Mutter, die gleichfalls Ruth hieß, nach Posen zu Verwandten. Ich habe nichts mehr von ihr gehört. In ihrem Besitze soll sich sogar noch das erwähnte handschriftliche Buch Ruth befinden." „So so," erwiederte ich.- Ich erhob mich, reichte dem braven Manne dankend die Hand, schob ihm ein Geldstück zu und verabschiedete mich. Die Sonne neigte sich schon stark dem Westhimmel zu. Die Begleitung Reb Frohm's lehnte ich ab; ich sagte ihm kurz heraus, die Einsamkeit in der freien Natur thäte mir nach den aufregenden Momenten seiner Erzählung wohl. Doch fürchte nichts, lieber Jsak, die Erzählung hat mich weniger erregt, als erbaut. Sie hat mir einen neuen Einblick gewährt in das geheime Walten des allgütigen Weltcnvaters. Nun sitze ich schon drei Stunden hier im Gasthof mit diesem Briefe beschäftigt. Der Vollmond blickt durch das geöffnete Fenster, eine Wolke von Blüthenduft strömt in das Zimmer und alles vereint sich hier, um die Weihe des heutigen Tages durch einen würdigen ^Abschluß noch zu erhöhen und zu verschönen. Morgen verlasse ich, sicherlich mit Wehmuth, Ostetten in aller Frühe, um Deinem Rath zu folgen und eine ganze Woche mich völlig in den Bergen und Auen Süddentschlands zu erholen. Deine Grüße, sowie die Deiner und meiner lieben Angehörigen erwiedere ich auf's herzlichste in ewiger, brüderlicher Liebe Esra. Wochen Kslenöer. Freitag, 30. August, 15. Elul. Sabbar-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 6 Uhr 45 Min. Samstag, 31. August, 16. Elul, 'v, Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 8 Uhr 05 Min. — Berlin 7 Uhr 41 Min — München 7 Uhr 38 Min. — Hannover 7 Uhr 56 Min. — Stuttgart 7 Uhr 57 Min. — Prag 7 Uhr 30 Min. — Straßburg 7 Uhr 55 Min. — Posen 7 Uhr 29 Min. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags nml Dounersiags. jedesmal iu mindestens zwei Bogen. P eis pro Vierteljahr bei der Post 6 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnin ganzjährlich, halbjährlich od.r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch 45. f. t e i n a rfc e r , Priprig, trohplnh )b. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzcile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclainetheil 75 Pfennig. — Tirccie Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Lesterreich >4 Reichs-Mark oder 16 Kronen osterr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 6702 Telephon 615. Eine Rücksendung der an die Redaktion eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Eopie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten auf Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt. Ebenso stunden wir aus Wunsch die Zahlung des Jnsertionsbetrags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauvtblatt): leitender Artikel: Wozu bedurften wir der OffenbarungV — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin Frankfurt a. M. Barmen. Heioelberg. Oesterreich: Wien. Frankreich: Paris. Palästina: Vom See Genesareth. — Personalien: Inowrozlaw. — Feuilleton: Ruth. (Schluß.) Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Tie jüdischen Ackerbaukolonien in Argentinien. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt. Rußland: Petersburg. Rumänien: Bukarest. — Vermischtes. Extra-Beilagen: Spenden Verzeichnisse. — Prospeet. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelis", Schottstraße Rr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen,

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