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Der Israelit · 1901-08-26 · Heft 67 (26.8.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 67 (26.8.1901)
Date
1901-08-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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m W!Zlzt>MMWW WUMMWWUW 1475 nern ist natürlich den Herren Einsendern sehr unbequem und nur aus dem Aerger hierüber lasse« sich Aeußerungen erklären, ioie jene am Schlüsse des fraglichen Artikels, wonach jedem Vertheidiger des Schächtens entweder die Erfahrung auf diesem Gebiete fehle, oder aber bei ihm jedes menschliche Gefühl durch eine grauenvolle Rohheit erstickt sei. Es kann nicht unsere Absicht sein, den Einsendern auf diese nicht allzu häufig anzutreffende Art irgend ivelcher Erörterung zu folgen, zur Beurtheilung des Werthes dieser Einsenoung jedoch ist es nöthig, hervorzuheben, das; mit vi e l e u anderen nachstehende Herren das Schach ten für keine Thierquälerei erklärt haben: Du Bois-Reymond, Geh. Medizinalrath, Berlin, Fick, Pros, der Physiologie, Würzburg; Fuchs, Medizinalrath und Professor, Karlsruhe; Leydtin, Medizinalrath. Karlsruhe; Birchow, Geh. Medizinalrath und Professor, Berlin; Professor Dr. Zürn, Leipzig; denen allen doch weder die Erfahrung auf fraglichem Gebiete abgesprochen, noch die Erstickung jedes menschlichen Gefühls durch grauenvolle Rohheit zugesprochen werden kann. Fm Jahrgang 1892 des „Politischen Jahrbuchs der Schweiz. Eidgenossenschaft," herausgegeben von Prof Dr. C. Hilty, wird die Schächtfrage einer eingehenden und sachlichen Beurtheilung unterzogen und eine Reihe von hervorragender Männer unserer Zeit zusammengestellt. Die Enge des '.Raumes versagt uns deren Anführung, obwohl dies die beste Widerlegung der Einsender wäre. Eine der bekanntesten Autoritäten der Schweiz auf dem Gebiete der Physiologie, der verstorbene Pros. Karl Bogt in Genf, hat sich im Dezember 1891 zu Händen der Bundesversammlung u. A. wie folgt geäußert: „In Wahrheit kann ich die Agitation, welche man wegen dieser Frage in Scene seht, nicht begreifen. Dieselben Leute, welche ein durch einen momentanen Schmerz getödtetes Rind bedauern, ergötzen sich beim Kosten des Fleisches eines Thieres, welches man einergrausamen Operation unterwarf, um es zu einem erbärmlichen Leben und zu einem gewissen Tode zu verurtheilen. Alle unsere Schlachtthiere sind kastrirt, verstümmelt, nur, um unserem Gaumen zu huldigen. .Ich resümire schließlich: Das jüdische Schlachtverfahren ist weder grausamer, noch irrationeller, als die anderen im Gebrauche stehenden und sage, daß es überdies gesundheitliche Vortheile bietet, welche schwer in die Wagschale fallen." Woher die Einsender die Berechtigung nehmen, zu behaupten, die Religion habe mit dem Schächten nichts zu thun, wollen wir hier nicht untersuchen, wir bedauern, ihnen sowohl die Berechtigung, sowie die Befähigung zu dieser Behauptung absprechen zu müssen. Der Ritus beim Schlachten der Thiere ist und bleibt ein wesentlicher Vestandtheil der jüdischen Religionsvorschriften und jeder Eingriff gegen diesen bringt ohne weiteres eine Störung der gesetzlich gewährleisteten Kultusfreiheit mit sich. Man kann jede Religion faktisch beseitigen, wenn inan Andersgläubige bestimmen lassen n.üll, >vas dazu als Wesentlichkeit gehört. Salomon F e s e l s o h n , Neckarbischofsheim. O e st c r r e i ch. ^Licn, im Aug. (Bau eines i s r a e l i t. T e ui p e I s i m 1 9. B e z i r k.) Die „R. Fr. Pr." schreibt: Wie entnahmen der „Rathhaus-Correspond." die Mitthcilung, daß der israelitische Tempelbauverein im 19. Bezirk in Oberdöbling einen Tempel zu erbauen beabsichtige, und daß das magistratische Bezirksamt des 19. Bezirkes die Baubewilligung verweigerte, die jedoch dann von der Wiener Baudeputation ertheilt wurde, lieber den Sachverhalt erfahren wir nun Folgendes: Bei der Baukommission wurde weder von Seite des magistratischen Bezirksamtes für den 19. Bezirk, noch von sonst einer Seite gegen den Bau ein Anstand erhoben. Nichtsdestoweniger hat das magistratische Bezirksamt den Akt an den Stadtrath geleitet. Dort blieb die Sache viele Wochen lang liegen und es wurde darüber nicht referirt. Erst als Schritte beim Bürgermeister unternommen wurden, konnte der Akt zum Referat gelangen. Referent war Stadtrath Oppenberger, und das Referat lautete einfach: Der Bau wird nicht bewilligt. Irgend welche Gründe hierfür haben die Herren nicht angegeben. Der Obmann des Tempelvereins für den 19. Bezirk ließ nun sofort nach Empfang der Verständigung den Recurs an die Baudeputation ergreifen, den auch der Grundeigenthümer, Stadtbaumeister Rudolph Demsky mitfertigte. Die Baudeputation hat dann, tvie berichtet wurde, dem Recurse stattgegebcn und die Baubewilligung ertheilt. Frankreich. Paris. Aus dem Testament Adolph de Rothschild veröffentlichen jetzt französische und englische Blätter einige Einzelheiten. Für die Armen der Stadt Paris wurden 1,009,000 Francs vermacht, welche der Testator seiner Wittwe zur beliebigen Vertheilung überwiesen hat. Dieselbe hat von diesem Betrag 226,000 Francs für speziell jüdische Zwecke überwiesen, und zwar erhielt das jüdische Wohlthätigkeitskomitee zu Paris 100,000, eine jüdische Institution 26,000 und fünf weitere jüdische Institutionen je 20,000 Francs. Ferner soll in Paris eine den Namen Adolph Charles ve Rothschild tragende Augenklinik gegründet werden, welcher der Stifter eine jährliche Rente von einer Viertelmillion vermacht hat. Endlich wurde eine halbe Million Francs für Geistliche aller Konfessionen hinterlassen. Die reichen Juden können nicht umhin, für die Geistlichen der anderen Konfessionen zu sorgen, obgleich diese von ibren eigenen Glaubensgenossen mit Pfründen und Einnahmen aller Art wahrlich reichlich genug versorgt werden, und obwohl es noch keinem reichen

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