Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 66 (22.8.1901)
- Date
- 1901-08-22
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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WMffW WWWWW auch das Material zum Mörtel liefern musste. Ist der Fellah schon etwas begüterter, vielleicht der Scheich des Ortes, so hat er manchmal sein Haus aus zwei getrennten Quadraten aufgeführt, welche durch Hinterwand und Dach so verbunden sind, dass eine grosse luftige und doch schattige Halle entsteht In diesem Falle münden die Thüren nicht in die Strasse, sondern in die Halle. Dass ein Dieb, bei sothaner Bauart, es in der Ebene häufig vorziehen wird, verhältnissmässig geräuschlos die Schlamm wände zu durchbohren, statt durch Erbrechen der Holzthür Lärm zu machen, liegt auf der Hand. Solche nächtliche Besuche durch die Wand sind bis auf den heutigen Tag ein nicht unbeliebter Diebesstreich Es fällt uns ferner der gänzliche oder fast gänzliche Mangel der Fenster auf. Die etwa vorhandenen sind meist hoch oben und klein. Das Dach ist zudem ausnahmslos flach. Das Klima Palästinas erlaubt den fast ständigen Aufenthalt im Freien. Fenster sind also zur Befriedigung der Neugierde gar nicht, um Licht und Luft einzulassen, nur in sehr beschränktem Masse nöthig. Wo sie ganz fehlen, versieht die Thüre alle diese Dienste. Ja, sie übernimmt überdies das Amt des Schornsteins für das wenige Feuer, welches innerhalb des Hauses nöthig ist. In den Städten freilich mit ihren mehrstöckigen Häusern zeigen die oberen Etagen kleine, eng mit Holz vergitterte Fenster, hinter denen der weibliche Theil des Hauses ruhig und ungesehen seine Neugierde befriedigen kann. Dann und wann wird ein solches Gitter aufgeklappt, und man kann wohl eine verschleierte Frauen gestalt sich herausbeugen sehen. Sie hat augenscheinlich den „Gesang“ desObst-oderSüssigkeiten-Verkäufers drunten in der Strasse gehört, und lässt nun nach einigem Feilschen einen Korb mit dem nöthigen Kleingeld hinunter, um ihn mit dem erworbenen Artikel wieder aufzuziehen. (Fortsetzung folgt.) Die Handwerksschule Jerusalems. Man wird mit Interesse die Auszüge des Berichtes lesen, welchen Herr Antöbi, Direktor der Handwerksschule zu Jerusalem, an das Central-Comit6 der Alliance Isra eilte Universelle über die Resultate der Arbeit im Jahre 1899 gerichtet hat. Herr Antebi bringt seiner so schwierigen Aufgabe ein Wissen, einen Unternehmungsgeist und eine Hingabe entgegen, welche alles Lob überschreiten. Das Central -Comit6 fühlt sich verpflichtet, ihm hier die herzlichsten Glückwünsche darzubringen. Das Jahr 1899 ist eines der fruchtbarsten für die Alliancewerke zu Jerusalem gewesen. Neue bauliche Aufführungen, in dem Eigenthum selbst vorgenommen, verschafften uns die Gelegenheit, unsere Zöglinge mit belehrenden und verschiedenen Arbeiten zu versehen. Dank der Hilfe der Jewish Colonisation Association sind neue Werkstätten geschaffen worden, um die eng begrenzte Zahl der Benifiziaten unseres Werkes zu vermehren, und um das Elend dieser unglücklicken Bevölkerung zu lindern. Die Bevölkerung des Lehrwerkes selbst betrug statt 102—181. Unsere Schüler waren glücklich über die Einführung des theoretischen Unterrichts in das Lehrprogramm. Die Abreise von zwei ihrer Kameraden nach Paris, die Unterbringung aller älteren dieses Jahr Ausgetretenen durch die Jewish Colonisation Association, die Vertheilung von Prämien an die fleissigen Schüler haben ihren Eifer angeregt und eine wohlthätige Lust an der Arbeit geschaffen. Ich bin wirklich glücklich über ihren Fortschritt; Lehrer und Schüler sehen mit Vertrauen in die Zukunft. Bevölkerung. Die Zahl der Angestellten ist dieselbe wie im vorigen Jahre. Wir haben fortwährend 25 Beamte, 17 für die Werkstätten und 8 für das Internat. Die Zahl der Lehrlinge betrug am 1. Januar 1899 102, 34 Interne und 68 Externe; sie vertheilen sich unter 30 Maschinenschmiede, 29 Schreiner, 16 Holzschnitzer, 21 Kesselschmiede, 6 Steinhauer. 24 Lehrlinge haben uns im Laufe des verflossenen Jahres verlassen, 53 haben wir neu aufgenommen. Unser wirklicher Bestand hob sich am 1. Januar 1900 auf 131, 48 Interne, 83 Externe, und zwar waren darunter 45 Maschinenschmiede, 36 Schreiner, 24 Kesselschmiede, 18 Holzschnitzler und 8 Steinhauer. Unter diesen 131 Lehrlingen befinden sich 6 Muselmänner und 4 Griechen. Nie hatte das Kontingent unserer Werkstätten eine so hohe Zahl erreicht. Der Eifer, den unsere Glaubensgenossen heute an den Tag legen, ihre Kinder für die Arbeit zu bestimmen, ist der beste Beweis, welchen man von der Nützlichkeit des Lehrlings Werkes der Alliance bringen kann. Von den 24 entlassenen Lehrlingen sind 2 nach Frankreich gereist, um die Spinnerei und Weberei zu erlernen; nach ihrer Lehrzeit kehren sie als Meister in die von der Jewish