Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1901-08-22 · Heft 66 (22.8.1901) · page 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 66 (22.8.1901)
Date
1901-08-22
Page
– (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2449146-2449210--54079-2504685
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

E. H. in B. 3 M. Fritzlar Durch Lehrer A. Katz 5 M. Flehingen Durch Lehrer H. Schweizer 3 M. Gröbzig. Durch H. W. Blumenthal 4 M. G. H. in K. 4 M. Gnesen. Aus R. I 4 M. Höchst i. Odenwald. Durch Lehrer H. Kahn 4 M. Harbnrg Durch Vorstand G. Stein 5 M. Hütteubach Durch Lehrer I. Mafsenbacher 4 M. Hainsfarth Durch Vorstand H. Gutmann 5 M. Laufheim. Durch Frau Fanny Steiner 5 M. L. M. in 8. 5 M. Michelbach Durch Lehrer Zürndorfer 5 M. Memel. Aus R. I d M. Mannheim. Durch Frau M. Seelig o M. M. R. in II 20 M. Nördlingen. Durch Sal. Gutmann 5 M. Oettiuge« Durch Lehrer L. Gutmann 3 M. Ostrowo, Bz. Posen. Durch D. Hartmann 3 M. Philippsbnrg. Durch Lehrer M. Neuburger 4 M. P. G. in L. 4 M. Rogowo Aus R. I 4 M. Schermbeck. Durch PH. Schoenbach 4 M. Saargewünd Durch Rabbiner Dr. I. Dreyfus 4 M. 8. H, in C. 4 M. Sontra Durch Lehrer Spier 5 M. 8. E. in G. 4 M. Stadtlengsfeld. Aus R. I 4 M. Wrefthen. Durch Lehrer H. Wo! ff 4 M. Weisteuburg i. Elsaß Durch Frau Sam. Gerschel 5 M. Ww. D. L. in L. 5 M. Die Behausung des jetzigen Paiästinahewohners als Erläuterung der heiligen Sehritt. Von L. Richen. Nicht eine der geringsten geistigen „Nebeneinnahmen“ bei einer Bereisung des heiligen Landes bietet ohne Zweifel die auf Schritt und Tritt sich aufdrängende Beobachtung, wie in diesem konservativen Lande sich Sitten und Gewohnheiten vielfach genau so erhalten haben, wie sie uns in den h, Büchern geschildert werden. Es muthet uns raschlebende Kinder des zwanzigsten Jahrhunderts, die wir gewohnt sind, Zustände vor fünfzig Jahren, Sitten zu „Grossmutters Zeiten“, Erfindungen, welche noch vor zehn Jahren als epochemachend galten, nun als überwundenen Standpunkt zu betrachten, — es muthet uns, sage ich, eigentümlich an, hier im Lande des Ostens Alles noch in demselben Geleise laufen zu sehen, die das Leben vor 2000 bis 3000 Jahren in des Daseins Wege gezogen. Der Boden ist unter der Vernachlässigung langer Generationen schlechter geworden, die Sprache hat sich in etwas verschoben, der Glaube ist ein anderer geworden, aber Sitten, Gebräuche und Lebensweise sind meistens noch so, wie zu Abrahams Zeiten. Dies gilt natürlich an erster Stelle und im vollen Sinne des Wortes nur von jenen Landestheilen, wohin der Fuss des Alltagreisenden noch seltener gelangt, und dies ist, sagen wir „glücklicherweise“, noch der grössere Theil des Landes, welches wir als das „heilige“ bezeichnen. Nehmen wir aus dembunten Bilde die Wohnung sowohl des Fellah (Bauern), als die des Beduinen heraus. Wie viel interessantes Schlaglicht wirft sie nicht auf manche Stellen der heiligen Bücher! Es wird sich verlohnen, ihnen im Geiste einen Besuch abzustatten. Wir nahen nach angestrengtem Tagesritte, da sich die Sonne schon bedeutend dem Westen nähert, einem Fellachendorfe. In den Thüren der Häuser, im Schatten der Mauer, sitzt hier und dort der Besitzer auf niedrigem, rückenlosem Schemel und schaut dahin des Weges. Wir grüssen uns gegenseitig in denselben Worten, womit sich die Vorfahren begrüsst: „Friede sei mit dir!“ Dabei steht der Hausherr anf und legt die Hand erfurchtsvoll an Stirn und Brust und verneigt sich zur Erde, wie eiast Abraham im Thale Main re. Er bietet uns vielleicht den Willkomm seines Hauses mit den Worten: „Mein Haus, dein Haus!“ Bevor wir seiner Einladung folgen, sehen wir uns die Gebäulichkeiten von aussen näher an. Ist es in einer der humusreichen Niederungen, so ist das Haus meistens eine viereckige Anlage (Job 1, 19) *), aus dicken Erdwänden aufgeführt; ist es im Gebirge, so besteht das Baumaterial aus rohbehauenen oder auch ganz unbehauenen Bruchsteinstücken des Kalkgebirges, welches *) „Da kam ein gewaltiger Wind über die Wüste her und stiess auf die vier Ecken des Hauses.“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.