Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 66 (22.8.1901)
- Date
- 1901-08-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1448 dingung des 7Zvn?-Unterlafsens zu stellen; man stellt auch solche, ohne die gewissenhafte Ausführung zu kontrolliren; und txw ist ein schwerwiegendes Verbot. Denn ißt der Pflichtvergessene einmal, und wer unsichtbare Wesen ebensowenig fürchtet, wie den Unsichtbaren, der ißt's auch mehrere Mal und er macht sich einer Pflichtverletzung schuldig, so oft er's ißt. vzbr\ ab aber Übertritt man jeden Augenblick, so lange man das r^^-Kleid trägt. Man denke! Jeden Augenblick, so lange man das tyzyp-Kleid trägt! Welch' eine Anhäufung von Pflichtverletzungen in einer Stunde, in einem Tage, in einem Jahre, in vielen Jahren! Wie unglücklich würde sich eine unserer Hausfrauen fühlen, wenn sie ihren in peinlichem Kaschrus geführten Haushalt durch einen Unberufenen oder Berufenen gefährdet sähe. Ein Mischen, ein Durcheinander von Milch u. Fleisch würde sie außer Fassung bringen, und sie selbst Übertritt — freilich unbewußt — ein Verbot, das diesem nicht nachsteht. 7;*zyp tyz^n *6! Ja, dieses 7;t:yr jyzSn xb ist ein schwerwiegendes Verbot. Wie ein heimtückischer Feind, käinpft es nicht auf offenem Felde, sondern es schleicht und schlängelt sich durch Säume und Falten, setzt sich im Futter fest, versteckt sich in Knöpfe, postirt sich an Kragen, ist der Diener als Tasche, Litze und Hänkel, und unvermerkt Übertritt sein Träger das harte xrniix-i-Verbot? 7Jtsytr vzbri xb! Ja, mehr noch als die Männer, sind die Damen der Gefahr ausgesetzt, diesem Feinde anheimzufallen; denn die Damenmode mit ihrem farbigen Viererlei, ihrer bauschigen Fülle, mit ihren Bändchen, Schnürchen und Säumchen, Spitzen und Tressen, aus den mannigfaltigsten Stoffarten, ist ein recht ergiebiger Nährboden des 757-V2'-Verbotes. Ja, schon das Gewebe des Stoffes selbst enthält oft 7J?iyt?; denn um eine bestimmte Farbennuanee zu erzielen, werden Schuß und Zettel nicht allein von anderen Farben, sondern auch von andern Arten bereitet. Man geht hiernach Gefahr, bei der größten Vorsicht rücksichtlich der Zusammensetzung des Kleides doch noch 7^ovb» zu tragen. Unerläßlich ist es also, beim Einkauf des Stoffes ein Stückchen desselben auseinander zu fasern und es zu untersuchen. Einer solchen Untersuchung müssen auch unterzogen werden: Neisedecken, Plaid- und Tischtücher, Vorhänge und ihre wollenen Halter, Gardinen, Kommoden- und Vertikowdecken, Wollteppiche und ganz besonders jene , die aus vielen Stoffstückchen zusammengesetzt sind, eine Arbeit, die vor einigen Jahren sehr modern war, und der man heute noch begegnet. Orientirungsguelle: Joreh deeh -w — rrsti und den dazu gehörigen c'pttB. Unsere verehrten Modedamen haben ja Sorgfalt, peinliches Suchen und Spähen bei der großen Lehrmeisterin Mode gelernt. Möchten sie doch diese ihre Geistesgaben in den Dienst einer Mizwoh stellen, einer hochbedeutenden Mizwoh- Daureisoh! Die Mühe ist nicht größer; der Lohn nicht geringer! Diesen rot? lesen wir in C. 22, 11, das 7:*zyty tyzSn xb. Wenn Lesen in der Thora Halten der Thora zum Zwecke haben soll, so werden wir beim Lesen dieses vzbn ab sicherlich den Vorsatz fassen, von heute ab mit aller Energie und Umsicht auf die Wahrung dieser Satzung zu achten. Keine Zeit ist hierzu geeigneter, als die jetzige, bibrr m hat seine Einkehr bei uns gehalten: z"? und B\sn pochen an unsere Thore; Schofarthon mahnet zur T'schuwoh. Jeder Vorsatz zum Guten bringt uns dem Guten näher, und dem Guten nahe zu kommen — welch' schöner Preis! L. K r a u s s. Zeitungsnachrichtev und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 3. Elul. Ihr Artikel über „Die Beden tung der Kohanim" war mir aus dem Herzen gesprochen. Sicherlich gibt es keine Entschuldigung für den Wegfall der z'xiz 77212 und sicher hat Jeder die Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß dieser nsry;rxo """ö zu ihrem Rechte verholfen wird. Vedauerlicherweise liegen aber die Verhältnisse und Umstände in manchen Gemeinden derart, daß es vielleicht eine Entschuldigung gibt, wenn jene gleichgültiger werden gegen L':iz reiz und daß es vielleicht nur einer Aufklärung bedarf, um die Einrichtung des „Duchenens" wieder einzuführen. Aengstlich wird dafür gesorgt, daß die Kohanim sich nicht z'rizb xczo sind, daß sie keine 7!^"!- heirathen. Die orthodoxen Rabbiner suchen init allen Mitteln die „Reinheit der Priester" anzustreben. Wie geht es aber mit den Studenten, die, trotzdem sie Kohanirn sind, Medizin studiren? Ein nicht ZTivb sazz sein ist ja vollständig unmöglich. Solche Studenten lassen sich dann in einer Gemeinde nieder, in der sie vielleicht der einzige Kohen sind. Sollen solche Kohanim auch buchenen dürfen? Sicherlich nicht. Wie gleichgültig diese Herren thre.1^7,2-Würde betrachten, dürfte aus Folgendem hervorgehen. Mir ist ein Fall bekannt, wo ein norddeutscher Rabbiner fi3, der unter dem Deckmantel der Orthodoxie Reformbestrebungen huldigt, seinen Sohn Medizin studiren läßt. Dessen Sohn verläßt nicht einmal das anz, während sein Vater „duchent." Die übrigen Kohanim in der Gemeinde haben theils aus Empörung darüber, theils weil sie zurückgesetzt werden, schon seit Jahren nicht mehr O^7!Z nmz ausgesprochen. Während nämlich jener Rabbiner hoch oben auf der Kanzel „duchent," wünscht er, daß die anderen Kohanim hinter dem Chasan stehen sollen, um zu „duchenen". Diese Zurücksetzung paßt den Kohanirn nicht. Mit Recht! Ich dächte auch, daß in punkto (Hz der Rabbiner ebensoviel ist, wie der