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Der Israelit · 1901-08-19 · Heft 65 (19.8.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 65 (19.8.1901)
Date
1901-08-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1435 Jakob Gabel so orthodox verjudet werden, macht , das semitische Blättchen förmlich rasend. Ganz anders das offizielle ungarische Organ des vaterländischen orthodoxen Judenthums. Im „Zsido Hirado" schrieb nämlich der Sekretär der Durchführungskommission, Daniel Weiß, unter der Ueberschrift „S ch a n d j u d e" (Gyasz Zsido) einen geharnischten Artikel, in welchem es unter anderem über Herrn Edmund B a r t a folgendermaßen heißt: „Einen gefährlicheren und verachtungswürdigeren I e i n d als diesen Menschen hat das Judenthum nicht. Er ist verachtungswürdiger, als jeder nicht- , jüdische Judenhasser, denn diese können unter Umstän-; den blos Verführte sein. Der Deputirte Edmund Barta hat aber die orthodoxen Juden trotz besserer Ueberzeugung schnöde verleumdet und deßwegen verdient er „S ch a n d j u d e" genannt zu werden. Und die Karavane zieht weiter. Direktor Jakob Gabel, der zur Zeit in Marienbad weilt, wurde von mehreren hundert Wählern bereits als Kandidat der liberalen Partei proclamirt und wurde diese Kandidatur telegraphisch auch der ungarischen Regierung mitgetheilt. Der Präsident der liberalen Partei, Baron Hr. Podmaniezkp, erwiederte auch sofort in einem herzlichen Telegramm, daß die Regierungspartei Herrn Gabel als ihren Kandidaten mit Freuden begrüße und ihn auch mit bestem Wohlwollen unterstützen wird. Nahezu sechshundert Wähler übersandten auch eine Adresse an Herrn Gabel und ersuchten ihn, in ihrer Mitte zu erscheinen. Bemerkenswerth ist der Umstand, daß die meisten dieser Wähler nichtjüdische Bürger sind. Die größten politischen Kapazitäten interessiren sich für den Sieg Gabel's und es wird ein j wahrer Kidusch-Haschem sein, wenn er — was wir be-! stimmt hoffen — als Abgeordneter gewählt wird. Es! wird dies ein wahrer Sieg des echten Liberalismus sein,! denn Jakob Gabel zieht in den Wahlkampf nicht mit; materiellen Mitteln, sondern mit geistigen Waffen. Sein Vermögen ist seine Tugend, sein makelloser Chat rakter, seine Gelehrsamkeit, sein Edelsinn, sein idealer > Patriotismus nnd seine politische Klugheit. j O e st e r r e i ch. i Prag, im Aug. (Vom alten Prager, I » d e n k i r ch h o f.) Die „Bohemia" schreibt: Der | langjährige Kainpf um die möglichst unveränderte Erj Haltung des alten jüdischen Friedhofes, — ein Kampf, i den die israelitische Beerdigungsbrüderschaft gegen die | Prager Stadtgemeinde, bezw. gegen die seither von allen Instanzen genehmigte Regulirungslinie führte, — : ist nunmehr endgültig zu Ungunsten der unveränderten I Erhaltung des Friedhofes entschieden worden. Das! Stadtverordneten-Kollegium beschloß mit allen gegen j sieben Stimmen, dem Friedhofe rund 2000 Quadratj meter der Assanirung zuliebe wegzunehmen. Der j Stadtrath hatte wiederholt diesen Beschluß gefaßt und | die schweren Opfer, zu denen sich die Beerdigungs- ' Brüderschaft entschlossen hatte, waren vergeblich angeboten. Sie bot für die Abtretung einer Fläche von 450 Quadratmetern, die Zahlung einer Summe von 60,000 Kronen und die Tragung aller mit der Aenderung des Lagerplanes verbundenen Kosten an, sie legte mehrere Pläne vor, wie die Regulirungslinie ohne Beeinträchtigung des Gesammtplanes abgeändert werden könnte. Nichts nutzten die Eingaben, die alle Czechischen Künstler- und Schriftsteller-Vereinigungen Prags an die Kommune richteten, um den alten jüdischen Friedhof, eine der größten Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt, intakt zu erhalten. Da entschloß sich die Beerdigungsbrüderschaft, direkt an die Stadtverordneten zu appelliren und dieser Appell kam in einer Sitzung des Stadtverordneten-Kollegiums zur Verhandlung. Der Referent brachte das Ansuchen der Brüderschaft zur Verlesung, das aus religiösen, historischen, künstlerischen und hygienischen Gründen — der alte Judenfriedhof bildet inmitten der Stadt einen großen Garten — auf die möglichste Erhaltung des Friedhofes in seiner Gänze lautete, gab bekannt, welche Opfer die Brüderschaft dafür auf sich nehmen wolle, und fügte bei, daß der Stadtrath auf seinen ursprünglichen Beschlüssen beharre, umsomehr, als nach der genehmigten Regulirungslinie in der Nähe des Friedhofes vom Staate bereits mit dem Baue des neuen Gebäudes für das ezechische akademische Gymnasium begonnen worden sei. In die Debatte griff als erster Herr Dr. Jerabek ein. Er führte aus, daß in Prag assanirt werde, wie ni ch t assanirt werden solle. Wenn an Stelle des Judenfriedhofes nur ein gewöhnlicher Garten stehen würde, müßte man aus hygienischen Gründen für die Erhaltung dieses Gartens eintreten. So aber handle es sich mn mehr als einen Garten, um ein großes, altes Denkmal eines Volkes. Die ezechische Toleranz habe, trotzdem die Juden gegen die Czechen gewesen seien, dieses Denkmal stehen lassen, selbst ein Erzbischof, Ehlumeanskv. sei als Anwalt für diesen Friedhof aufgetreten. Erst dem 20. Jahrhundert sei es Vorbehalten gewesen, mit seinen schönen ..Assanirunasplänen" zu kommen. Das Gefühl für Schönheit, Geschichte und Hygiene verlange, daß der Friedhof unverändert bleibe. Dorum beantrage Redner, der Lagevlan möge in diesem Sinne abgenndert werden. Bei der Abstimmung stimmten, wie schon erwähnt, nur sieben Stadtverordnete für den Antrag des Dr. Jerabek, woraus der Antrag des Stadtrathes zum Beschlüsse erhoben wurde. Palästina. Jerusalem, im Aug. In Nr. 58 Ihres Blattes brachten Sie den Bericht eines Katholiken über die biesiaen Witterungsverbältnisse. Hätte das Auge Ihres Berichterstatters 'Jerusalem nur im Fluge gestreift und sein Geist den Eindruck einer hiesiaen Straßenscene in sich ausgenommen, so hätte seine Notiz anders lauten müssen. Werfen Sie mit mir einen Blick auf die staub-

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