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Der Israelit · 1901-08-14 · Heft 64 (14.8.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 64 (14.8.1901)
Date
1901-08-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1405 Gott es ist, dem allein wir alle 1212 verdanken. Der . Segen liegt nicht in unserer, sondern in Gottes Hand, ri *7212% Und wenn wir hundermal glauben, unsere Energie, unsere Intelligenz sei es, welche über unsere j 1212 entscheidet, daß uns die einmal gewordene 1212 auch dauernd gesichert bleibe, daß sie uns und wir ihr! erhalten bleiben, das liegt ganz sicher nicht in unserer Macht, das liegt bei Gott -]iDBn. Und daß zu der von Gott gewährten .1212 uns die die rechte Einsicht und Erleuchtung zu ihrer Verwendung werde, daß uns der Besitz nicht stolz und hart macht, das erbittet der Kohanim-Segen für uns, wenn er auch um Erleuchtung und um fn mit den Worten "jam tob *n ns1 bittet. Daß dieser sn, dieser Beisall der Menschen uns nicht denjenigen Gottes verscherze, daß es uns vergönnt sein möge, die von Gott gewährte Segensfülle so zu verwenden, daß Gottes Blick wohlgefällig auf dieser ihrer Verwendung ruhen kann, und daß dieses Bewußtsein uns den Frieden sichere, den alle in rastlosem Kampfe ums Dasein vergeblich suchen, das ist der Wunsch, in welchem der Segen mit den Worten ausklingt: Bl^t? ■f? 2B>1 TOS 7! SB*'. Es kann nicht schwer fallen, gerade in unserer Zeit, für unsere Zeit eine richtige Würdigung dieses Segens anzubahnen. Ist dieser Segen erst in seiner vollen Bedeutsamkeit gekannt und gewürdigt, so wird und muß er auch zur Würdigung derjenigen führen, die ihn für die Gemeinde von Gott erflehen. Und ist andererseits diese Heiligkeit des von Gott für Zuweisung seines Segens bestimmten Mediums erst begriffen und verwirklicht, dann wird diese Verwirklichung die Sehnsucht nach dem Segen ivecken,den die Fortträger der Heiligkeit Ahrons den Gemeinden zuwenden, über die sie segnend die Hände erheben. So wird vonrpi2 die 2012 mpnp und 2012 ncnp die 20.12 1212 zur Folge haben. Möge diese Anregung nicht unbeachtet bleiben, und ihre Beherzigung uns die Erfüllung des Wunsches sichern, mit dem die Gemeinde den Segen der Kohanim begleitet: B"i bxiL" 1*2 -joy bri O'bx 2Wie> pan vr 2'dB> IIKB'vd 1212% fex. Zeitungsnachrichten und (korrespondenzen. Deutschland. Mainz, 14. Aug. Auf unsere in Nummer 69 erschienene Redaktionsbemerkung zum Realschulbericht aus Waag-Neustadl in Ungarn, sind uns von mehreren hervorragenden ungarischen Rabbinen und anderen Persönlichkeiten umfangreiche Zuschriften zugegangen. In allen Kundgebungen wird die vollständige Richtigkeit unserer Auffassung bezüglich der S t a t u s q u 0 - Gemeinden zugegeben und in der angeregten Richtung werden auch weitere Vorschläge gemacht. Insbesondere wird aber vom Vorstande der erwähnten Kultusgemeinde gefordert, über die Resultate der vor zwei Jahren in dieser Frage inszenirten Bewegung Bericht zu erstatten. Wir glauben, von der Veröffentlichung dieser Zuschriften e i n st w e i l e n abzusehen in der Voraussetzung, daß der Kultusvorstand zu Waag-Neustadl sich zu Worte melden wird. Sollte diese Angelegenheit nach^r ventilirt werden, wollen wir gerne die uns zur Verfügung gestellten werthvollen Daten benützen. Die freundlichen Einsender der Statusquo-Aufsätze bitten wir, dies zur gesl. Kenntniß zu nehmen. Berlin, 12. Aug. „Der Bankerott der antisemitischen Partei" wird der letzteren von einer Seite attestirt, gegen deren Autorität wohl kaum werden Einwendungen erhoben werden können, näm.lich von einem ihrer thätigsten Apostel und ältesten Vorkämpfer, Herrn Johannes Wilberg in Berlin, dem nach Ahlwardt und Liebermann fleißigsten Volksredner in den Agitationsversammlungen der Partei. Dieser Herr — seines Zeichens Journalist, nämlich Redakteur der antisemitischen „Staatsbürgerzeitung" — hat ein Flugblatt erscheinen lassen, worin er in beweglichen Klagen den Mißerfolg der Parteibewegung in Berlin offen bekennt. Es heißt darin U. a.: „Seit 16 Jahren stehe ich in der Berliner antisemitischen Bewegung und bin als Redner unserer Sache in Berlin wohl der einzige, der die Zeit von Henrici bis heute nicht nur mit gesehen, sondern auch mit durchlebt hat. Von Henrici bis heute! Jeden ehrlichen Antisemiten packt ein ingrimmiger Zorn, wenn er diese Zeit zurückdenkt, und wer nun gar 18 Jahre hindurch seine Lunge, seine Gesundheit, seine Existenz und einen nicht unbeträchtlichen Theil seines Geldes geopfert hat, der möchte verzweifeln, wenn er sieht, wie bisher fast alles umsonst war und wie wenig wir in so langer Zeit erreicht haben. Hätten wir nur stets die Sache im Auge gehabt, so wären wird wohl heute die mächtigste und einflußreichste Partei im ganzen Lande. Aber leider haben wir gar zu oft die Personenfrage statt der Sache in den Vordergrund gestellt. Und gerade daran mußten wir immer und immer wieder scheitern. Keine einzige Partei hat so viel Gaukler und Schaumschläger in ihren Reihen gezählt, wie die unserige, und keine Partei hat sich von Phrasenhelden und elenden Spekulanten nasführen lassen, wie die antisemitische. Wie der Ertrinkende sich in seiner Angst noch an einen Strohhalm klammert, so hoffte und vertraute der durch die Judennoth ausgesaugte und dem Untergange nahe Mittelstand auf jeden, der sich ihm unter der Maske des Volksbeglückers näherte, auf jedenGaukler, der Heldenthaten versprach und mit großen Worten Begeisterung für unsere edle Sache heuchelte, nur um sich mit dem Gelde der allezeit opferfreudigen Gesinnungsgenossen die Tasche zu füllen. Solcher Gaukler und

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