Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 63 (12.8.1901)
- Date
- 1901-08-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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13S2 Wanderung russischer Juden nach Amerika verausgabt wurden, waren kein Almosen, sondern eine vorzügliche Kapitalanlage gewesen, welche setzt dein gesainmten Judenthum reichliche Zinsen trägt. T. Literarisches. rxxc cnn dv p^n pj2,j3 'c s^xr nrzcn bxt pcoa rra ddueö fern "i’^e p*Tin pxn chHn-i cir*w p*p~ ib:c ^>b»’b "2* vr-ic b"p^n ibid P'Dd TiTC'X T\:v X"J?' ttpSD DB1J Die ersten drei Theile dieses Werkes tvurden bei ihrem Erscheinen in diesen Blättern bereits besprochen und nach Gebühr gewürdigt. Nunmehr liegt der Schlußband in schöner, gediegener Ausstattung vor uns. Für die Besitzer der ersten Theile, denen die Borzüge dieses Werkes bekannt sind, genügt die Anzeige, daß nunmehr der vierte und zugleich Schlußband erschienen ist, sie werden nicht versäumen, sich denselben anzuschaffen und mit Freuden die Gelegenheit ergreifen, das bedeutsame Werk zu komplettiren Für diejenigen jedoch, denen das Werk noch fremd ist, möge hier ein Wort der Würdigung folgen. Es ist ein wohlthuendes Gefühl für den Referenten, wenn er mit ganzem Herzen und aus voller Ueber zcugung ein litterarisches Produkt empfehlen kann. ES ist ja selten genug der Fall. Dieser seltene Fall trifft hier zu. Der Verfasser s. A. war ein Meister des hebr. Stiles, seine Sprache ist korrekt, flüssig, leicht verständlich und doch edel und vornehm. Seine hagadischen Auslegungen sind treffend und enthalten eine Fülle schöner, geistreicher Gedanken; sie werden auch einem verwöhnten Geschmack Zusagen. Und was noch besonders zu ihrem Lobe hervorgehoben zu werden verdient, sie sind modern im besten Sinne des Wortes. Mit scharfem, durchdringenden Blick erspäht der Verfasser die Gebrechen und Schäden seiner Zeit auf religiösem Gebiete, und er wird nicht müde, zu mahnen und zu lvarnen und auf deren Abstellung zu dringen. Die Hagada ist ihm nur Mittel zum Zweck, um 12-2 zu lehren und min nanx: a*et^ dxt zu verbreiten. Dieser Zweck ist ihm auch gelungen, wie allgemein bekannt ist. Er hat Jahrzehnte lang einem größeren Publikum Vorträge gehalten und mit zündender Beredsamkeit Begeisterung für das heilige Erbe unserer Väter, fllr-^rn'rl nennpn, im Herzen Vieler erweckt Jetzt, da seine Vorträge gedruckt vor uns liegen und den weitesten Kreisen zugänglich gemacht sind, wird ihr Wirkungskreis noch größer und umfassender sein. Es wird sich bewahrheiten das schöne Wort unserer alten Weisen: D*p'“öt proo “ijtp fnrraa. Der Sohn des Verfassers s. A., Herr Rabbiner Viktor Sußmann in Csuz, Ungarn, von dem das Werk zu beziehen ist, hat durch die Herausgabe desselben seinem Vater ein ehrendes Denkmal errichtet und wir wünschen ihm, daß er durch zahlreichen Absatz für seine Mühen und Kosten entschädigt werde. E. Feuilleton. Von M. «sckol. 1J Berlin, 15. Mai 188 . Lieber Bruder.' Dein letzter Brief aus Basel hat mir viele Freude bereitet. Rach diesem langen, trostlosen, nördlichen Winter mußte für Dich, der Du kaum von Deiner langwierigen Krankheit genesen bist, der Aufenthalt in jenen südlichen gesegneten deutschen Gauen, überdies noch in dieser herrlichen Frühlingszeit, ein doppelter Genuß, eine doppelte Erholung sein. Fast beneide ich Dich hiervon meinem finsteren, staubigen Comtoir aus. -— Doch was verstehe ich vertrockneter, verknöcherter Geschäfts - mensch von Natur und Frühlingsstimmung? — Aber Du, der Idealist und der poetische Repräsentant unserer Familie, Du weißt diese Reize der Natur zu schätzen und tauchst unter in den Genuß des Frühlingslebens. Bei alledem kann ich es mir als Ehes unseres Geschäftshauses, lieber Esra, nicht versagen, Dir meine allerhöchste Anerkennung und Zufriedenheit auszusprechen bezüglich Deiner Geschäftsersolge. Wer hätte gedacht, daß Du unseren bisherigen Geschäftsreisenden für Süddeutschland gleich im ersten Ansturni schlagen würdest?.' — Doch, nun auch ein ernstes, Ivohlgemeintes Wörtchen. Lieber Esra, Du weißt, daß Dich unser Haus nur mit Rücksicht auf Deine Rekonvaleszenz nicht wie bisher auf die Tour nach Posen, sondern nach dem schönen Süddeutschland geschickt hat Die Reise soll mehr eine Erholungsals eine Geschäftsreise für Dich sein. Darum brich jetzt Deine Geschäftstätigkeit ab und lvidme diese zwei Wochen bis zum Schowuothfeste ganz Deiner Erholung. Ich weiß wohl, Unthätigkeit ist Dir stets verhaßt gewesen; darum habe ich Dir auch bereits eine Beschäftigung zugedacht, lvie sie Deinem schwärmerischen Geist gcrviß willkominen ist. — Du iveißt, daß unsere sel. Mutter gar oft Hingelviesen hat auf die großen Ereignisse, die sich in der Vorgeschichte unserer Familie abgespielt haben müssen. Als z. B. Dir vor drei Jahren Deine liebe kleine Ruth geboren lvurde, da gab sie der Hoffnung Ausdruck, Deine Tochter möge sich des Namens würdig zeigen. Wie sie aus frühster Jugend wisse, sei der in unserer weitverzweigten Familie so viel vertretene Name Ruth zurückzusllhren auf eine große Familien-Stamm-Mutter, die