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Der Israelit · 1901-08-12 · Heft 63 (12.8.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 63 (12.8.1901)
Date
1901-08-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1391 Jos. Feist und S. Krämer sich große Verdienste erworben und teine Blühe gescheut, alle sich darbietenden Schwierigkeiten zu überwinden, die sich besonders bei der Frage nach geeigneten Schulräninen herausstellten. Die Verhandlungen der Schultommission mit dem Viirgerineifteramte führten zu dein günstigen Resultate, daß die mne der städtischen Fortbildungsschule im allen Bahnhof für eine geringe Miethe zur Versiigung gestellt lonrden. Als Leiter der Schule lvurde Herr Dr. G r o m b a ch e r berufen; neben ihm unterrichten noch zwei Lehrer, die Herren Kaufmann und Schlvarz. Die Aufsicht über die Schule hat Herr Oberrabbiner U r h. Der Behänd der Schule >var am Schlüsse des Semesters 220 Schüler und Schülerinnen. 3U Veginn des Winterhalbjahres sieht die Schule einein neuen Znivachs von Schülern entgegen. Saargeinünd, im Aug. In unserem seit einem Jahre ungefähr bestehenden Litteratur-Verein wurden in der nunmehr abgeschlossenen Saison folgende Vorträge gehalten: Von Oberrabbiner Dr. R etter- A,'eh: Mendelssohn; Rabb. Dr. D r e y f u s Weißenburg: Die Jiideneinanzivation, ein Werk der französischen Revolution: Oberkantor Kahn hier: Der synagogale Gesang in seiner Entwickelung. Vorlesungen aus der jüdischen Geschichte wechseln mit Vorträgen aus dciu Wochenabschnitte. Auch eine Bibliothek, die jüdische Werke moderner Schriftsteller enthält, lvurde begründet, auch jüdische. Zeitschriften werden gehalten. Wenn man bedenkt, wie es früher hier auf religiösem Gebiete aussah, so muß man mit diesem kleinen Anlaut zum Besseren sich wohl zufrieden geben. — Auch eine jüdische Restauration haben wir seit einiger Zeit hier. Deren Besitzer ist streng religiös. — Im benachbarten G r o ß b l i t t e r s d o r s lRabbinat Saargemünd) starb vor drei Wochen der fromme und gottesfürchtige Kantor Joseph Bloch. Derselbe war lvährend 37 Jahren daselbst als Chasan tbätig. Er ist der Bruder des sich jetzt in Paris befindlichen Rabbiners Bloch, der 1870 als der erste Jude vom alten Kaiser Wilhelm dekorirt lvurde; er hat sich als Rabbiner von Weißenburg für die Verlvundeten bei der dort stattgefundenen Schlacht sehr hervvrgethan; ein zweiter Bruder des Verstorbenen ist Lehrer in Rosheinl i. Elsaß. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Vien, r>. Aug. Am Sabbat Rachinu begingen lvir ein seltenes F-est. Herr Professor Simon Hofs - m a n n , feierte sein so. Gebnrtsfest. Seine zahlreichen Verehrer unb Frerrnde, die sein unermüdliches selbstloses Wirken hoch sch ätzen, brachten ihm mündlich, Abwesende in zum Theil schwungvollen Adressen, schriftlich die aufrichtigsten Glückwünsche dar. Droh seines vorgerückten Alters wzv schont er sich nicht, lvenn es gilt, für c\;vrs ~c*r dessen langjähriger Obmann er war, oder für den Krankenhaus-Koscher-Kostverein milde Gaben zu sammeln, oder Mitglieder zu werben. Möge der Allgütige ihn noch lange zum Besten der Armen gesund erhalten. - Kürzlich wurde hier ein Verein, „Thoraih- Ehesed," gegründet, desten ausschließlicher Zweck ist, junge Leute, die die ungar. Jeschibas besuchen, durch regelmäßige Beiträge zu unterstützen. Wer da weiß, mit welchen Entbehrungen diese jungen Leute zu kämvsen haben und welch' wichtiges Element dieselben für die Erhaltung der “impsind, c";y ’jaa '-nn rwn ssr c"rctr* muß diesem Verein seine Sympathien znlvenden lind machen ivir alle Freunde der Thora ans denselben aufmerksam. Der Vorstand besteht ans den Herren: Salomon Schreiber II., Ob. Donaustr. 77, Obmann: Emil Kritzler. Stellvertreter; M. A. Fürst, Eassier; Thcvdor Pappenheim, Schriftführer: Götz Hosbaner, Evntrollenr; Abraham Feuerring, Leopold Rosenbaum, Berthod Stroh, Ausschüsse. Rußland. Warschan. Im Jahre 1899 wohnten in der Gouvernementsstadt Shitvmir 30,000 Juden und nur .18,000 Christen. Die Zahl der jüdischen Handwerker übersteigt daselbst sowohl absolut, als auch relativ die der christlichen ganz bedeutend. So zählt Shitomir 094 jüdische gegen 116 christliche Schneider, 11 jüdische und 13 christl. Kürschner, 17 Färber (0), 73 Schmiede (38), 26 Glaser (0), 29 Gerber (13) und 29 Schornsteinfeger (29). Im Ganzen zählt Shitomir 1794 christliche und jüdische Handwerker, während die Juden entsprechend ihrer Zahl nur 2840 Handwerker zu stellen hätten. Ties hohe Bildungsbedürfniß unserer Glaubensgenossen wird küuiinerlich durch sieben Privatschulen mit 603 Schülern und Schülerinnen befriedigt. Außerdem gibt es eine Talmud-Thora mit 455 Schülern, die in dieser Armenschnle auch ein Handwerk erlernen können. Außerdem zählt die jüdische Gemeinde 71 Ehedarim, „konzessionirte" Melamdim, während die geiviß nach Hunderten zählenden nichtkonzeffionirten heiulliehen Melamvim natürlich in der Statistik nicht ansgesührt werden können. In den konzessionirten Ehedarim werden 983 Schüler unterrichtet. A m e r i k a. viewvork. (Segen der A u s w a n d e r u n g.) Die in Rewhork ansässigen Inden aus Elisabethgrad haben ans die Nachricht von der in Südrußland herrschenden Hungersnoth unter sich eine Kollekte veranstaltet, )oelche den Betrag von 1000 Rubel ergeben hat. Das Geld lvurde von den ehemaligen Elisabethgradern dem Kronrabbiner ihrer früheren Gemeinde, dem Ingenieur Demkin, zur Verfügung gestellt. Immer von Rene», stellt es sich heraus, tvelcher enorme Segen durch die Beförderung des Emigrationslvesens gestiftet loird. Die großen Summen, welche 1890—91 für die Aus-

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