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Der Israelit · 1901-08-08 · Heft 62 (8.8.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 62 (8.8.1901)
Date
1901-08-08
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1380 Stätte sich befindet, die Grabschrift des Rabbi Nathan Adler s. A., die aber bei der Aufnahme der Inschriften übersehen wurde. Hier sei bemerkt, daß es sehr wünschenswerth wäre, wenn zur Vervollkommnung unseres Werkes nochmals auf dem Friedhofe revidirt würde, welche Grabsteine keine Nummern haben und noch nicht ausgenommen sind. Diese jetzt vergessenen Grabsteine, u. es scheinen deren eine ganze Reihe zu sein, könnten leicht in einem Nachtrage ebenfalls veröffentlicht werden. Wer einmal die eng zusammenstehenden Grabsteine des alten Frankfurter Bet Olom gesehen hat, den kann es nicht wundern, daß trotz aller Mühe und Sorgfalt viele Steine übersehen wurden. Der leider früh verstorbene David Kaufmann hat werthvolle Notizen zu einem Theile der Inschriften beigegeben, die in geschickter Weise von Herrn Dr. Freimann von der Frankfurter Stadtbibliothek fortgesetzt und vermehrt wurden. Herr Lehrer S. Unna hat mit großem Fleiße ein nach Familien geordnetes Register ausgearbeitet. Durch zwei künstlerisch ausgeführten Lichtdrucke gewinnt auch der Fremde, der den Friedhof nicht besuchen kann, ein Bild dieser altehrwiir digen, geheiligten Stätte. Möge unser Werk, das wir dem Fleiße der Gelehrten und der hochsinnigen Förderung des Gemeindevorstandes verdanken, Anerkennung und Nachahmung finden. Wir hoffen, daß man in Frankfurt auf dem einmal betretenen Wege lveitergeht, indem man trotz und wegen des großen Umfanges die werthvollen Auf Zeichnungen der seit Jahrhunderte peinlich genau ge führten Beerdigungsbücher der Ehewra Kadischa bald in ebenso sachkundiger Weise veröffentlicht, wie die Inschriften des alten Bet Hachajim. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. München, 4. Aug. (Israelit. Kranken V f l e g e r i n n e n.) Bekanntlich ist diese hochzuschätzende Institution, welche auf Anregung der hiesigen B'ne Brith-Loge entstand, im November 1900 in Wirksamkeit getreten. Die ebenso verständnitzreiche, als liebevolle Hingebung und der edle, niemals ermüdende Eifer, mit welchem die wackeren Schwestern ihres heiligen Amtes walten, haben überall aufrichtige Bewunderung und höchste Anerkennung gefunden. Das Wachsthum und die Entwickelung unserer Gemeinde im Zusammenhänge mit den socialen Verhältnissen bringen es mit sich, daß das Verlangen nach Hilfe, welche diese edlen Schwestern leisten, ein so ausgedehntes wird, daß die vorhandene Anzahl diesen unmöglich Genüge zu leisten vermag. Nachdem es an Zugang geeigneter neuer Kräfte fehlt, sieht sich das Kuratorium des israelitischen Schwesternheimes München; veranlaßt, nachstehendes Rundschreiben ergehen zu : lassen: „Es dürfte Ihnen nicht unbekannt geblieben sein, daß seit November 1900 in hiesiger Stadt „Israelitische Krankenpflegerinnen" thätig sind, welche auf Kosten der München-Loge B'ne B'rith ihre Ausbildung in jüdischen Krankenhäusern genossen haben. Die Nachfrage nach diesen Schwestern ist in allen Kreisen jeder Konfession eine so große, daß das Unterzeichnete Kuratorium, welchem die Schwestern unterstellt sind, sein Augenmerk darauf richten muß, die Zahl derselben allmählich zu vermehren. Die Lehrzeit — und zwar im jüdischen Kranken Hause in Berlin -- dauert ein Jahr. Die Schülerin erhält während dieser Zeit Dienstkleidung, freie Station und Alk. 10 monatliches Taschengeld. Rach vollendeter Lehrzeit verbleibt sie noch ein Jahr zum Zwecke der Uebung in der Privatkrantenpflege im Schwesternheim des Vereins für jüdische Kranken Pflegerinnen in Berlin und bezieht ein monatliches Gehalt von Mk. 20 bei freier Station. Nach Ablauf dieses zweiten Jahres siedelt die Schwester zu uns nach München über. Hier steigert sich ihr Gehalt allmählich auf Alt. 600. Für den Fall der Dienstunfähigkeit tritt nach Maßgabe der deßfallfigen Bestimmungen angemessene Pension ein. Für alles Neblige beziehen lvir uns auf beifolgende Drucksachen, um deren aufmerk same Durchsicht lvir höfl. bitten. Nach Vorstehendem stellen lvir das ergebene Ansuchen, Mädchen und alleinstehende Frauen Ihrer Ge meinde in einem vollendeten Alter von 20—80 Jahren, welche geneigt wären, sich der Krankenpflege zu widmen, zur baldigen Anmeldung bei uns zu veranlassen. (Adresse: „Israelitisches Schwesternheim, Mathildenstraße 9, München.) Dem Aufnahmegesuche sind beizulegen: 1) ein von der Bewerberin geschriebener Lebenslauf, 2) Geburtsschein, 3) Schulzeugnisse. Voraussetzung für die Berücksichtigung ist, daß die Bewerberin einen tadellosen Ruf genießt, vollständig gesund und arbeitsfähig ist und Uebung in den einfachen häuslichen Verrichtungen besitzt. Wir erlauben uns noch Ihrer gefl. Beachtung zu empfehlen, daß der Beruf einer Krankenpflegerin ein zwar beschwerlicher, aber uniso ehrenvoller, reiche ideale Befriedigung gewährender Beruf ist, der unversorgten Alädchen und alleinstehenden beruflosen Frauen eine wahrhaft edle Existenz zu gründen Gelegenheit bietet." Es ist zu wünschen, daß sich auf diesen Aufruf hin opferwillige Mädchen in genügender Anzahl finden mögen, die auf diese Weise dem edelsten Berufe, Kranken und Leidenden in schweren Stunden ihr Loos' lichtvoller zu gestalten, ganz und voll entsprechen. —In letzter Zeit scheint es dem so ruhmvoll bekannten Antisemiten Wengg ganz besonderes Herzens-

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