Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 57 (22.7.1901)
- Date
- 1901-07-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Odesa 2× ep/1000834
- Hrodna 1× ep/1044655
- Minsk 1× ep/1000754
- Vilnius 1× ep/1000947
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1260 einer Ausdauer und einem Erfolge, die auch Sie anerkennen muffen. Sie besorgt sie in Gemeinschaft mit den Israeliten Deutschlands. Diese sind ihre Mitarbeiter seit Gründung der „Alliance", und sie haben zu ihrer Entwickelung mächtig beigetragen. Ihr Antheil ist ein großer bei all' dem, was die „Alliance" gegen Unduldsamkeit und religiöse Verfolgungen unternon: men hat, bei allen Werken des sittlichen und geistigen Fortschrittes, die die „Alliance" in verschiedenen Lau dern der Erde gestiftet hat, Werken, die dem Judenthum und den Juden zur Ehre gereichen. In allen Theilen Deutschlands wurden Komitees gebildet. Diese haben noch heute in ihrer Mitte Mitarbeiter, die schon in der ersten Stunde da waren. Sie sind durch eine Erfahrung überzeugt, daß das, tvas die Stärke der „Alliance" ausmacht, in der Ausscheidung aller politischen und religiösen Meinungsverschiedenheiten und in der Einheit des Werkes liegt. Sie denken ebensowenig daran, sich von uns zu trennen, wie wir von ihnen. Wenn Sie nun geneigt scheinen, aus politischen Erwägungen oder vielleicht aus Furcht vor unseren Feinden, den Namen „Alliance" zurückzuweisen, werden darum unsere Anhänger nicht auch fernerhin glauben, daß sie unserem Glauben treu bleiben, jede politische Differenz beseitigen, alle ihre Kräfte und ihren ganzen guten Willen der „Alliance" zur Verfügung stellen müssen zur Emanzipation, zur sittlichen Hebung der Juden und zur Erhaltung einer ganzen Reihe von Institutionen, die seit 40 Jahren zu diesem Zwecke gegründet wurden? Das sind die Gesichtspunkte, die wir Ihnen entwickelt hätten, Ivenn Sie uns Gelegenheit gegeben, Ihr Projekt des „Hilfsvereines" kennen zu lernen, bevor Sie es zum Beschlüße erhoben haben. Thatsächlich haben wir vor Empfang Ihres Briefes vom 21. Mai keine Nachrichten von Ihnen erhalten. Wir sagen Ihnen heute unsere Meinung mit jenem Freimuthe, den wir Männern Ihrer Art schulden, die beseelt sind von gutem Willen und von dein aufrichtigen Wunsche eines Einvernehmens mit der „Alliance". Wir haben unsererseits die Ueberzeugung, daß der gemeinsame Wille unserer Glaubensgenoffen, die Juden zu stützen und zu erziehen, uns einträchtig diesem Ziele, so gut als es nur geht, wird zustreben lassen." Rußland. Odessa. Ueber die geräuschlose, aber wirksame Thätigkeit der „I. K. A." in den zahlreichen jüdischen Kolonien Rußlands gibt der eben veröffentlichte Jahresbericht dieser Gesellschaft keine erschöpfende Auskunft. Wie umfangreich und tief einschneidend dieselbe jedoch sein muß, darüber hat der durch seinen hochwichtigen Bericht über die jüdischen Kolonien in Palästina in weiten jüdischen Kreisen bekannt gewordene Agronom A. Sußman in einer Sitzung des Odeffaer Kol mitee der Chowaweh-Zion einige interessante Daten! mitgetheilt. j Danach hat die „I. K. A." in den Kolonien der j drei Gouvernements Wilna, Minsk und Grodno! zwei geschulte Agronomen angestellt, welche die Kolo J nisten lehren sollen, ihre Weiden zu verbessern und ans ihren: sandigen Boden geeignete Kulturen einzuführen. Tie beiden A'gronomen haben ztvei Broschüren in: Jargon herausgegeben, tvelche wichtige agronomische Be lehrungen enthalten und von den Kolonisten mit eben soviel Eiter, als Berständniß gelesen tverden. In den jüdischen Kolonien Bessarabiens tverden Obstgärten und Weinberge angelegt und in Jaruga u. a. Plätzen, too der Weinbau bereits betrieben wird, bessere Sorten, sowie geeignetere Methoden eingesührt. So haben die jüdischen Winzer in Bessarabien Apparate zur Bekämpfung der Pilzkrantheiten der Trauben, sowie kleine Pressen zur selbstständigen Weinfabrikation erhalten. Welche enorine Summen die „I. K. A." alljährlich in Rußland ausgeben muß, ist aus der That sache zu ersehen, daß sie allein für die jüdischen Winzer in Bessarabien im Jahre 1.000 nicht weniger als 46,000 Rubel (ettva 100,000 Mk.) verwendet hat. T. Odessa. Die Ernteaussichten aus dem süd-russischen Nothstandsgebiete tverden allseitig als überaus günstig geschildert. Die Wintersaaten sind in den Gouvernements Eherson, einem Tbeile der Kriin. Podolien und Bessarabien vortrefflich gediehen, und verspricht namentlich der Roggen ganz besonders im Gouvernenient Eherson eine überaus glänzende Ernte. Biele Bauern hoffen pro Hektar 48—64 Centner Roggen pi erhalten, ein Ergebniß, das seit 1866 nicht inehr vorge konunen ist. Dazu komint noch das Ergebniß aus den verstreuten und aufgegangenen Körnern (Selbstsäung), lvelche gerade in diesen: Jahre einen solchen nie dage tvesenen Umsang angenommen hatte, daß manche Bauern ihre Felder gar nicht zu bearbeiten brauchten. MMheilllllgkll aus den jiii>. ArmMreiuen und für dtelelve«. (Sümmttiche jüd Wauderbettetvereine uns tfattrtt für Durchreisende sind gebeten, uns Mitthciluugen über Erfahrungen die sie auf dem Gebiete ihrer Thütiikeit machen, zukommen zu lassen) Pfeddersheim, 18. Juli. Am 6. d. Mts. engagierien wir für die hiesige israelitische Gemeinde einen Ehasan und Schochet, Abraham Jutkowitz ans Lodz. Derselbe ivar uns von Herrn Cantor Kowalsky aus Bingen zugeschickt, dem er sich als der betreffende junge Mann vorgestellt hatte, nach welchem er an Herrn Oskar Lehmann in Mainz geschrieben hatte. (Uns nichts davon bekannt. Red. d. „Jsr.") Er gab an, vordem drei Monate in Mülhausen i. E. als Hülfsschochet thä-