Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 56 (18.7.1901)
- Date
- 1901-07-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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42. Jahrgang. Erste Aerkage zu M 56 des „Israelit." leitender Artikel. (vinr Peiiinkmill üir rrftni 1:7. V(iivj bcr verborgensten Ecke des Bücherschrankes, wo es dos cunt(’,c Jahr über ein unbeachtetes Dasein fuhrt, Halen mir jetzt wieder das 77:771 r hervor, um am Tage der nationalen Trauer unseren wehinüthigen und schmerzlichen Gesühlen öder den ::-iK2 .->'2 Ausdruck zu verleihen. Wie es mit dem Texte unserer "1:7 bestellt ist, weis; wohl Jeder, der die Verpflichtung fühlt, daß das, was gesagt werden soll, auch mit Verständnis; des Wartsinnes gesagt werden mutz. Kein Theil unserer Liturgie ist so durch Druck- und Abschreibefehler verderbt, mie gerade dieser, und davon macht auch die Aus gäbe van Heidenheim keine Ausnahme. Eine korrekte Ausgabe, verbunden mit einer geschichtlichen Untersuchung über die 77:7 und deren Verfasser, ivird wohl noch lange ein frommer Wunsch bleiben. Hoffentlich kommt noch früher der von uns Allen ersehnte Zeitpunkt. da die Veranlassung zum Anstimmen der Klagelieder gänzlich in Wegfall kommt k"23. Zum bevorstehenden 2x2 'z an dem wir, wie es doch den Anschein bot, die rrp wieder zur Hand nehmen inüssen, möchte ich die ''Aufmerksamkeit der Leser dieses Blattes, soweit sie sich bemühen, die m zu verstehen, auf folgende Stelle lenken. In der ersten 1:7, die mit dem Worte n2ir beginnt, tautet die vorletzte Strophe ik: b:v: 21b 2'tyn ,7:&:k 222 npn er 2 12: peSiS “Hin 722 rrtr. Der zweite Vers dieser Strophe fällt dadurch auf, daß kein Objekt vorausgegangen ist, worauf sich die Worte: „über Vergeltung an „ihnen" 11. s. w. beziehen könnten. Das 21^ dieses Verses verlangt doch, datz die Feinde Israels vorher genannt seien, was aber, so wie diese Strophe vor uns steht, nicht der Fall ist. Wenn wir jedoch den kunstvollen Vau dieser i:h näher betrachten, so ergibt sich mit zwingender Rothwendigkeit, datz eine Umstellung der Verse in dieser Strophe vorgenommen werden mutz. Wir wüsten dazu die rwN rfae zur Hand nehmen. Die Anfangsworte von je einem Verse der fünf Kapitel der 12'K rte — und zwar bei den ersten vier Kapiteln vom 722- Vers abwärts, beim fünften Kapitel von dem entsprechenden 16. Vers abwärts — hat der Verfasser, R. Eleasar Hakalir, znm Ban seiner 1:7 verwendet, wie folgendes Beispiel zeigt: Im ersten Kapitel finden wir die Worte b: 7^2 12K, im zweiten das Wort 722, im dritten die j Worte 1.-722 71.1:2: und 7-2:, im vierten das Wort v: und im fünften das Wort retf. Wir haben dem nach sieben Anfangs- oder, wie wir es nennen wollen, Stichnwrte und diese vertheilen sich auf die sechs Verse der ersten Strophe in der Weise, datz der erste Vers mit den zwei letzten Stichworten 11:2 .1:tr beginnt, die folgenden vier Verse mit den vier anderen Stichworten 722 , h: 71.-722 77.-722 und der letzte Vers schlietzt mit einem Satz des ersten Kapitels i'2X bv ib2. Genau in derselben Weise sind die übrigen Strophe» komponirt, nämlich mit den Anfangsworten der folgenden Verse und zwar immer in rückwärtsschreitender Reihenfolge, so datz das Stichwort aus dem letzten Kapitel am Anfang jedes Verses steht und der Satz aus dem ersten Kapitel den Schlutzvers der Strophe bildet, wie sich Jeder überzeugen kann, wenn er sich die geringe Mühe nimmt, mit der id'k rte in der Hand die Struktur dieser 1:7 zu prüfen. Betrachten mir nun nach dieser Reihenfolge die letzten Verse aller fünf Kapitel der w», so finden wir in rückwärtsschreitender Reihenfolge als Stichwort vom letzten. 22. Vers des fünften Kapitels '2; vom vierten Kapitel das Stichwort 22: vom dritten Kapitel die drei Stichworte 71121, sodann fnn und zuletzt rückwärtsschreitend 2-L'.->; als Stichwort des zweiten Kapitels Kipn und vom ersten Kapitel die Worte nnyi b: x:n 7:2^. Rach dieser Reihenfolge, die in der ganzen 137 eingehalten ist, müssen die einzelnen Verse unserer vorerwähnten Strophe folgendermatzen geordnet sein: bv yi 'syr psSsS sp-tm (2 .7:-^ 222 npn en '2 (I 7x2 b::: :npn (4- ,7:^2 ’stm 27,21b f.m (tz .7:12^ b: K2n (<t ,7:22 2:132 c:d did^S Kipn (5 ,7:2 nun ,7:2^ snvi Auf diese Weise ist die gewohnte Reihenfolge in der Struktur dieser i:'i vollständig gewahrt und das 21b :w'n des vierten Verses hat sein Objekt in dem vorausgebenden 7212s by yi Die Uebersetzung wäre etwa folgende: „Denn das Bild des Frommen (Jakob) hast Du eingegraben Deinem Ofanimthrone: Verjage in das Reich der Todesschatten, die Uebles sinnen gegen Deine Schützlinae, Gebe der Unersättlichen (Unterwelt) preis die Zerstörer Deines Heiligthums, Uebe Vergeltung an ihnen, wie zur Zeit, da Dein Angesicht noch sichtbar (unverhüllt, im Gegensatz zu (c*:c n-n:i) war, Um sie zu berauschen bring' herbei den Kelch, der verwahrt in Deinem Gewahrsam. Möge all' ihre Bosheit vor Dich kommen." Es unterliegt keinem Zweifel, datz unsere Lesart eine Terkverderbnitz in sich birgt, die auf einem alten Abschreibefehler beruhen mutz. -n-.