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Der Israelit · 1901-07-15 · Heft 55 (15.7.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 55 (15.7.1901)
Date
1901-07-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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WWWWWWWW DW^WWWWDWYMWWWWWWWUM 1319 Fußnote wird in der „Obrana" Folgendes bemerkt: „Der Autor dieses Aufsatzes, ein Jude, gewesener Rabbiner, ist jetzt nach dem Ilebertritt in den Schoß der katholischen Kirche Hörer der Theologie in Wien." Also glücklich gelandet! Die katholische Kirche ist zu dem Gewinn des ehrenwerthen Herrn aufrichtig zu beglückwünschen. E n g l a n d. London. Dem Jahresberichte der „I. K. A." ist über die Thätigkeit derselben in den Ländern Rußland, Rumänien und Galizien, noch Folgendes zu entnehmen: In diesen drei Ländern, in denen weit über Die Hälfte des gesummten jüdischen Volkes auf seiner Wanderung durch die ganze Welt einen zeitweiligen Aufenthalt genommen hat, und, jeden Moment zur Weiterwanderung bereit, einen immer schwereren Kampf um's Dasein käinpft, ist die Thätigkeit der „I. C. A." weniger in die Augenspringend, als in den anderen Ländern, in lvelcher die Gesellschaft siir unsere Glaubensgenossen aus dem Osten Guropas landwirth schaftliche Colonien zu gründen sucht. Der größte Theil der Arbeit der „I. C. A." trägt daselbst einen „provisorischen Charakter," und ist nur dazu bestinnnt, unseren unter überaus schwerem politischen und ökonomischen Drucke seufzenden Brüder durch Errichtung von Schulen den Kainpf nm's Dasein zu erleichtern. Rur die in Rußland und Galizien errichteten Ackerbauschulen, in welchen das Heranwachsende Geschlecht siir seinen künftigen Beruf, in außereuropäischen Ländern Ackerbau zu treiben, vorbereitet lverden soll, sind von bleibendem Werthe, und die zu diesem Zwecke ausgegebenen Summen werden dereinst dem Judenthuine reichliche Zinsen tragen. Reben den Schulen hat die „I. K. A." im Berichtsjahre große Beträge zur Unter stützung und Förderung der jiidischen landwirthschaft lichen Kolonien in Rußland, zur Gründung von Fabriken in Rußland und Galizien, sowie zu einem - wohl als gescheitert zu betrachtenden — Versuch, in den großen jüdischen Ceutren des rustischen Ansiedelungs - rapons gesunde Wohnungen zu errichten, geleistet. In Rußland hat die Gesellschaft in dem Berichtsjahre zwölf Handwerkerschulen für Knaben, fünf Handarbeitsschulen für Mädchen und zwei gemischte Schulen errichtet bezw. subventionirt. Ueber die Zahl der Zöglinge giebt der Bericht unvollständige Auskunft. In sechs Knabenschulen (Cherson, Minsk, Odessa, Marschau und Wilna) werden 779 Schüler unterrichtet, die Handarbeitsschulen für Mädchen zählen 729 Schülerinnen, während die gemischten Schulen von 776 Zöglingen besucht wurden. Daneben förderte die Gesellschaft sechs Acker- resp. Gartenbauschulen mit einer unbekannten Schülerzahl. (In Mohilew Orgjejew und Minsk werden zusammen 62 Zöglinge angegeben.) Bon sehr zahlreichen jiidischen Ackerbau- Kolonien in Rußland haben die in den Gouvernements Wilna, Minsk und Grodno von der Gesellschaft Unterstützungen zum Ankauf von Vieh und zur Verb-sscrr ng der Arbeitsmethoden erhalten. Dasselbe geschah für die Kolonien in Befsarabien, die Winzerkolonie Jaruaa in Podolien und namentlich für die Kolonien im Gouvernement Cherson. In diesem Gouvernement befinden sich 21 Kolonien mit 3300 Kolonisten und 23 000 Seelen. Im Guvernement Cherson leben also weit mehr jüdische Ackerbauer als in Palästina und Argentinien zusammen. Leider arbeiten diese Kolonisten nach der veralteten Methode der russischen Bauern, ohne jedoch wie diese in der Lage zu sein, durch Auswanderung nach Nordrußland oder Sibirien sich kostenlos neues Land zu verschaffen. Die „I. K. A." gelvährte den Kolonisten Darlehen und hat für sie den Plan zu einer besseren Arbeitsmethode ausgearbeitet. Die Zahl sämmtlicher jüdischen Kolonisten in Rußland lvird auf 70,000 geschätzt. Auf dem Gebiete der „Industrie" hat die „I. K. A." Die Aktiengesellschaft für Spinnerei und Weberei in Dubrowno errichtet und überdieß 100 Webern daselbst 60 Webstühle gekauft. Die von der Gesellschaft in Wilna errichteten zwei Häuser sind in Besitz einer neugegründeten Aktiengesellschaft siir hygienische Wohnungen übergegangen. Die Häuser haben 206 Wohnungen, von denen jedoch am 31. Dezember 1900 nur 71 vermiethet waren. Die Kasernirnng ist dem russischen Juden konträr und die Miethpreise zu hoch. Daher hat wohl die Gesellschaft den Bau eines dritten Hauses auf spätere Zeit verschoben. Ueber die Thätigkeit der Gesellschaft in Rumänien verbreitet sich der Bericht nur über das Schulwesen ausführlich. In 16 Städten wurden 30 Schulen subventionirt mit 3960 Knaben und 2286 Mädchen. In vier Schulen ist die Zahl der Zöglinge nicht angegeben. Ueber den zweiten wichtigeren Theil ihrer Thätigkeit in Rumänien gleitet die Gesellschaft mit der kurzen Bemerkung hinweg, daß „in Folge einer ökonomischen Krisis" die Auslvanderungsfrage plötzlich überaus akut lourde. Die Gesellschaft habe alles Mögliche aufgeboten, um die kopflose Auswanderung zu verhindern und alle diejenigen zu retten, welche sich leichtfertig auf die Wanderschaft nach Amerika und .Kleinasien begeben haben. In „Galizien" unterstützte die Gesellschaft in Stanislau, Tarnow und Kolomea drei Handwerkerschulen, in welchen 69 Lehrlinge die Tischlerei erlernen. Ferner hat sie das bei Kolomea gelegene 900 Ha. umfassende Gut Slobodka Leßna angekauft, um auf demselben eine Ackerbauschule zu errichten, welche gegenwärtig schon 26 Schüler zählt. Endlich hat sie in Tarnow, Kolomea. Stanislau, Zaleszczyki und Neu- Sandez sechs Creditgenossenschaften für den Kleinhandel und das Kleingewerbe unterstützt. Davon sind zwei Genossenschaften noch im Entstehen begriffen, die übrigen vier zählen 1260 Mitglieder und haben bis jetzt

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