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Der Israelit · 1901-07-11 · Heft 54 (11.7.1901) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 54 (11.7.1901)
Date
1901-07-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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,ÄP u . mw n n ii 1196 Meiste Freude bereitet mir die Thatsache, daß die Kolonisten ihre jetzt 160 Köpfe zählende Schafheerde selber aus die Weide bringen und überwachen. Ich wollte ihnen einen türkischen Hirten dingen, allein die Kolonisten fühlten sich durch dieses indirekt ihnen ausgesprochene Mißtrauensvotum verletzt und erklärten. aus ihrer eigenen Mitte den Hirten zu stellen. Auch die Wächter für das Dorf und die Felder werden von den Kolonisten selber gestellt. Feuilleton. Der Erbprinz von Tyrnau. Kistorifche WoveHe von Karoline Deutsch. 6s Der junge Mann zog Hanna sanft zu einem Stuhle und setzte sich trotz ihres Sträubens zu ihren Füßen nieder. „Bis ich Dich sah, wußte ich nicht, was Liebe war," begann er. „Ich war mit einem schönen Mädchen verlobt, mit einer Fürstin; aber ihre Nähe ließ mich kalt und gleichgiltig. Ich empfand kein einziges Mal jenes Zittern und Beben der Seele, jenes wonnevolle Regen, welches das Erwachen der Liebe anzeigt. Da sah ich Dich, und mit dem ersten Blick zog eine neue, eine unbekannte Welt in mein Inneres; es erhellte sich plötzlich wie von einem flammenden Licht, um nie wieder in das alte Dunkel zu verlöschen, und tausend Blumen und Blüthen sproßten vor meinem entzückten Auge auf. Und docb litt ich fürchterlich; denn ich mußte mich verstellen, um Niemand aus die Spur meines süßen Geheimniffes zu bringen, und Verstellung war mir bis jetzt fremd. Ich wußte nicht, was es hieß, die gerechten, natürlichen Empfindungen einer freien Mannesseele zu verheimlichen." Sinnend und von innerlicher Seeligkeit erfüllt, sah Hanna vor sich nieder. Er, ein Prinz, wollte dem Glucke, über Tausende zu herrschen, entsagen und in die Reihen Derjenigen treten, die geknechtet wurden. War das möglich? War das kein Traum? Doch er saß vor ihr und in seinen Augen las sie die Bestätigung von Alledem. „Wenn man Euch erkennt, seid Ihr verloren," sagte sie endlich. „Fürchte nichts, ich bin für mein Land todt." Er erzählte ihr jetzt von seiner Flucht und alles nach der Reihe haarklein. „Ich bin jetzt ein neuer Mensch, Prinz Emrich liegt in den Vogesen, von wilden Thieren zerrissen," fuhr er fort. „Heute bin ich insgeheim nach Tyrnau gekommen und habe eine lange Unterredung mit Deinem Vater gehabt, mit Deinem edlen, großen Vater!" „Wie, Ihr habt meinen Vater gesprochen?" „Ja." tagte er, sich an ihrem Erstaunen weidend. „Ich sprach ihn lange und er hat mir zwei Monate Frist gelassen. „Ihr habt ihm erzählt, daß Ihr ihm die Tochter gerettet, daß-" „Nein, nichts sagte ich ihm davon. Ich wollte mir seine Liebe und Achtung selbst erringen, ohne das bestochene Gefühl der Dankbarleit. Jetzt gehe ich nach Preßbura, um dort verborgen zwei Monate zu leben; dann komme ich zurück. Doch früher entkerne ich mich nicht, Hanna, bis Du mich ein Wort hören läßt, wonach meine Seele geizt, wie die eines sterbenden Pilgers nach den Freuden des Jenseits, wie der Verschmachtende nach einem Trovfen Wasser, wie der gefesselte Geist nach Erlösung. Hanna, liebst Du mich?" flüsterte er, zu ihr aufschauend. „D sag' es mir!?" Die Wangen des jungen Mädchens bedeckten sich mit einer feinen, lieblichen Röthe. „Es wäre jetzt unnütze Sprödigteit, nachdem, was Ihr gethan, noch länger zu schweigen," sagte sie abgebrochen und mit niedergeschlagenen Augen. „Du liebst mich also? Sprich, o sprich!"- ..Ja! Ja! von ganzem Herzen!" und bedeckte dann ihr Gesicht, als erschrecke sie vor ihren eigenen Worten. „O!" rief der junge Mann aufjubelnd, „wiederhole es noch einmal, dies Wort, sprich es nochmals aus!"- „Ich habe Euch geliebt seit dem Momente, da ich Euch sab!-Seit dem Biomente, da Ihr schützend Euch meiner angenommen habt!"- Der junge Mann entfernte die Hände von ihrem Gesichte und sah in ihren Augen Freudenthränen schim mern. — „Und doch gabst Du mir nur kalte und ruhige Worte, wenn ich in Dich drang, wenn ich Dich anflehte, mir zu gestehen." „Ihr hättet es auch nie erfahren, selbst wenn ich darunter gestorben wäre. Außer Gott dem Allvater hätte kein Mensch darum gewußt." „Du trägst eine starke Seele in Dir, Hanna!" „Auch jetzt hätte ich es Euch nicht sagen sollen, da ich allein mit Euch in ineinem Zimmer bin," sagte sie, über und über erröthend und erhob sich von ihrem Sitze, während sie sanft die Hände losmachte, die er zärtlich gefaßt hielt. „Fürchtest Du mich, mein Mädchen? Hast Dil noch kein Vertrauen zu mir?" „Versteht mich ganz," sagte Hanna in einer reizen den und zugleich unendlich rührenden Verlegenheit. „Ich habe Vertrauen zu Euch, denn ich liebe Euch ja. Aber bedenkt, noch nie hat ein männlicher Fuß, außer meinem Vater, mein Zimmer hier betreten." „Ich verstehe Dich, liebe Hanna, und ich werde mich entfernen. Ich habe Dich gesehen, Dich gesprochen, habe Dir gesagt, was nöthig war. Jetzt kann ich mich ~rinr i >1 > "Miniiiim

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