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Der Israelit · 1901-07-11 · Heft 54 (11.7.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 54 (11.7.1901)
Date
1901-07-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1193 kunft der Schlange erlag, wurden Adam und Eva nach der Ursache der Sünde gefragt und beide rechtfertigten sich. Am logischsten hätte sich die Schlange durch den Einwand entlasten können: '12-7 i'2v7 hst an nm pyjv{p 'v. „Wenn die Befehle des Schülers den Worten des Lehrers widersprechen, wem muß man gehorchen?" Sie wurde aber nicht gefragt, weil die Entschuldigungen des Verführers nicht angehört werden. „Wenn dich verleiten will dein Bruder, dein Sohn, deine Tochter, deine Frau oder dein Freund, der wie deine Seele ist, im geheimen sprechend: „Wir wollen gehen und anderen Göttern dienen," darfst du nicht auf ihn hören, dein Auge darf nicht schonend auf ihm ruhen und du darfst es nicht verdecken." (13 nnm) Der Verführer wollte dir das kostbarste Gut, die Gewissensreinheit und Herzensunschuld rauben, daher darfst Du weder Schonung noch Mitleid kennen. Zerreiße das zarteste Freundschaftsband und opfere das heilige Gefühl — der Vaterliebe! Während das Gericht mit peinlicher Gewissenhaftigkeit durch alle möglichen Einwürfe und Scheingründe die Freisprechung der Verbrecher anstrebt, wird der 722 sofort ohne Verhör und vorherige Warnung zum Tod verurtheilt. .(26p w-wiprix -pnoiprir rsÄ»x "px:tP2 xdn Der Besebl zum Rachezug gegen Midjan wird mit den Worten begründet bv 2.t‘»;2 22^ cn onnat '2 -12-1 -nj?E. „Hinterlistig haben sie Euch zum Götzendienst verleitet, und der heilige Zorn 'n nop: aipjb soll Euch erregen, für die verletzte Ehre Gottes zu kämpfen. Daher war Mosche sittlich entrüstet, als die schamlosen, verführerischen Frauen, welche den Israeliten zum Fallsirik waren, verschont blieben. Es gehört ein hoher Grad von Selbstüberwindung und Entsagungskraft dazu, den persönlichen Haß und die brennende Rachgier im Busen zu unterdrücken, um rein avsv nvb frei von jeder bösen Neigung, die Entweihung des Guten und Edlen zu rächen. Die Mission konnte, wie nc'D 2712 erklärt, nur auserlesenen, uneigennützigen und gottbegeisterten Männern übertragen werden. Daher bemerkt r'tr*i: D'pns x^x c-tpjx px X226 227x2 Die Thora nennt nur lvahrhaft fromme Menschen 2’twx. Zum Führer wurde Pinchas, der erprobte und bewährte Gotteseiferer, ernannt. N"7 U’X 2TU2 -!2TJ1 2pu "'XL' n"7 ^2 (2"2 XDT). Wer nicht rachsüchtig ist, wie die Schlange, verdient nicht, Gelehrter genannt zu werden. Die Rache ist verwerflich und abscheulich, wenn ihre Triebkraft reine Selbstsucht ist. Wer sie aber nicht nach dem Begehren des Herzens, sondern nach dem Willen Gottes zu seinem Dienste und seiner Verherrlichung anwendet, lvird durch sie geadelt. Wie die Schlange nicht der Genußsucht wegen den Menschen beißt, so soll auch die Rache des v2n frei von Eigenliebe und Befriedigung niederer Leidenschaften, einem höheren Ziele untergeordnet sein. Bileam erhielt im heiligen Kriege auch den verdienten Lohn. Seine Bestrebungen sind für uns von großem ethischen Nutzen, indem sie uns die wahre Quelle des Heils und der urwüchsigen Stärke bezeichnen, und die Richtung zur Erhaltung und Förderung unseres Daseins und Glückes bestimmen. Die Thora ist das Lebenselement Israels i:’D' -pnxi im an '2 daher soll uns dieselbe in allen Lagen und Verhältnissen voranleuchten. Juda Ster, Lehrer, Kempen (Posen). Zeitrrngsrrachrichte» und Correspoudeuze«. Deutschland. Mainz, 10. Juli. Wir sind heute in der angenehmen Lage, von weiteren Teilnehmern an dem geplanten gemeinsamen „Lernen" berichten zu können und zwar schlossen sich noch an: die Herren S. Eschwege, Carbach, Moed koton; Kantor M. K o w a l s k y , Bingen a. Rh., Thaanith; Lehrer S. Gutmann, Heidingsfeld, Thaanith; Lehrer M. Eisenberger, Grebenhain, Baba Meziah; Heinrich Herz, Schw. Hall, Sotah; Rabb. B. P e s s e n , Insterburg, Sanhedrin oder Kethuboth, Kantor Jaffe, Szillen, Ostpreußen, Bezah; Dr. M. Ascher, Schloß Ketschendorf, Coburg, Chulin; Joseph Jeidel, Pfungstadt, Bezah oder Rosch ha-Schonoh; H. Heß, Burghaßlach, Thaanith. Bis jetzt haben wir zweiundzwanzig Teilnehmer und hoffen wir, die entsprechende Zahl bald voll zu erlangen. "2: imn bx e>'x h ’xt ronj ix. Berlin, im Juli. Der hiesige „Club der Landwirthe" hat sich in einer stattgefundenen Sitzung mit der Schächtsrage beschäftigt. Die sehr angeregte Diskussion, welche sich zu einer lebhaften Befürwortung unseres rituellen Schlachtversahrens gestaltete, knüpfte an einen Vortrag des Herrn Oekonomierathes Plehn über „Die Thierquälerei beim Schlachten" an. Dieser Vortrag ist in einer der jüngsten Nummern der „Nachrichten aus dem Club der Landwirthe zu Berlin" zum Abdruck gelangt. Der auf das Schächten bezügliche Theil lautet: „Ich komme nun zur zweiten Form des Schlachwns, welche sich weniger Zuneigung im Publikum zu erwerben gewußt hat, das Schächten der Juden. Ich habe mich oft gefreut, woher wohl die Abneigung des Publikums gegen das Schächten kommen möge, und vermuthe, es wird einmal Jemand, der kein Judensreund war, sich haben erklären lassen, daß der jüdische Ritus den Leuten verbietet, Blut zu genießen, und daß deßhalb, um das Thier stark ausbluten zu lassen, die Adern geöffnet werden, damit das Thier möglichst ausbluten kann. Er hat das gehört, ohne näher orientirt zu sein, und hat gesagt: „Das ist ja eine schreckliche Thierquälerei, das Thier länger ausbluten zu lassen, blos um das

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