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Der Israelit · 1901-07-01 · Heft 51 (1.7.1901) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 51 (1.7.1901)
Date
1901-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1140 feiert. Die Elite der ganzen jüdischen Gemeinde, der Chief Rabbi, die Rothscknld-Sastons, Mocatta's und fast alle Mitglieder der Sephardifchen Gemeinde aller Stadtheile, sowie die Prediger aller deutschen Synagogen (Aschlenazim), an deren Spitze der Lord Mayor der Stadt London in Amtstracht, waren beim Festgottesdienste zugegen. Der Chacham, Rev. Dr. Gaster, hielt eine ergreifende, tief durchdachte Anrede. Heute Abend wird den Armen ein Festesten in der großen Astembly Halle gegeben und haben sich bis jetzt schon 600 gemeldet. Die übrigen Gemeindemitglieder werden ihre Festversammlung Abends im Hotel Cecil abhalten. Personalien. Rogasen (Bezirk Posen), 24. Juni. D’pnc cTOn pc p*i Ire bv npirn bv arrs X7X. Der hiesige Hauptlehrer der jüdischen Volksschule, Herr Rektor .Herrmann Cohn, der bereits seit einer langen Reihe von Jahren an der hiesigen, jiidischen Volksschule als Hauptlehrer fungirt und auch in der jüdischen Religionsschule gewirkt hat, verläßt zum 1. Oktober d. I. unsere Stadt, um einem Rufe des jüdischen Gemeindevorstandes zu Berlin Folge zu geben, und dort in das Holzmann'sche Lehrer-Seminar als Mittelschullehrer einzutreten. Herr Rektor Cohn hat hier außer als Volksschullehrer auch als Religionslehrer recht segensreich und mit großem Erfolg unterrichtet. Schreiber dieses war oft Zuhörer einer Prüfung, wo Herr Rektor Cohn bei seinen Schülern überraschende Resultate lieferte. Tie Lücke, die jetzt durch den Fortgang des Herrn Cohn entsteht, wird wohl sehr schwer wieder auszusüllen sein. Herr Cohn hat sich auch unbemittelter Schüler angenommen und ihnen oft zur Erlangung achtbarer und gut dotirter Lebensstellungen verholten. Bei der großen Achtung und Liebe, der sich Herr Cohn hier allgemein erfreut, wird sein Fortgehen sehr bedauert. Zu seinem Abschied sind noch verschiedene Ovationen geplant. Wir wünschen Herrn Cohn in seinen? neuen Wirkungskreise recht viel Glück und besonders Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen. MtlthetlMge« au« de« jüd. Armeuvereive« uvd für iiicfelöcn (Sümmttiche jüd Wanderbettelvereine und für Durchreisende sind gebeten, unS Mittheilungen über Erfahrungen die sie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu lassen.) Ansbach, 27. Juni. In Rr. 49 Ihres geschätzten Blattes lese ich unter der Rubrik: „Mittheilungen aus den jüdischen Armenvereinen," eine Notiz des Herrn Strnnin in Memel. Dieselbe bestätigend, theile ich ergebenst mit, daß mein Neffe, Rev. Elias Jaffe, seit ca. drei Jahren in Pretoria als erster Kantor fungirt. S. 51 r ä m e r , Kantor. Feuilleton. Der Erbprinz von Tyrnau historische Wooelke von Karolitte Deutsch. 31 II. Wenn Rabbi Jsak gewußt hätte, daß nicht nur Liebe und Zuneigung zum jüdischen Volke, daß eine mächtigere, gewaltigere Triebfeder als dies, das Herz des jungen Prinzen zu diesem Schritte bewog, da wäre noch mehr der Schlaf von seinen Augen gewichen und sorgenvollere Gedanken und Vorstellungen hätten sich seiner Seele bemächtigt. Etwa sieben Monate vor diesem Ereigniß, an einem schönen, klaren Märztage, ritt Prinz Emrich, von einem zahlreichen Gefolge begleitet, von seinen? Jagdschlösse Bela Hera nach Tornau ein. Er ritt einen vrachtvollen Braunen und seine Rüstung und das strahlende Geschirr des Reitpferdes glänzten goldschimmernd in dein Lichte der Sonne. Jagdhörner erschallten, lustiges Lachen ertönte aus den Reihen der Reiter; denn es >oaren meist junge Leute, aus denen das Gefolge bestand. Als sie in die zweite Straße einbiegeu wollten, schlug ihnen plötzlich vielstimmiger Gesang entgegen, und eine lange Prozession bewegte sich die Straßen einher. Der lustige Hörnerklang und das Lachen verstummt: und ehrerbietig entblößten die jungen Jäger ihre Häupter und lenkten einer nach dem andern ihre Roste der Häuserreihe zu. Doch was wen es, das die Augen des Prinzen von der Prozession ablenkte und so mächtig gefestelr hielt? Auf der anderen Seite der Straße, die viel höher lag, an der Häuserreihe entlang, eilte ein junges Mädchen wie ein schnellfüßiges Reh vorwärts. Angst schien ihre Schritte zu beflügeln, denn sie sah sich nicht um, als fürchte sie, ihr Anblick tonne die Menge wider sie erregen. Sic war groß und schlank, von fast königlichem Anstande, ihr Gesicht von wunderbarer Schönheit. Sie trug ein dunkles Kleid und eine dunkle Mantille, aus welcher das verhängnißvolle gelbe Abzeichen angeheftet war, das sie jedoch mit der Hand zu bedecken suchte. Prinz Emrich konnte die Augen von der Gestalt nicht abwenden. Er mußte weiter reiten; aber immer und immer wendete er den Kopf zurück und seine brennenden Blicke folgten dem Mädchen nach. Kaum hatte er eine kurze Strecke zuriickgclegt, als wildes, verworrenes Geschrei hinter ihm ertönte.

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