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Der Israelit · 1901-06-27 · Heft 50 (27.6.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 50 (27.6.1901)
Date
1901-06-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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M 1111 den R. Tam für alle Verhältnisse des Lebens und der Welt sich bewahrt hat. Er zwang sich nicht in die vier Ellen der Halacha; verließ er auch diese niemals, auch nicht um ein Jota breit, so erweiterte er doch den begrenzten Raum der „vier Ellen," indem er in der Welt lebte und mit ihr verkehrte. Hierin unterschied er sich wesentlich von seinem Bruder Samuel, wie schon eine kleine Geschichte in den '2112 mrun zu Erubin I hinterlafsen hat, es bezeugt. Raschbam ging immer gesenkten Blickes umher, so daß er es nicht bemerkte, wie er einmal einen Wagen bestieg, der mit einem Pferd und einem Maulesel bespannt war. Da machte ihn Rab. Tam aufmerksam und rief ihm zu: p'-ix 'Nn px -nci o'c nn 7« ono xs> swru Rab. Tams Verkehr am Hofe und mit hohen Herrschaften. sein Eintreten für öffentliche Angelegenheiten, seine vielseitige Thätigkeiten in Synoden und Gemeinde-Versammlungen, seine Responsen wurden näher vorgeführt und in Parallelen die weitverzweigte Thätigkeit unseres verewigten Rabbi Israel Hildesheimer gezeichnet. Besonders aus dem großen handschriftlich vorhandenen Schatze der Responsen des Letzteren wurden interessante Parallelen aus den Bescheiden des R. Tam gezeigt. Mit einem begeisternden Apell an die Hörer, die jüdischen Ideale hoch- und festzuhalten, schloß der Redner, indem er eine schöne Sisrestelle für den Ausspruch a-ixn rrr-o -12h cntzn bl' xb '2 in herrlicher Anwendung brachte. Die vorliegende Skizze kann, wie schon erwähnt, kaum ein Bild von dem intereffanten und zugleich ergreifenden Inhalt geben. Wir hatten hier wieder Gelegenheit, die freilich längst bekannte Kunst des großen Gelehrten zu bewundern, der eine Fülle gelehrter Mittheilungen so geschickt mosaikförmig zu einem Ganzen gestaltet, daß der Kundige reiche Belehrung erhält und zugleich der Laie ein klares Bild vom Wesen und Wirken der geschilderten Persönlichkeit empfängr. Mehr noch als die hervorgehobenen Parallelen zwischen R. Tam und R. Israel Hildesheimer ergriff die Art des Vortrags. Thränen erstickten die Stimme des Redners, so oft er des Meisters gedachte und die jüngere Generation der Hörer konnte mehr als aus allen Schilderungen aus dieser Thatsache schließen, welch wunderbare gewaltige Wirkung doch die Persönlichkeit des R. Israel Hildesheimer auf diejenigen ausübte. die ihm im Leben nahe standen. An diese Rede knüpfte Herr A. Hofsmann dieMittheilung. daß in Zukunft am 4. Tamus und am Chanukkafeste die feierliche Entlastung der in jedem Semester ordinierten Kandidaten stattftnden solle, auf daß das Lichterfest und das Vorbild des verewigten Meisters ibnen Wegweiser für ihre zukünftige Laufbahn sei. Ein von Herrn A. Hosfmann verfaßter a-om xba -x in dem Leben und Wirken des R. Israel Hildesheimer s. A. in meisterhafter Weise geschildert war, beschloß die Feier. Berlin. 28. Juni. (Repräsentantensitzung.) Aus der heutigen letzten Sitzung vor den Ferien habe ich nur wenig zu berichten, da der Hauptgegenstand „Statut des Krankenhauses", dieses Schmerzenskind, abgesetzt wurde. Zur Anschaffung eines vierten Leichenwagens wurden 973 Mk. bewilligt. 300 Mk. zur Versendung eines Berichts des zweiten Waisenhauses in Pankow, 727 Mk. zur Drucklegung eines kantoralen Werkes, welches Herr Cantor Friedmann edirt. Zur Anstellung eines Schularztes soll der Gemeinde-Borstand sich mit dem Talmud Thora-Borstand in Verbindung setzen und Vorschläge machen. — In die Fürsorge-Kommission wird Herr Georg S i l b e r st e i n in der Rechenbergstraße gewählt, zum Vorsteher der Synagoge in der Lindenstraße Herr Moritz W 0 l f s 0 b n, Beuthstraße 3. Zum Vorsteher der alten Svnagoge ist Herr Arthur S e g a l l vorgeschlagen worden. Dem Krankenhaus in Memel sind für die Etatsoeriode 1901—03 300 Mk. bewilligt worden. Und nun wünschen tvir unseren Gemeinde- Vertretern vergnügte Ferien. E. R. O e st e r r. - U n g. M 0 n a r ch i e. Wien, im Juni. Auch hier haben die sog. Thierschlitzvereine einen Borstoß gegen das Schächten unternommen. Zu rechter Zeit erinnert deßhalb die „Oesterr. Wochenschrift" daran, daß aus Andrängen derselben der Ministerpräsident Graf Taafse s. Z. eine Kommission eingesetzt batte, das jüdische Schächtverfahren zu prüfen, und zwar ohne daß die Öffentlichkeit irgend etwas davon damals erfuhr. Die Mitglieder der Kommission. hervorragende Fachleute, haben Wochen hindurch das Verfahren bei der Tödtung der Thiere nach den verschiedenartigsten Methoden genau beobachtet und über ihre Wahrnehmungen dem Ministerpräsidenten Bericht erstattet. Dieser Bericht ist eine glänzende Rechtfertigung der jüdischen Schächtmethode. In einem Erlaß an den Statthalter von Steiermark vom kl. Mai 1893 wurde denn auch damals dem Statthalter von dem damaligen Minister des Innern, Grasen Taafse, eröffnet, „daß die im Jahre 1888 über die bei den Israeliten übliche Methode des Schächtens der Schlachtthiere dnrchgeführten Erhebungen zu dem Ergebniß geführt haben, daß. wenn alle Bestimmungen des Rituals erfüllt werden, in der Methode des Schächtens eine thierauälerische Handlung nicht gefunden werden kann, daher auch für das Ministerium des Innern eine Veranlassung nicht vorliegt, um gegen dieselbe einzuschreiten." Griechenland. Athen. Die israelitische Gemeinde in Athen, deren Gründung durch die königlichen Dekrete im März und Oktober 1900 bestätigt wurde, hat den Beschluß gefaßt, eine Synagoge und eine Schule zu erbauen. Zu diesem Zwecke hat sie ein unverzinsliches, durch jährliche Ziehungen zurückzahlbares Anlehen von

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