Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 48 (20.6.1901)
- Date
- 1901-06-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449146-2449192--53591-2504265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1069 Lilienthal, Jlia Ber. Charles Hallgarten aus Frankfurt a. M., Martin Sirnon, Siegmund Bergel, wird gleichfalls einstimmig angenommen. Am 10. Juni fand im Bureau des „D.-J. G.-B." die konstituirende Sitzung des Vorstandes des neuen Vereins statt. Herr Rentier Eugen Rosenstiel wurde zum ersten, Herr Fabrikant Moritz Rosenow zum zweiten Vorsitzenden ernannt; Herr Bergel zum ersten, Herr Jlia Ber zum zweiten Schriftführer; Herr Lustig Zum ersten und Herr Marcus Adler zum zweiten Schatzmeister. Es wurden die vorbereitenden Maßnahmen siir die im Spätsommer zu beginnende allseitige Propaganda beschlossen. Die Eröffnung der Arbeiterkolonie ist zum 1. November d. I. in Aussicht genommen. Berlin, 18. Juni. In Sachen der ruffischen Grenzerschwerungen wird, den Nachrichten der letzten Tage völlig widersprechend, berichtet, daß beim Zollamt in Sosnowice eine Verfügung aus Petersburg eingegangen ist, wonach das Verbot der Grenzüberschreitung durch jüdische Grenzbewohner aus Halbpässe riickgängig gemacht wird. Man darf wohl, so meinen die „Neuest. Nachrichten," annehmen, daß wohlbegründete Vorstellungen der deutschen Reichsregierung diesen Erfolg gehabt haben. Bei der Verschiedenheit und den Widersprüchen in den Androhungen bezw. Meldungen schien es von Anfang an, daß man es nicht mit einer durchgreifenden und bestimmt beschlossenen Maßregel von russischer Seite zu thun hatte. Kattowiss, 17. Juni. Am Donnerstag, 30. Mai d. Js.. fand hier eine Sitzung des „Verbandes der Rabbiner Oberschlesiens" statt. Rach Verlesung und Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung wurden einige Mitiheilungen erledigt. Der Vorsitzende, Dr. C o h n - Kattowitz, berichtete u. a. über die „Revision des Religionsunterrichts in den rabbinerlosen Gemeinden." Dieselbe habe bereits in zahlreichen Gemeinden stattgefunden und seien auch entsprechende Protokolle hierüber eingegangen. Die Eollegen, die noch im Rückstände seien, möchten dies bald nachholen. Bei Besprechung der Angelegenheit wird ein Antrag Loewenthal-Tarnowitz, ein einheitliches Schema für diese Protokolle aufstellen zu lassen, angenommen und in die damit beauftragte Kommission Kovfstein-Beuthen und Loewenthal-Tarnowitz gewählt. Ebenso wird ein weiterer Antrag, „die Regierung zu ersuchen, den jüngsten Erlaß, nach welchem die Behörden angewiesen werden, der Regierung über den Religionsunterricht der religiösen Minderheiten Bericht zu erstatten, auch auf den jüdischen Religionsunterricht auszudehnen," einer Kommission lCohn-Kattowitz und Loewenthal-Tarnowitzl überwiesen, welche die nöthigen Schritte in dieser Angelegenheit in die Wege leiten soll. Hierauf entwickelte und löste Eohn-Kattowitz in einem längeren Referate einen scheinbaren „Widerspruch, der sich in den Worten des 'W *"c »*n reo im Verhältnis zur Erklärung des zum Vcs rcn vb P’D£" finden lasse. Es wurde sodann über den Antrag Kaatz-Zabrze, ein „Preisausschreiben für einen Apparat zum Niederlegen der Schlachtthiere" zu erlassen, verhandelt. Die Angelegenheit wird seitens des Verbandes dem allgemeinen Rabbinerverband Deutschland zur weiteren Erledigung übergeben. Hieraus setzte Loewenthal-Tarnowitz sein bereits in früheren Sitzungen begonnenes „Referat über das Geschichtswerk D'jwm ron von Halevy" fort und referirte iiber den Theil des Werkes, in welchem Halevy nachzuweisen sucht, daß auch vor dem Eintreffen von Raw und Samuel in Babylonien daselbst ein reges Thorastudium gewesen sei. Die daran stch anschließende rege Diskussion soll in einer späteren Sitzung fortgesetzt werden. Nach einer längeren Aussprache über die Sammlung zur Pensions- und Reliktenkasse des allgemeinen Rabbinerverbandes gibt Norden-Myslowitz ein ausführliches Referat über „das deutsche Bibellesen im jüdischen Religionsunterricht", unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Schulen und Stufen. Referent charakterisirt insbesondere auch die in Betracht kommenden Werke von Auerbach und Tachau. Im Anschluß an eine anregende Diskussion wird Referent gebeten, in nächster Zeit Thesen auszuarbeiten und sie den einzelnen Verbandskollegen zuzusenden, damit in der nächsten Sitzung eine Besprechung derselben stattsinden könne. Nach einer freien Aussprache über interne Angelegenheiten und nach Erledigung der Tagesordnung wurde die Sitzung geschlossen. Schweiz. Zürich, 18. Juni. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde batte im Verein mit der israelitischen Religionsgesellschaft an die Centralschulpflege das Gesuch gerichtet, es möchte denjenigen israelitischen Schülern, welche darum nachsuchen würden, an Samstagen Dispens von manuellen Thätigkeiten (Schreiben. Zeichnen, Handarbeiten) ertheilt werden. Die Schulbehörde hat dieses Gesuch nun abgewiesen wegen der Konsequenzen, die sich aus einer Gewährung derselben ergeben könnten. Amerika. Rcwvorl, im Juni. Am 22. v. Mts. fand die Grundsteinlegung für das neue Mount Sinai Hospital statt, die sich zu einer imposanten und erbebenden Feier gestaltete. Dem feierlichen Akte wohnte eine große Menschenmenge bei, die sich aus allen Klassen der Bevölkerung zusammensetzte. Unter den Anwesenden befand sich auch der einzig überlebende Mitgründer der Hyspital-Gesellschaft, Herr Adolf S. Solomons, ein greiser, aber sehr rüstiger Herr, ferner die Beamten der Mount Sinai Gesellschaft mit dem Präsidenten Herrn Jsaac Mallach an der Spitze, das gesammte Bau-