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Der Israelit · 1901-06-20 · Heft 48 (20.6.1901) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 48 (20.6.1901)
Date
1901-06-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1064 ihn ebenso gegen alle Angriffe vertheidigen, wie den bisherigen und den zukünftigen Gouverneur. (Stürmischer, wiederholter Beifall.) Es liegen etwa zehn Tagesordnungen vor, über die sich eine längere Debatte entspinnt. Schließlich wird mit 353 gegen S2 Stimmen die von der Regierung aceeptirte Tagesordnung Martin angenommen, die jeden Akt des Fanatismus, des Religions- oder Rassentrieges mißbilligt und das Vertrauen in die Regierung ausspricht, daß sie durch eine energische Aktion die Ruhe in Algier sichere, die für die Entwickelung der Kolonie und den Schutz der Arbeit den Franzosen und Eingeborenen unentbehrlich sei. Paris, im Juni. (Ein Rothschild als A r z tO In der Rue de Picpus Hierselbst steht ein Haus, welches schon von weitem die Aufmerksamkeit des Vorübergehenden auf sich zieht. Nicht durch seine Bauart, denn es ist ein einfaches, zweistöckiges Gebäude, sondern durch die zahlreichen Kinderwagen aller möglichen Art und Größe, die unausgesetzt die Sraßen blockieren, und inmitten derselben ein selten schönes Automobil. Das Gebäude ist das „Hospital de Roth^ schuld," die vielen Kinderwagen harren ihrer Insaffen, die hierher gebracht worden sind, und das Automobil gehört dem Baron Henry de Rothschild, jetzigem Haupte der Familie Rothschild in Paris, Besitzer, Leiter und (5hes-Arzt des „Hospital de Rothschild". Ihm zur Seite steht eine Anzahl tüchtiger Aerzte, darunter zwei Damen für die Frauenabtheilung. Jeden Morgen um 10 Uhr erscheint der Baron auf seinem Automobil, untersucht, operirt und impft. Es sind die Armen und Aermsien aller Konfessionen, die sich hier zusammenfinden, und so manches andere Leiden ist hier schon gelindert worden, welches mit Gesundheit und Krankenhaus gar nichts gemein hat. MMheltMlse» aus Den 1üi>. ArNcaumtuku md fSr dirseldeu. <Sü«mtl1che jüd. Wanderbettelvereine uw» «raffen für Durchreisende find gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu taffen.) Königsberg, 12. Juni. Wir erhalten die folgende Zuschrift eines bekannten Mitgliedes der hiesigen Gemeinde: Vor etwa acht Tagen suchte bei mir ein angeblicher Lehrer und Journalist, Philipp Groß aus Galatz, Unterstützung nach.. Er behauptete, ausgewiesen zu sein, zeigte ein mit Unterschrift und Stempel versehenes ZtzugiPß des Auswanderungskomitees aus Galatz, gezeichnet „M. Schwarzmann", und eine Liste vor, auf welcher eine Anzahl hiesiger Glaubensgenossen mit theilwcise ganz erheblichen Spenden, darunter acht und zehn Mark, verzeichnet waren. Der Betreffende sprach von Aussichten auf Beschäftigung für ein Berliner Blatt. Da er mir nicht recht zuverlässig erschien, fragte ich in Galatz an, und erhielt heute ein Antwortschreiben, das nachstehenden Wortlaut hat: Galatz, 7. Mai 1901. Euer Wohlgeboren! Bezüglich des sog. Herrn Philipp Groß aus Galatz können wir leider keine günstige Auskunft geben, da ein Galatzer, der einen solchen Namen führt, weder uns, noch dem Auswanderungskomitee bekannt ist. Außerdem fügen!vir hinzu, daß weder der Präsident, noch irgend ein Mitglied des Auswanderungskomitees je M. Schwarzmann geheißen haben. Hochachtungsvoll (gez.:) Dr. Doktor F e l d m a n n , Präsident der israelitischen Cultusgemeinde. Ich halte es im öffentlichen Interesse für nothwendia, vor diesem Schwindler zu warnen. Insterburg, 17. Juni. Sehr geehrter Herr Redakteur! Bezugnehmend aus die Mittheilung des Armenvereins in Gimbsheim in Nr. 46 Ihres geschätzten Blattes und auf meine Warnungen in Nr. 32 und 33 des „Israelit" oom 23. April 1900, betreff des gefährlichen Schwindlers Stern, bitte ich Sie hiermit ergebenst, im Interesse der guten Sache zu veröffentlichen, daß Stern hier für seine Betrügereien eine dreimonatliche Gesänanißsirafe verbüßt hat und von hier nach Frankfurt a. M. und München transportirt worden ist, wo er ebenfalls inhastirt wurde. Seine gefälschten Papiere sind ihm hier abgenommen worden, weßhalb er jetzt der ansgewiesene Oberkantor aus Pretoria zu sein angibt. Stern ist auch ein gefährlicher Heirathsschwindler. Feuilleton. Du sollst nicht begehren! Kirre KrzäHtirng rrorr Arnold Mann. (Schluß.) Die Augen wurden Simon Wahl feucht, als er diese Bücher gewahrte. Wie liebkosend fuhr er mit der Hand über die ganze Reihe hin; dann suchte er sich einen Band heraus, merkwürdigerweise nicht den von Schowuaus, sondern den von Jomkippur! — Seine Seele lechzte nach den tiefinnigen Reubekenntnissen, die er in diesem Buche enthalten wußte. Er dachte sich durchaus nichts dabei, an diesem Schowuausabend die Jomkippur-Geüete zu lesen. Es war ihm ganz selbstverständlich. So saß er in dem alten Lehnsessel, neben sich auf dem Tische die Kerze, und las und las! Seine Seele MM» l

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