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Der Israelit · 1901-06-17 · Heft 47 (17.6.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 47 (17.6.1901)
Date
1901-06-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1046 Herr Rabbiner Rabinowitsch fügt dieser Mittheilung noch die Versicherung von der vollen Zuverlässigleit seines Gewährsmannes bei und erklärt nun auch seinerseits den Genuß von Sardinen für verboten. Es wäre erwünscht, wenn diese Mittheilung von allen jüdischen Zeitungen reproduzirt würde und fachkundige Leser beranlaßte, sich über die ganze Behandlung der Sardinen zu informiren und auszusprechen. Fest steht außerdem, daß dieselben vor ihrer Präpaririuna gekocht werden. Ob dieses Kochen ein vollständiges oder etwa nur bvrz vrbvn: r.-nc ist, so daß der evry ‘rsrr rc's nicht in Betracht käme, wäre ebenfalls zu eruiren. Ob dieser als bei c’Jtsp dt: hier wegfiele, wäre dann durch maßgebende nxT fesizustellen. Königsberg. Dem Bericht über die Thätigkeit des „Hilfsoereins für kranke ruffische Israeliten" pro 1900 entnehmen wir: Das Jahr 1900 hat an unfern Krankenverein sehr &ebeutenbe Anforderungen gestellt, so daß die Leistungen desselben über diejenigen der vorangegangenen Jahre hinausgehen mußten. Erfreulicherweise haben wir aber anzuerkennen, daß das Interesse für unseren Verein wiederum gewachsen ist und zwar sowohl durch die Zahl der Mitglieder, als dementsprechend durch Jahresbeiträge, besonders aber auch durch Zuwendungen aus dem geschäftlichen Verkehre weiterer Kreise, die im vorangegangenen Jahre uns ihre Theilnahme zugesichert hatten und welche sich den Erwartungen entsprechend auch verwirklichte. Die Anzahl der Mitglieder unseres Vereins ist um 38 auf 249 und die Höhe der Jahresbeiträge derselben um Mk. 298 gelliegen. Die gesammtcn Ausgaben zu Vereinszwecken belaufen sich auf Wt 12,576.39 gegen Mk. 11,098.13 im Vorjahre. München, im Juni. Freiherr Franz Schenk von Stauffenberg, ein hochverdienter Vorkämpfer der freiheitlichen und Einheitsbestrebungen in Deutschland, langjähriges, hervorragendes Mitglied des Reichstags und des bayerischen Landtages, eine der vornehmsten Erscheinungen in unseren Parlamenten, ist in der Nacht zum 3. Juni im 66. Lebensjahre auf seinem Gute Rißtiffen bei Ulm verschieden. In dem Heimgegangenen verliert auch der Verein zur Abwehr des Antisemitismus einen seiner Begründer, dessen Andenken er in Ehren halten wird. Oesterr. -Ung. Monarchie. Wien. (Leopold H i l s n e r begnadigt.) Wie die „Radikalni listy" melden, habe der Vertreter der Privatbetheiligten im Polnaer Prozesse, Dr. Baxa, die Nachricht erhalten, daß dem zum Tode verurtheilten Leopold Hilsner die Todesstrafe nachgesehen und in lebenslänglichen schweren Kerker umgewandelt worden sei. (Andere Zeitungen widerrufen diese Nachricht.) Wien, 2. Juni. (B o r st a n d s s i tz u n g.) Im Sinne der Anträge der zweiten Sektion werden mit Majorität folgende Beschlüsse gefaßt: 1) Es ill eine historische Kommission zu begründen, welche die Durchforschung der österreichischen Archive bezweckt, um für eine Geschichte der österreichischen Judenschaft das erforderliche Material zu sammeln und zu bearbeiten. 2) Um dies vorzubereiten, ill eine Vorkommission zu bestellen, mit der Aufgabe, ein Aetionsprogramm für die zu begründende historische Commission zu entwerfen und dem Cultusvorftande zu unterbreiten. 3) Der zweiten Sektion wird zur Deckung der Auslagen der Vorkommission ein Betrag von 3000 Kr. zur Verfügung gestellt. 4) Als Mitglieder der vorbereitenden Commission werden nominirt (außer Vorstandsmitgliedern) die Herren: Oberrabbiner Dr. Güdemann, Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl, Rektor Schwarz, Prof. A. Büchler, Prof. Dr. Alfred Przibram, Dr. I. S. Bloch, Dr/ S. Frankfurter, Dr. Arthur Goldmann, Dr. Michael .Holzmann, Dr. Heinrich Müller. Marienbad. „Dr. Bloch's Wochenschrift" veröffentlicht folgendes Eingesandt: Das Vorgehen einer Marienbader Kultusgemeinde zu skizziren, sehe ich mich heute genöthigt. Nach der strenge eingehalteuen Regel der „Israelitischen Beerdigungs-Brüderschaft Prag" ill für jede nach auswärts überführte Leiche ein Begleiter mosaischer Religion beizullellen. Bei Transporten per Bahn fährt mit demselben Zuge einer unserer Glaubensgenossen mit, behufs Uebergabe der Leiche an Ort und Stelle. Nur in dem einzigen und gewiß nur sehr selten borkommenden Falle, daß aus Opportunitätsgründen der Leichentransport am Jomtof unterwegs sein müßte, hätte die Beistelluug des jiidischen Leichenbegleiters zu unterbleiben. Die „Israelitische Beerdigungs-Brüderschaft" in Prag ist gewiß in diesem Fache eine Autorität, nach deren Bestimmungen, so weit die Erfahrung lehrt, sich nicht nur die Gemeinden des Inlandes, sondern vielmehr auch des Auslandes richten. Hier in Marienbad ist dies aber anders, da werden ganz einfach diese Bestiinmungen umgangen, hier begleitet stets ein Christ die Leiche bei dem Transporte mit der Bahn nach einem anderen Orte, was gewiß ein grober Verstoß gegen den jüdischen Ritus ist. Am ersten Tag Schowuoth ist hier ein gewisser Heller aus Nürnberg gestorben, dies war an einem Freitage, am Samstage darf doch keine Tare sein, wo sind denn die üblichen Funktionen geblieben? Am Samstage ist der Mann aber behufs Weiterbeförderung nach Nürnberg secirt worden und am Sonntage ist derselbe unter Begleitung von einem Manne christlicher Konfession nach Niirnberg überführt worden. Nun fragt man sich, ist dies rituell gehandelt, daß

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