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Der Israelit · 1901-06-13 · Heft 46 (13.6.1901) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 46 (13.6.1901)
Date
1901-06-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1020 und Händeklatschen und ironische Zurufe gegen Gemeinderath Sonntag.) Schweiz. Zürich. Sie berichteten vor einigen Monaten über den Sium der akademischen rip m-n in Bern. Es wurde damals der Gedanke angeregt, alle rtrec:: cvm unter .ttji der Schweiz zu vertheilen, so daß jeder das Studium einer 871:22 übernimmt, dann sämmtliche Betheiligten im Laufe des Jahres ihre Krace durchleruen und sich dann alle zu einem gemeinschaftlichen, großen Sium auf -'L'N d: an einem bestimmten Tage zusammenfinden. So sehr der schöne Plan auch Allen zusagte, so schien seine Ausführung doch unmöglich, weil man annahm, daß in der „freien Schweiz" nicht eine genügende Anzahl Talmudbeflissener vorhanden sei, um dieses Pensum zu bewältigen. Der rührigen d"2» rrnn in Bern und vor allem ihrem wackeren Präsidenten, Herrn Rabbinatskandidat I. S e l i g e r, ist nun das unmöglich Scheinende doch gelungen. — Da es auch Kennern der jüdischen Schweiz fast unmöglich scheinen dürfte, daß die einzelnen talmudischen Traktate fast überzeichnet wurden, so mögen die einzelnen nrccs und die Namen der Herren, auf welche üe sich vertheilen, hier folgen: 1. Berachoth, Schaß-Chewra in Baden; 2. Seder Seroim, Herr Viktor Rhein in Basel; 3. Sabbat, Herr M. Mannes in Zürich; 4. Erubin, Herr A. Löffler, stud. med. in Zürich; 5. Pessachim, Herr Rabbiner A. Kornfein in Zürich; 6. Schekalim, Herr A. Birnbaum in Zürich; 7. Joma, Herr Bezirksrabb. Dr. H. Ehrmann in Baden; 8. Sulla, Herr I. K. Kohn in Basel; 9. Bezoh, Herr Lehrer M. Neuberger in Baden; 10. Rosch-Haschona, Herr P. Friedmann in Davos; II. Taanith, Herr I. Rom in Zürich; 12 Megila, Herr D. Birnbaum und Moses Erlanger, stud. med. in Zürich; 13. Moed Katon, Herr Salomon Kornfein, stud. med. in Zürich; 14. Chagiga, Herr Isidor Bollag in Baden; 15. Jewomoth, Herr Jehuda Mharschek, stud. phil. in Bern; 16. Kestuboth, Herr M. Muschkat in Zürich: 17. Nedarim, Herr Stud. I. Ch. Hurwitz in Bern: 18. Nastr, Herr Israel Jglinski in Baden; 19. Gitin, Herr H. Grünstein, Schochet der Schweizer Israeliten in Luino (Italien); 20. Sotah, Herr I. M. Saalkind, stud. phil. in Bern; 21. Kiduschin, Herr Rabbinats-Candidat I. Adler in, Bern. 22. Baba Kama, Herr S. Schachnowitz, Cantor in Ober-Endingen; 23. Baba Mezia, Herr N. Friedmann, stud. Phil, in Basel: 24. Baba Batra, Herr M. Rom in Zürich: 25. Sanhedrin, Chaß-Chewra in Bern; 26. Makkoth, Herr I. Rhein in Basel; 27. Schebuoth, Herr A. Klein in Baden: 28. Edujoth, Herr I. Dannebaum in Baden; 29 Aboth, Herr M. Kahn in Zürich: 30. und 31. Aboda Sara, Horijoß, Herr Jos. Seliger, stud. phil. in Bern; 32. Sebachim, Herr M. Schwarz in Baden; 33. Menochoth, Herr H. Klein, stud phil. in Bern; 34. Chulin, Herr M. S'chus in Fribourg: 36. Bechoroth, Herr M. Sinreich, stud. phil. in Bern; 36. und 37. Temura, Erachin, Herr P. Frankl, stud. phil. in Bern; 38. Kerissuth, Herr M. Weiß in Luzern; 39.— 42. Meilloh, Tamid, Midoth, Konim, Herr S. Ehrmann in Baden; 43. Nidda, Herr M. W. Rom in Zürich: 44. Seder Taaroth, Herr Bez.-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden. Diese über die ganze Schweiz sich erstreckende Bereinigung hat beschlossen, bis zum 16. Schewat des folgenden Jahres den ganzen Talmud in der oben angegebenen Weise durchzunehmen und sich zur Feier des großen Sium in Baden auf diesen Tag zu versammeln. Mir denken dann rrs eingehend zu berichten und hoften, daß dieses Beispiel auch anderwärts Nachahmung finden wird. (Wir geben der angenehmen Hoffnung Raum, daß dieses herrliche Beispiel, das die kleine Schweiz hiermit dem westeuropäischen Judenthum liefert, auch in dem großen Deutschland Nachahmung findet, und zwar besonders bei der talmudbeflissenen akademischen Jugend. Red. d. „Israelit.") Feuilleton. Du sollst nicht begehren! Kirr«' Gvzähkrrng von Arnold Mann. Ein herrlicher Friihlingstag ging zur Rüste. Schon von Früh an hatte die Sonne ihren goldigsten Schimmer über Berg und Thal gegoffen und neigte sich jetzt, in dunklerem Roth erglühend, dem westlichen Horizonte zu. Die Natur war voll erblüht. Im nahen Walde, der sich längs der Landstraße hinzog, zeigren die Eichen und Buchen jenes frische, gesättigte Blattgrün, welches, noch unberührt vom sengenden Strahle des Hochsommers, in seinem ursprünglichen Glanze pranget, an den Obstbäumen, die den Weg flankirten, rundeten sich die Früchte, und aus den Gärten, die, auf einer kleinen Anhöhe gelegen, die Nähe eines bewohnten Ortes ahnen ließen, leuchteten die Rosensträucher und die Fliederbüsche in verführerischer Pracht hernieder. Still ist's auf der Landstraße. Nur in der Ferne noch ertönt das Rasseln eines Wagens, der eben vorüber gefahren, und in einem nahen Kleefeld zirpt eintönig eine Grille. Die Hacke aus der Schulter, die Miitzen im Nacken, die Röcke über dem Arme tragend, ziehen einige Feldarbeiter heimwärts, mit müdem Gang, der winkenden Ruhe behaglich entgegensehend. Jetzt eben langten sie auf einer kleinen Anhöbe an, zu der die Landstraße ems orsteigt, und nun sehen wir mit ihnen unten in einem langen Thalkesfel das Städtchen sich ausbreiten. Auf einer schmalen, grüngestrichenen Bank, die seitwärts unter einem mächtigen Nußbaum zur Rast cinladet, sitzt ein Wanderer. Man merkt es ihm an, iüdHH

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