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Der Israelit · 1901-06-10 · Heft 45 (10.6.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 45 (10.6.1901)
Date
1901-06-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1003 koscher, nickt nT-er die an meinem Lager in der Kaiser - strafte. — Diese Hrkläcung des Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher in der „Jüdischen Presse" hat vermuthlich Ihr Herr Horrespondent benutzt, um sie in Ihren: Blatte uüederzngeben. In: Interesse der Allgemeinheit liegt es, dafür ,pi sorgen, da ft die Fabrikanten von koscherer Wurst auch koschere Därme dazu verwenden. Vielfach kommt es vor, daft die Meftger hintenherum Därme lausen, da ihnen der Rabbiner nicht gestattet, solche überhaupt zu verivenden. Der Bedarf und die Nachfrage nach Wurst ist aber heute so groh, daft fast jeder Wurstmacher Därme zukaufen must! t?in anderer Fall ist, daft die Herren Rabbiner dein Artikel Därme keine Wichtigkeit heimessen, da sie ihn vielfach nicht kenne!? und so sicher davon überzeugt sind, daft die ihnen unterstellten Meftger eorreet handeln werden, daft die Herren über den Artikel Därme nur die Achseln zucken, und gerade da ist Aufklärung und Aufsicht geboten. Die erinnern sich des Falles in Hannover, wo bei einer Biieberrevision bei einem unter Aufsicht stehenden Metzger sich ergab, Wft er ständig trefene Däruw verarbeitet batte; bei unzähligen anderen würde ein ''Gleiches konstatirt tverden können, defthalb mögen die obigen steilen dazu beitragen, die Herren Kultusbeam ien auf die angeregten Miftjtände aufmerksam zu un'.chcn n.:ck ^afiir zu sorgen, daft das Publikum auch wirklich losebere Wurst erhält und nicht blos dem Namen nach. M e v e r L e v y jr., Darnchandlung. Potsdam, 7. Juni. 7c>' Be schlu ft der hiesigen Dtadtverordnetenversammlung, auf dem städtischen Rieh- und Seblachthofe das Schächten zu verbieten, ist von: Magistrate nnt acht gegen sieben Stimmen abge lehnt lvorden. £ e st e r r. - 11 n a n r. Bl vnarchi e. Pudapoft. D-'ni Jahresbericht des „Ungarischen t-r. ftandmerks- und Ackerbau-Vereins" entnehmen -vir? Hüne erfreuliche Würdigung unserer Bestrebungen offenbart sich darin, daft die stahl unserer Vereinsmit g'ieder, trotz der durch Sterbcfälle und der Ungunst der ft seiten ve'".'.rsachten Abgänge auch im abge kaufeneu Iabre zugenorumen hat; so daft. fick, die Jahresbeiträge, die im Jahre 1300; 17,076 Kronen 50 Heller betrugen, im H^b'e 1000 auf 15,00,9 Kronen 02 Heller erhöhten. Hüne ähnliche erfreuliche Steigerung zeigt steh bei den Subventionen und Spenden, unter ivelchem Titel in: Jahre 1000 0776 Kr., für Kranzablösungsspenden 4(‘11 Kr. und für Tempelspenden 4704 Kr. einslossen. Besonders muffen wir der hervorragenden Thätiglcit gedenken, welche die Herren Ausschuftmitglieder Jonas Händler und D. H. Spitzer im Intereste der Verm-ckruna unserer Bereinsinitglieder seit einer Reihe von Jahren nnt nncrnnidlichem (ftifer und beispiellosem Hrfokge entfalteten, für die wir unsere dankbare Anerkennung in bleibender Form, tvie auch zum aneifernoen Beispiel, in der Weise manifestirten, daß wir den Beschluft faßten, die Namen beider verdienstvollen Männer in der Reihe der Gründer auf der Marmortatel des Lehrlingsheims zu verewigen. Hude 1000 zählte der Verein 043 Handwerkszöglinge, 22 Gewerbe-Schule Stipendisten und 14 Zöglinge. Krakau. In einer Sitzung des Krakauer Gemeindcratbes beantwortete Bürgermeister Friedlein die vom Gemeinderat he Seinfeld cingebrachte Interpellation, betreffend die Mißhandlung eines Schulknaben durch den Katecheten Dembvwski. Der Bürgermeister theilte das Resultat der vom Schulinspektor Kawecki durebgeführten Untersuchung mit, welche die vollständige Richtigkeit der in der Prest? enthaltenen Beschuldigungen ergab. Der Katechet Dembowski hat, wie durch die Untersuchung festgestellt wurde, thatsächlicb die Schulkinder ansgefordert, mit ihren jüdische Mitschülern nicht zu. verkehren, und den Schüler Taborowsti, welcher dieser Aufforderung nickt nachkam, arg mißhandelt. Auf Grund der Ergebnisse dieser Untersnchnng :vurde nun vom Schulrathe die Disciplinaruntersuchung gegen P. Dembrowski eingeleitet. Giissing, im Monat Siwan. In den jüngsten Blätt"rn Ihrer geschätzten Zeitschrift wird das jüdische Unterricktsvoesen in den Volksschulen zum Gegenstände mehrfacher H^rörternngen genommen. Hs werden manche Schattenseiten hervorqehoben und Vorschläge zu deren Beseitigung gemacht. Gestatten Sie mir, auch einmal die Zustände der jüdischen Unterrichtsanstalten unseres Landes in Ihrem geschätzten Blatte, welches stets so warm die Interesten des orthodoxen Judenthums in Nab und Fern vertritt, mit einigen Zeilen vor das Forum der Dessentlichkeit zu bringen. Als eine wahre Misere inuft die Art und Weise der Heranbildung der Lehrer für unsere jüdischen Volksschulen bezeichnet werden, llngarn, mit seinen weit über eine halbe Million zählenden jüdischen Einwohnern, deren Kultnsgemeinden zur Mehrheit noch der orthodoxen Richtung angehören, besitzt nicht eine einzige Anstalt zur Heranbildung frommer, jüdischer Lehrer! Die Neologen haben ihre Lehrerpräparandenschulen, ivclcke, nnt reichen Mitteln ausgesiattet, ihre Lehrer in ihren: Geiste heranbilden. Aber wo findet ein dem Lehrerstande sick widmender Jüngling eine Stätte, in loelcher jene Geistesrichtung herrscht, die ihn zu einem religiösen, dem traditionellen Judenthume treu ergebener Bildner der ihm später anvertrauten Jugend erzieht? Hr findet keine Stätte, wo er sich das für einen Lehrer nötlüge jüdische Wissen aneignen könnte. Er ist gezwungen, seine Ausbildung ans einer solchen Duelle zu schövfcn, wo er, wenn er auch von Hause ans ein fronlines Empfinden mit sich bringt, nur Gleichgiltigkeit. sa Mißachtung alles religiösen Fühlens und Denkens sich angewöhnt. Das spärliche Maß jüdischen Wissens inacht ihn nicht fähig, einen halbwegs gründ-

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