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Der Israelit · 1901-06-05 · Heft 44 (5.6.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 44 (5.6.1901)
Date
1901-06-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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985 Altona, 3. Juni. Die Testamentsvollstrecker des Nachlasses des kürzlich verstorbenen Justizraths Marburg hier, haben unter anderem folgende Legate für hiesige israelitische Vereine bestimmt: Ferienkolonie (für schwächliche Kinder) 5000 Mk., Ettlinger-Verein (Bekleidung bedürftiger Schulkinder) 3000 Mk., Frauen-Verein 1000 Mk., Klausinstitut 1000 Alk. Salzschlirf, 3. Juni. Die Verwaltung des hiesigen Bades bittet uns, darauf hinzuweisen, daß bei ihr sehr häufig Anfragen nach einem Logierhause einlaufen, in welchem rituell gekocht wird. Es sei zwar daselbst ein Eolonialwaarenhändler, der nebenbei das Geschäft eines Restaurateurs betreibt, indeß genüge dies nur bescheidenen Ansprüchen. Bei den: Aufschwung, den Salzschlirf nimmt, (1899 1600. 1900 2424, 1901 bis jetzt 3000) würde ein rituelles Haus ersten Ranges ohne Zweifel sehr rentiren. Mölsheim i. <?., 29. Mai. Unter dem Vorsitz des Rabbiners Herrn Dr. G o l d st e i n von Mutzig fand am letztverflossenen p'3 my in dem hiesigen Betlokal eine Versammlung zwecks Organisation einer -anx ree» mm unter Betheiligung sämmtlicher Mitglieder der hiesigen aus fünfzehn D'rc 'byz bestehenden Synagogengemeinde statt. Rach einem einleitenden Referate des Vorsitzenden, der anknüpsend an die Morte des bv : pyot? nbvsi by) rrrnjn bv' mim by miy D?iyn v'vrn cncn und an die Morte des by : bwbvr fpyor 'vv Litzen by' fnn by' rcsn by rp mm rwhv einerseits Wesen, Gehalt und Bedeutung dieser, dem Wortlaute nach zwar sechs, in Anbetracht besten aber, daß m*n und mnsy nsx und pn ,cnm und Lide» sich gegenseitig ergänzen, nicht sechs, sondern nur drei weltbewegenden, weltbeherrschenden und welttragenden Grundprinzipien, andererseits Tendenz und Ziele, der in's Leben rufenden mm dvw to» welche in der Bethätigung der in den genannten Grundpfeilern der Welt sich kundgebenden Prinzipien gipfeln sollen, in kurzen aber kernigen Worten auseinander gesetzt, wurde die Gründung einer auf dem Boden des gesetzestreuen Judenthums sich bewegenden mm am* mtr beschlossen, und damit die Basis für die Weiterverhandlung, die sich hauptsächlich mit der Statutenberathung beschäftigen sollte, gewonnen. Rach Beendigung seines, mit allgemeinem Beifall und Zustimmung aufgenomenen einleitenden Referates, erläuterte der Vorsitzende die von ihm entworfenen, für die mm dtix in Aussicht genommenen Statuten, die, von einigen unwesentlichen Abänderungen abgesehen, die Zustimmung der Versammlung fanden In der Diskussion, an der sich der größte Theil der Versammlung betheiligte, zeigte sich deutlich, daß man in den Hauptpunkten einig war und daß nur in einzelnem in unwesentlichen Rebenpunkten Meinungsverschiedenheiten obwalteten. Die aus achtzehn Paragraphen m pjes bestehenden Statuten fanden die einstimmige Annahme. Paragraph 12, welcher die Mitglieder der m;naflKr:iP verpflichtet, in der ersten riiMnNacht und nrnwyipin Nacht sich zu dem sog. „Lernen" zu versammeln, trat in der letztverflossenen ersten rnyitm :n- Nacht, in dem Hause des Herrn Mathjas Lewy, Schwiegersohn unseres verehrten Rabbiners, Herrn Dr. Goldstein, und zum ersten Male in Kraft, indem sämmtliche Mitglieder der mm ovik mw dort sich versammelten und bis 2 Uhr morgens, lernend und betend aus dem ppn rr.y'iw b'b verweilten, wobei es auch an Erfrischungen und Leckerbissen verschiedenster Art, nicht fehlte. So wäre 7>"2 zum geistigen Aufbau der hiesigen rot? mm dtn der erste Grundstein gelegt. An und für sich betrachtet, insbesondere im Hinblick auf andere jüdischen Gemeinden, wäre ein solches Ereigniß zu geringfügig, zu unbedeutend, um es in die Öffentlichkeit dringen zu lassen. In Anbetracht dessen aber, was Molsheim war und geworden ist — in der ersten Hälfte des eben verflossenen neunzehnten Jahrhunderts durfte kein Jude in Molsheim übernachten, und heute versammeln sich die in Molsheim wohnhaften Jehudim in der Schowuausnacht zu altherkömmlichen relig. Zwecken — erachte ich die Gründung einer ra& mm c*nx in Molsheim für bedeutend genug, um m^pn dafür zu danken B'rm rutys "im. Hoffentlich werde ich. s. G. will, recht bald in der Lage sein, den Lesern Ihres geschätzten Blattes betreffs eines viel wichtigeren religiösen Fortschrittes innerhalb der hiesigen jüdischen Gemeinde Mitteilung machen zu können, im# - England. London. (Sabbatfeiernde Christen.) Nebst den bekannten über ganz Rußland zerstreuten „Subotniki" (die den Sabbat feiernden), welche aber nichts anders als heimliche Juden oder Abkömmlinge von Juden sind, giebt es in England und Amerika waschechte Christen, welche, wie die „Baptisten des siebenten Tages", die Adventisten u. a. kleinere Secten, die den Samstag statt des Sonntags feiern. Ende Mai hielten diese Sabbat feiernden Christen in der Exeter Hall zu London eine Konferenz ab, auf welcher zu Ehren des Sabbat Reden gehalten wurden, wie sie nicht eindringlicher und überzeugender in einer orthodoxen Snnagoge batten gehalten werden können. „Jeder Christ, der der vollen Gnade Gottes theilhastig werden will," sagte einer der Redner, „der feiere nicht ven Sonntag, sondern den Sabbat, den einzigen Tag, den der Herr eingesetzt und niemals widerrufen hat!" „Mehr Ächtung vor dem Sabbat, dem Tage des Herrn!" rief ein zweiter Redner. „Die Sonntagsfeier ist nur geeignet die Achtung vor den Gesehen Gottes zu zerstören!" Ein dritter Redner theilte unter dem jubelnden Beifall der Anwesenden mit, daß in Berlin seit vielen Jahren ein „Verein der Sabbalfeiernden"

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