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Der Israelit · 1901-06-03 · Heft 43 (3.6.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 43 (3.6.1901)
Date
1901-06-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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lind Erfahrung als langjähriger Religionslehrer und Kultusbeamter, ein i.t;: -c~ — im Sinne fast aller, insbesondere der Land- oder Dorflehrer geschrieben, denen selten Gelegenheit zur Weiterbildung in der jüdischen Litteratur cn njtro xnc;) geboten. Sicherlich haben alle Kollegen den Wissensdurst, unter persönlicher, bewährter Leitung und Führung direkt aus der Quelle zu schöpfen, um nicht aus seichten, unlauteren Bächen zu trinken. Die Zukunft des unverfälschten Judenthums liegt in der Schule. Nur „derjenigen" wird es gelingen, für dasselbe oobsr. c'x’.’ heranzubilden, deren Lehrer aus den ersten Quellen jüdischen Schriftthums e-prwi 22» die Gelegenheit hatten und haben durch caen ti tnar in den höheren, tiefen Geist jener einzudringen.-w'L'ia?' Ist auch das aufgestellte Projekt aus verschiedenen Motiven nicht leicht und schnell zu verwirklichen, so gebiihrt diesem Herrn doch im Namen aller Interessenten wärmsten Dank dafür, daß er diese ideale Angelegenheit zur öffentlichen Diskussion gebracht hat. Zweifelsohne wird auch der Weg gefunden, gedachtes Hochziel zu erreichen. .a'av-ip e?H"i crtr-prm utx wa -shH nm a"xa> "pna Als AKrbahnungsober Vorkursus zwecks Realisirung fraglicher Idee, betrachte ich die von schon verschiedenen Rabbinern veranstalteten Lehrerversammlungen der betreffenden Bezirke zum Weiterstudium in den bezeichneten Fächern. Zur Nachahmung '"2 nwri sei erwähnt, daß seit vielen Jahren schon Herr Rabb. Dr. Löwenstein zu Mosbach mehrmals jährlich Lernkonferenzen für die Lehrer seines Bezirkes abhält, die sich eines vollzähligen Besuches, trotz schwieriger Verkehrswege, erfreuen, und in welchen '21 2pr bwx 'L'I >oc; gelernt und nebenbei über manche profane Wissensfrage der Zeit Belehrung und Aufklärung gegeben wird und so sn es? '~r verbunden, in einer BSise, wie solche Herrn Geis in seinem Artikel vorschwebte. Eingedenk des Verses min px nap px ex sei noch rühmlichst erivähnt, daß Herr Dr. Löwenstein in gleicher Wärme mit Rath und That für die materiellen Bestrebungen des Lehrerstandes eintritt. Durch dessen Vermittelung werden u. A. jeweils jedem Konferenz Besuchenden volle freie Fahrt und zwei Mark Diäten gewährt. Sw So 7)2120 .-121' p! Lehrer Wertheimer - Hardheim. England. London. Der Bericht des englischen Konsuls in Jerusalem über die Handels-Entwickelung Palästina's im Jahre 1900 stellt der Kolonisationsthätigkeit unserer Glaubensgenossen im heiligen Lande abermals ein glänzendes Zeugnisaus. Herr Dickson betont, daß der Löwenantheil an dem Fortschritt Palästina's den jüdischen Kolonien zufalle, welche das ganze Aussehen des Landes verändert haben. „Aber nicht nur dieses Land, selbst auch die Menschen in demselben haben durch die Juden ein anderes Aussehen bekommen, indem die Araber, angeeifert durch das Beispiel der Juden, einen Theil ihrer Trägheit ablegen und, den Spuren ihrer jüdischen Lehrmeister folgend, ebenfalls beginnen, die von ihnen bisher in primitivster Weise betriebene Landwirthschaft nach modernen Prinzipien umzugestalten. Aus dem Gebiete der Industrie weist das Land einstweilen nur geringe Fortschritte auf, und selbst diese hat es ausschließlich den Juden zu verdanken, welche die Meinindustrie in Palästina aus Nichts geschaffen haben. In ganz enormen unterirdischen Kellereien, welckie den großen Anlagen Frankreichs in Nichts nachgeben, werden in stets wachsenden Mengen einige vorzügliche Weinsorten hergestellt, von denen zwei, eine dem leichten Claret ähnliche Rheinweinsorte, und ein dem Sauterne verwandter Weißwein hervorgehoben zu werden verdienen. Namentlich dem letzteren mit seinem wundervollen Aroma ist eine glänzende Zukunft zu prophezeien. Die Produktion betrug im abgelaufenen Jahre nicht weniger als 60,000 Hektoliter. Der Absatz des Weines auf dem Weltmärkte ist im Steigen begriffen, so daß die Ausfuhr, welche im Jahre 1899 nur 68,000 Mk. betrug, im Jahre 1900 auf 440,000 Mk. sich vermehrt hat. Norwegen. Christinnia, im Mai. Gegen den in Ihrer werthen Zeitung veröffentlichten Aufruf von „Det mosaiste Troessanlfund" hier muß zur Steuer der Wahrheit Folgendes bemerkt werden: 10 Der Vorsteher, Kleiderhändler John Nathan, besucht die angeblich „zu eng" gewordenen Gottesdiensträume sehr selten, höchstens 2—3 Mal im Jahre, unv da sieht er auf das jüdische Gebetbuch, wie der Hahn auf das ein 22 weil er ein Analphabet ist. 2) Derselbe hat drei im Schulalter sich befindliche Kinder — darunter einen unbeschnittenen Sohn — die aber sämmtlicki keinen jüdischen Religionsunterricht genießen. ■j) An die Behörde hat derselbe ein mündliches Gutachten abgegeben, daß es in unserer Zeit dem Rabbiner wohl gestattet sei, öffentlich in nichtjüdischen Restaurationen Fleisch zu genießen, ohne Rücksicht auf die jüdischen Speisegesetze. 41 „Det Mos. Troessamfund" hat überhaupt keinen seminaristisch gebildeten Lehrer, sondern einen alten Russen, der Chasen und Melamed ist. 6) Wie musterhaft „geordnet" die Gemeinde (?) der Mosaiske Troessamfund bis jetzt war. geht daraus hervor, daß sich seit ihrem Bestehen noch zwei Gemeinden gebildet haben: „Den israelitiske Monighed," Vorstand Fabrikant Salomon; „Adath Jeschurun" (Israels Gemeinde), Vorstand Rabbiner Dr. Afchtenaze. 0) Der den Aufruf mitunterzeichnete Louis Müller besucht ebenfalls das „enggewordene" Betlokal

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