Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 42 (30.5.1901)
- Date
- 1901-05-30
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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42. Jahrgang. Zweite Weilage z« M 42 -es „Israelit". Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 19. Btai. ^Repräsentanten- Versam rn l u n g.) Der in Nizza verstorbene Herr Jakob Plaut hat als letztwillige Verfügung 16,000 Mk. zu Armenzwecken der jüdischen Gemeinde überweisen lassen. Der Plaut'sche Familienrath hat außerdem zur Einrichtung einer Jahrzeitsstiftung 15,000 Mark übermittelt. Bei der Vornahme von Ersatzwahlen werden gewählt: 1) in den Ausschuß III Herr Löwenthal, 2) in das Kuratorium des zweiten Waisenhauses Herr Benno Levy, 9) in die Subventionskommission Herr Benno Levv, 4) in die Fürsorgekommission Herr Dr. Minden, 6) in die gemischte Kommission zur Berathung des Normalbesoldungsetats Herr Louis Sachs. Zur Berathung der Frage des Jugendgottesdienstes nach altem Ritus werden vier Mitglieder in die gemischte Depumtion abgeordnet: die Herren Leonhard Sachs, Louis Sachs, Gustav Löwenberger und Moritz Mannheimer. Ohne Agende geht es nun ein Mal nicht. Glückliche Gemeinde Adaß Jisroel: Die Schüler deiner Religionsschule können ohne Agende vorbeten und leinen! E. R. Dormftndt, im Mai. Der „Frankfurter Zeitung" wird von hier geschrieben: Eine erhebliche „Leutenoth" scheint im hessischen Justizdiens' zu herrschen. Justizminister Dr. Dittmar hat, wie verlautet, bereits sämmtliche Assessoren der letzten Prüfung, ohne daß ihnen die amtliche Mittheilung über den Ausgang ihres Examens schon zugegangen wäre, aushilfsweise eingestellt, — nur die beiden Assessoren jüdischer Konfession nicht. An deren wissenschaftlicher oder persönlicher Unzulänglichkeit liegt das offenkundig nicht. Woran liegts also? München, im Mai. Sehr lehrreich und für weite Kr-ise bemerkenswerth wird das Judenthum unserer Zeit durch folgendes Inserat in den hiesigen „Neuesten Nachrichten" illustrirt: Die Unterzeichneten Banksirmen in München geben hiermit bekannt, daß ne — auch im Interesse ihrer Angestellten — ihre Geschäfte in der Zeit vom 1. Mai bis 15. September an allen Sonntagen, sowie am Himmelsahrstage, am Pfingstmontag und am Fronleichnamstage geschlossen halten: Adler u. Lemle, Baer u. Auerbach, M. Benjamin, Bernstein u. Fränkel, S. Dispeker, H. Ellenrieder u. Comp., Fränkel u. Selz, Gebr. Gumbel, A. M. u. I. Heilbronner, Herzog u. Meyer, Carl Jenke jr., Max Kampferseck, M. Kappeller, C. Kolb, Max Krämer u. Comp., Carl Lang, Simon Lebrccht, Jos. Leuchs, Eugen Loewenstamm, Gebr. Marx, Heinrich u. Hugo Marx, S. Model u. Comp., Reim n. Obermayer, Ruederer u. Lang, E. u. I. Schweisheimer, Sinn u. Comp., Karl Wallach, Wörle u. Wagner." Hierzu benierkt die „Regensburger Jüd. Zeitung": „Fast alle diese Firmen sind jüdisch. Es ist ja sehr schön, daß sie an diesen christlichen Feiertagen freiwillig den ganzen Dag schließen. Wie steht es aber mit dem Sabbat und den jüdischen Feiertagen??" Ttrasrburg i. <*., 22. Mai. Letzten Freitag Abend veranstaltete der seit 1866 bestehende hiesige israelitische Wohlthätigkeitsverein „La fraternelle", dessen Zweck Unterstützung der Mitglieder und ihrer Angehörigen bei Krankheits- und Sterbefällen ist, im Restaurant Weil eine Festlichkeit zur Einweihung einer neuen Gesetzesrolle. Der Verein, welcher seit 1886 ununterbrochen unter der trefflichen Leitung des Herrn Kaufmann Henri Oberdörsse^ steht, hat augenblicklich 200 Mitglieder. Die Feierlichkeit bestand im wesentlichen aus vorzüglichen gesanglichen Vorträgen des Herrn Oberkantor H e y m a n n und eines Chors, sowie einer Ansprache des Herrn Oberrabbiner U r y, welche einen tiefen Eindruck aus die Zuhörer machte. Am Samstag Früh fand ein zweiter Gottesdienst im Restaurant Weil statt. Herr Vereinsrabbiner Glaser hielt die Festrede und bemerkte in derselben, die Thora hätte schon manchen Sturm miterlebt, wäre schon im schwersten Feuer gewesen, wurde aber immer gerettet. Der Zufall wollte es, daß vor Schluß der Feier eine Feuersbrunst ausbrach. Der „Aron Hakodesch" stellte den „Berg Sinai" dar und war mit zahlreichen elektrischen Gliihlichtern illuminirt. Durch Kurzschluß entstand Feuer und der „Aron Hakodesch" stand Plötzlich in hellen Flammen. Unter den zahlreichen Anwesenden entstand eine Panik. Glücklicherweise hatte der Verein die Vorsichtsmaßregel getroffen, sich eine Feuerwehrwache von vier Mann mit einer Handspritze stellen zu lassen. Der Brand war jedoch noch vor Ankunft der Feuerwehr gelöscht. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. B?ien, im Mai. Der frühere Reichrathsabgeordnete Dr. Bloch richtet an Bürgermeister Dr. Lueger folgenden offenen Brief: Se. Hochwoblgeb. Herrn Dr. Carl Lueger, Bürgermeister der Reichs- und Residenzstadt Wien! Hochgeehrter Herr Bürgermeister! In der großen Versammlung des Josefstädter Wählervereins vom 13. Mai haben Sie, Herr Bürger-