Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 61 (5.8.1901)
- Date
- 1901-08-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449146-2449205--53942-2504079- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1351 Insbesondere wurden ferner auch zur Ausbildung zum Lehrerberufe, wie in den früheren Jahren, an geeignete junge Leute Stipendien gewährt. Zur Errichtung einer israelitischen Restauration in dem besuchten Luftkurorte Königstein (Taunus) während der Sommer-Monate wurde Seitens unserer Bereinigung an die Unternehmerin, Frau Sandenell, eine Subvention als Beitrag zu den Kosten ritueller Aufsicht gewährt. Nach den uns gewordenen Berichten hatte sich dieses Restaurant der Zufriedenheit der Besucher zu erfreuen. Außerdem hat unsere Vereinigung auch gerne Gelegenheit genommen, die Errichtung einer israelitischen Restauration in Elberfeld (Inhaber: Varuch Weingarten. Stockgaffe daselbst) u. Straßburg i. E. (Inhaber: Restaurateur E. Wolfs, Kronenburgerring 7 daselbst), soivie in Bern (Inhaberin: Fräulein Minna Schneider, Gerechtigkeitsgaffe 64 daselbst) durch Subvention zu fördern. Von der bereits früher Seitens der „Freien Vereinigung" bewilligten Subvention im Betrage von 600 Mark zur Errichtung einer israelitischen Restauration in Dortmund gelangte bei der inzwischen erfolgten Eröffnung derselben bestimmungsgemäß zunächst der Teilbetrag von Mk. 300 zur Auszahlung. (Inhaber: Josef Wolfs. Ludwigsstraße 13 daselbst.) Im Ganzen tvurden für diese Zwecke Mk. 6007.44 verausgabt. Die Gedenktafel enthält Nachrufe über Frh. Wilhelm Earl von Rothschild s. A. und Falk Goldschmidt s. A. Kaltowih, 30. Juli. In unserer neuen Synagoge, die durch ihre Pracht mit Recht zu den schönsten Gotteshäusern Deutschlands gezählt wird, ist die Oberkantorstelle nach langer Pause wieder besetzt worden. Der junge Kantor. Simon Si n g e r , ein Sohn des Wiener Oberkantors, wurde am 3. Sabbat der Sepbirah zum Probevortrage berufen und hatte durch seine phänomenale Stimme, wie durch seinen Vortrag einen derartigen Erfolg, daß er in einer außerordent lichen Sitzung einstimmig gewählt wurde; über Einladung des Vorstandes fungirte Herr Singer unter allgemein großer Anerkennung bereits am Wochenfeste. Oellerr. - Ungar. Monarchie. Prag. (Der alte Prager Friedhof in Gefahr.) An den Chefredakteur des „Temps" richtete der Präsident der Pariser Gesellschaft zum Schutze von Denkmälern, Charles Normand, ein inreffantes Schreiben, das nunmehr zur Veröffentlichung gelangte. Der Brief lautet: „Von der Gesellschaft der Denkmalsfreunde in Prag dahin eingeladen, habe ich daselbst die Dringlichkeit einer Rettungsaktion für eines der merkwürdigsten Denkmäler der czechischen Hauptstadt und eines der kostbarsten der Welt konstatirt, für den alten Judenfriedhof, der. überreich an pittoresken und überraschenden Details, an fremdartigen Grabsteinen von einem ganz originellen Style, in frisches Laub- und Rasengrün gebettet, doch den Geist in die fernsten Epochen zurückführt! Man rüstet sich, einen großen Theil dieses einzigartigen Werkes zu zerstören; schon hak man ihn mit Gerüsten umzäunt, die sich in ihrer Rohheit an dieser Stelle kläglich ausnehmen. Dieses Monument intereffirt in hervorragender Weise die Künstler und Gelehrten aller Konfessionen. Alle werden seine Erhaltung wünschen. Alle, bis auf die ganz Dummen. Warum schließen sich aber nicht die Israeliten zur Rettung dieses ihnen doch besonders nahestehenden Denkmals zusammen? Es ist verurtheilt; wenn nicht ein entschiedener Schritt erfolgt, so ist es verloren. Wir haben in Paris schon nicht minder verlorene Angelegenheiten in die Hand genommen und haben sie gewonnen. Die ganze gebildete Welt muß sich energisch und sofort für den alten Prager Judenfriedhof einsetzen. . ." Frankreich. -kantest, 27. Juli. Wir erhalten folgende Zuschrift: „In Ihrer wertsten Zeitung vom 17. Juni d. I. veröfentlichten Sie auf Seite 1046 unter dem Titel „Hamburg (Sardinen)" angebliche Aeußerungen eines Herrn Rabbiners Rabbinowitsch (Pultawa) über die Fabrikation von Oelsardinen. Diese Angaben, welche durch ihre anscheinende Glaubwürdigkeit wohl geeignet sind, die in der ganzen Welt bekannte und berühmte französische Sardinen- Fabrikation in schlimmster Weise zu verdächtigen und sowohl die Importeure als auch das konsumirende Publikum mißtrauisch zu machen, zwingen uns zu einer Entgegnung, um deren Aufnahme wir Sie auf Grund des § 11 des deutschen Preßgesetzes vom 7. Mai 1874 hiermit höflichst ersuchen. In einem Briefe will ein Herr Jsaac Lechz in Pultava an das sehr bekannte Haus Philipp Kano in Marseille einen größeren Auftrag auf Sardinen gegeben haben und soll sodann von dem genannten Hause Philipp Kano die Anfrage an Herrn Jsaac Lechz gerichtet sein, in welcher Weise derselbe die Ausführung der Ordre wünsche: nämlich ob die Fische in Oel, Butter oder ..in einem Fett, welches aus Katzenhirn gewonnen wird," bereitet werden sollen. Der Herr Rabbiner Rabbinowitsch (?) will die Echtbeit des Briefes garantiren! Wir fragen als nebensächlich. welchen Brief will der Herr Rabbiner als echt aarantiren? Etwa den französischen? Wie kommt der Herr Rabbiner zu der Garantie eines Briefes, welcher in Wirklichkeit nickt von einem französischen Sardinenbaus aesckrieben fein kann: denn ..in Marseille bat niemals ein Sardinen-.Haus Pbilivp Kano eristirt. Das einzige französische Haus, dessen fVirma eine entfernte Aehnlichkeit mit dem Namen Pbilivv Kano bat. isi das unseriae. welches die Marke ..Philipve Sr Canaud" führt, seit mehr als sechzig Jahren eristirt. und. wie wir ohne Ueberhebung saaen dürfen, in der ganzen Welt bekannt und geschätzt ist, und seinen Sitz in Nantes (Loire Jnferieure) hat.