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Der Israelit · 1901-05-23 · Heft 40-41 (23.5.1901) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 40-41 (23.5.1901)
Date
1901-05-23
Page
– (sequence 29)
Language
German
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919 verlieh, überlegte er sich, welche Aufmerksamkeit er seinem gütigen, weisen Wohlthäter wohl bei seiner Rückkehr erweisen könne. Rabbi Moscheh Sofer war in seiner Gemeinde als Kenner von Juwelen und Diamanten bekannt. Niemand in der Gemeinde kaufte Edelsteine und ähnliche Werthgegenstände, ohne vorher das Urtheil dieses Kenners einzuholen. Rabbi Wolf Pappenheim suchte den ersten Leipziger Juwelier auf und kaufte den schönsten, theuersten Ring, der er auftreiben konnte, mit herrlichem Stein und prächtiger Fastung im Betrage von fünfhundert Gulden, um ihn seinem Rabbi als Zeichen der Erkenntlichkeit zu verehren. Joseph Israels. Noch bevor Pappenheim bei seiner Rückkehr nach Preßburg sein Haus aussuchte, ging er zum Rabbiner. Dieser war nicht allein, wie damals vor vier Wochen, sondern zwei Jünglinge saßen bei ihm und waren so vertieft mit ihrem Lehrer in das Studium des Talmud, daß Pappenheim zwei Mal an die Thllre klopfen mußte, bevor man darauf achtete. Rabbi Moscheh Sofer brauchte Pappenheim nicht zu fragen, wie sich die Meffe gestaltet habe, auch ein weniger scharfer Beobachter hätte aus den glück- und freudestrahlenden Augen des Roschhakohol Alles herausgelesen. Die beiden Männer traten vom Tisch seitwärts in eine Fensternische und führten ihre Unterhaltung in etwas gedämpfter Stimme, aber immer noch laut genug, daß den beiden jungen Leuten kein Wort der Unterhaltung verloren ging. „Zunächst gebe ich dem Rabbi hier die geliehenen hundert Gulden zurück. Der Segen des Rabbi hat sich an mir in einer Weise erfüllt, die ich jetzt nicht schildern kann, denn ich bin mit meinem Wagen direkt bei dem Rabbi vorgefahren, ohne noch mein Haus betreten zu haben. Ich werde heute Abend noch vorsprechen und alle Einzelheiten erzählen. Aber ich wollte nicht zurückkehren, ohne zuerst dem Rabbi meinen Dank ausgesprochen zu haben und als schwaches Zeichen meiner Louis Lewandowsky. Erkenntlichkeit diesen Ring als kleines Weggeschenk von der Meffe mitzubringen." Rabbi Moscheh Sofer nahm lächelnd den Ring, steckte ihn an den Finger, wandte sich dem Fenster zu und betrachtete mit Kennermiene das kostbare Geschenk. — „Ein solches Feuer habe ich noch bei keinem Stein gesehen, das ist kein kleines Geschenk, das ist ein seltener Juwel, wie es in der ganzen Gemeinde keinen zweiten gibt. Und die Fassung, die ist ein wahres Kunstwerk. ich hätte gar nicht geglaubt, daß heute noch so etwas solides und vollendetes fabrizirt wird." Diese halblaut geführte Kritik dauerte gewiß fünf

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